{"id":10832,"date":"2020-07-21T08:08:57","date_gmt":"2020-07-21T08:08:57","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=10832"},"modified":"2020-07-21T08:11:31","modified_gmt":"2020-07-21T08:11:31","slug":"zurueck-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=10832","title":{"rendered":"zur\u00fcck"},"content":{"rendered":"<h1><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-10833\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/20200720_203434-300x295.png\" alt=\"\" width=\"361\" height=\"355\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/20200720_203434-300x295.png 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/20200720_203434-768x755.png 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/20200720_203434.png 912w\" sizes=\"auto, (max-width: 361px) 100vw, 361px\" \/><\/h1>\n<h5>Der R\u00fcckblick in das eigene Leben kann ja durchaus interessanter werden, je mehr Jahre man auf dem Planeten herumgewandert ist, ohne jetzt Kurzzeitged\u00e4chtnis und Langzeitged\u00e4chtnis besonders bedenken zu m\u00fcssen. Ich wei\u00df aus pers\u00f6nlicher Erfahrung, dass ich zwar an bestimmten Stellen meiner Aufenthalte den Willen hatte, Vergangenes zu durchdringen und zu reflektieren, aber wirklich gef\u00fchlm\u00e4\u00dfige R\u00fcckverbindung aufzunehmen mit dem Gewesenen, diesen Willen fand ich bei mir nicht so ausgepr\u00e4gt. Nicht, weil ich das &#8218;Erkenne dich selbst&#8216; nicht ergr\u00fcnden wollte, nein, ganz im Gegenteil, wenn es da ein Gegenteil gibt. Es war eher so, dass ich mit der direkten Seinsqualit\u00e4t meist in guter Resonanz stand, denn ich hatte das Gl\u00fcck, mir treu sein zu k\u00f6nnen, und trotz aller zugelassenen Abenteuer kann ich nicht behaupten, dass mich jemand an meinen getroffenen Entscheidungen gehindert h\u00e4tte. Manchmal ging es nicht anders, zumindest nicht f\u00fcr mich, als Andere mit dieser Wahl zu belasten. Aber wirklich? Als ich in Kathmandu einmal ein gro\u00dfes Haus mit allem kostbaren Drum und Drin in den H\u00e4nden einer guten Freundin zur\u00fcckgelassen hatte, in der Absicht, bald zur\u00fcckzukehren, da kam ich zwar nie zur\u00fcck, aber sie und ihre Tochter hatten das Haus mit einer guten Bibliothek und vielen Sch\u00e4tzen und Sammlungen aus der damaligen Zeit. Genau wegen diesen Sch\u00e4tzen, die wir (Ira Cohen und ich) meistens hungrigen Tibetern abgekauft hatten, die mit gro\u00dfen S\u00e4cken auf dem R\u00fccken aus Dolpo kamen, ging ich ja nicht zur\u00fcck. Denn h\u00e4tte ich sie alle nochmal vor Augen gehabt, w\u00e4re ich vermutlich nie davon losgekommen, who knows. Das mit sich selbst in Einklang Gelebte kann beim R\u00fcckblick ein leichtes L\u00e4cheln entlocken. Meine G\u00fcte!, was f\u00fcr eine seltsame Fremdheit kann einen da anschauen, man selbst als Fremdling aus einer anderen Zeit, manchmal ein Hauch von transzendenter Anwesenheit, da ist viel m\u00f6glich, aber dann doch nur Erinnerung, immerhin aus dem Inneren geboren. Es gibt ja so Fragen, denen keiner entkommt, zum Beispiel, ob man im eigenen Film etwas bereut hat, zum Beispiel das Russische nicht weitergesprochen zu haben, oder keine Royal Enfield gefahren, oder die Geige im Sand der W\u00fcste weitergegeben, weil sie d a nicht \u00fcberleben konnte, oder das Kind erst gar nicht in Gang gebracht und dann den Vorgang abgebrochen, nur weil man die Pille vergessen hatte. Weniger bereut als sich sp\u00e4ter klar gemacht, dass man bestimmte Dinge auf keinen Fall mehr so machen w\u00fcrde wie dort, das geht ja eh alles nur einmal, und darauf kommt es tats\u00e4chlich an, dass man\u00a0 dieses immer einmalige Einmal versteht als das, was ich bin, bis sich die Frage selbst beantwortet, oder auch nicht. In jedem Fall geht es weiter, auch die kosmische Maschinerie hat ihre Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten, und vielleicht gibt es nur sie. Jeden Tag kann man es aufs Neue erleben, auch wenn es sich nur abspielt zwischen Ursache und Wirkung. Da, wo mich allerdings meine Geschichte im Griff hat und nicht loslassen will, da bleibt mir nichts anderes \u00fcbrig, als die Lupe zu nehmen und mir, oder der Begleitperson, sagen, was sich mir da er\u00f6ffnet, wenn es sich denn zu Lebzeiten er\u00f6ffnet. Oder wenn sich der Spruch &#8218;wer suchet, der findet&#8216; als wahr erweist, und klar, wenn ich an meine eigene Pforte klopfe, warum sollte ich mir\u00a0 oder mich da nicht aufmachen?<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der R\u00fcckblick in das eigene Leben kann ja durchaus interessanter werden, je mehr Jahre man auf dem Planeten herumgewandert ist, ohne jetzt Kurzzeitged\u00e4chtnis und Langzeitged\u00e4chtnis besonders bedenken zu m\u00fcssen. 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