{"id":10758,"date":"2020-07-09T08:40:37","date_gmt":"2020-07-09T08:40:37","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=10758"},"modified":"2020-07-09T08:43:52","modified_gmt":"2020-07-09T08:43:52","slug":"anschauen-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=10758","title":{"rendered":"anschauen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-10759\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/20200708_102518-254x300.png\" alt=\"\" width=\"359\" height=\"424\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/20200708_102518-254x300.png 254w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/20200708_102518-768x905.png 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/20200708_102518-869x1024.png 869w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/20200708_102518.png 906w\" sizes=\"auto, (max-width: 359px) 100vw, 359px\" \/><br \/>\nDas (noch lebendige) Auge eines Schweineschnitzels<\/p>\n<h5>Gut, es geht ja nicht um Anklagen, obwohl sie auch ihren berechtigten Platz haben. Und auch die Anklagen w\u00fcrden davon abh\u00e4ngen, wo man ihre Quelle sucht, ihren Ursprung, ihren Entstehungsort, oder mal die Vermutungslitaneien selbst durchst\u00f6bern. Oder die Versuche, dem &#8222;Immer-schon&#8220; entgegenzutreten, obwohl man wei\u00df, dass nicht nur im alten \u00c4gypten der Sklavenmarkt boomte, sondern er boomt immer noch, und das auf allen Ebenen. Nein, nicht auf allen, es gibt auch Ebenen, auf denen Sklavenmarkt und Ausbeutungsorgien nicht gedeihen, aber dann, ja, kann man nicht leugnen, dass sie immer um uns herum sind.\u00a0 Das System gebiert die Gesch\u00e4digten, die auf unterschiedliche Weise gef\u00e4hrlich werden, w\u00e4hrend das Verwundete vor sich hing\u00e4rt, bis man es zum Normalstand erheben kann. So ist es, und nicht anders, und damit kann man sich entweder als bittere Pille einrichten oder es einen Erleuchtungsstrahl nennen, wie man m\u00f6chte. Man kann auch irgendwo in der Welt herumstehen und beobachten, wie die Zukunft st\u00e4ndig auf einen zukommt, als Gegenwart vorbeihuscht und sich aufmacht ins Vergehen. Kontemplation hat ganz viel zu tun mit dem Innehalten inmitten der relativen\u00a0 Zeit und sich dem Vor\u00fcberhuschenden bewusst zu werden, da nur da, wo es uns streift,\u00a0 wir das Es zum Ich\u00a0 umgestalten k\u00f6nnen, es \u00e4ndern, Daseinsverm\u00f6gen erringen. Nun kann man keinem Lebenden Existenz absprechen. Es ist das erste und letzte Gut, bis sich Existenz aufl\u00f6st in ein Wasauchimmer. Schnell wird alles Denken zur Weltanschauung, schauen doch alle Menschen im Wachzustand st\u00e4ndig auf irgendeine Weise die Welt an, und so, wie wir sie sehen, ist sie f\u00fcr uns ja dann auch. Deswegen sind die epischen Wanderungen der Weltgeschichte stets so ausf\u00fchrlich und langatmig, denn an jeder Ecke lauert eine Pr\u00fcfung, die bestanden werden muss. Dazu geh\u00f6rt auch das grandiose Scheitern der Helden und Heldinnen an ihrer Weltanschaung. Wie, das war gar nicht Liebe, sondern pure Mordlust?\u00a0 Also auch Frauen, die ihre Kinder vernichten, weil ein Mann (Jason), der sie aus dem Tempel gelockt hat, sich dann doch f\u00fcr die angemessene Kastenjungfrau entschieden hat. Es ist alles sehr dramatisch und eine der Aufgaben dieses aufwendigen Dramas ist die Anregung zu gr\u00fcndlichem Denken. Dadurch sind Untaten und Taten besser zu unterscheiden, erstmal nur f\u00fcr sich, denn die Eigenart des pers\u00f6nlichen Schicksals kann zwar wie jeder Filmstreifen irgendetwas in einem ausl\u00f6sen, aber wie und wodurch kommt man sich wirklich n\u00e4her, um dem Gegen\u00fcber Aussage davon machen zu k\u00f6nnen, und auch der Aussage des oder der Anderen zu lauschen. So siehst du es also, das ist interessant und oft auch ber\u00fchrend, denn es bereichert die eigene Welt und f\u00fchrt ins Erstaunen. Oder aber in die Ablehnung, in die Wut, in den Hass. Oft steht durch gegebene Umst\u00e4nde auch die innere Freiheit des Menschen infrage. Aber selbst in den Gef\u00e4ngnissen der Erde gibt es immer noch innere R\u00e4ume, in denen Entscheidungen gef\u00e4llt werden\u00a0 und von gro\u00dfer Bedeutung sind f\u00fcr die eigene Befindlichkeit und die der Anderen. Nat\u00fcrlich wollen wir immer mehr Menschen sehen, die die B\u00fcrde ihres Schicksals tragen k\u00f6nnen und sich um die Weisheit des Umgangs damit k\u00fcmmern. Dass es zumindest eine Aussicht erschafft, die den Blick in den Abgrund erhellt.<\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das (noch lebendige) Auge eines Schweineschnitzels Gut, es geht ja nicht um Anklagen, obwohl sie auch ihren berechtigten Platz haben. 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