{"id":10702,"date":"2020-07-01T08:49:20","date_gmt":"2020-07-01T08:49:20","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=10702"},"modified":"2020-07-01T16:35:05","modified_gmt":"2020-07-01T16:35:05","slug":"erholen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=10702","title":{"rendered":"erholen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-10703\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/20200630_163934-272x300.png\" alt=\"\" width=\"354\" height=\"390\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/20200630_163934-272x300.png 272w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/20200630_163934-768x846.png 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/20200630_163934-930x1024.png 930w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/20200630_163934.png 946w\" sizes=\"auto, (max-width: 354px) 100vw, 354px\" \/><\/p>\n<h5>Nicht alles, was unseren Augen als unterdr\u00fcckt erscheint, muss auch notgedrungener Weise so sein. Einmal, als ich auf Einladung eines indischen Freundes in seinem Dorf\u00a0 plaudernd mit ihm zusammen auf dem Bett sa\u00df, fiel mir irgendwann eine verh\u00fcllte Gestalt auf am Ende des Zimmers, die ein Tablett mit Wasser und Gl\u00e4sern vor sich trug und schweigend wartete, bis man es ihr abnahm. Er erkl\u00e4rte mir, dass die Frau im ersten Jahr der Hochzeit so wenig wie m\u00f6glich, dh. am besten gar nicht, sprechen soll, damit der Friede im Haus gew\u00e4hrleistet sei. Den Frauen, die das als eine (erregend abartige) erotische Herausforderung im Angesicht des Unvorstellbaren sehen k\u00f6nnten, ginge es vermutlich besser als die aussichtslose Lage eines potentiell freien Wesens, das zum Schaf umerzogen wird. Oder die Burka, die sicher als zusammengefaltetes Nebenobjekt in der Tasche liegen k\u00f6nnte, und wenn man grad keinen sehen will in der Stadt oder mit sich allein sein will im k\u00fcnstlichen Dunkel des Tages, dann schnappt man sich die Burka und zack! weg ist man. Leichter gesagt als getan, denn es gibt ja auch die Blicke, die gerne w\u00fcssten, was drunter ist und dann, wie kann man nur sowas akzeptieren! F\u00fcr die meisten Menschen sind fremde Sitten und L\u00e4nder das, was in den Ferien photographiert oder gefilmt wird. Man freut sich, einen Luigi im Cafe zu kennen, das hat auch nachgelassen, seit man fast \u00fcberall alles finden, besuchen, essen und betreten kann. Nur Indien hat(te) da eine Sonderstellung. Reisende, die Indien sofort nicht ertragen konnten, fuhren bald wieder ab und kamen nie wieder. Die Anderen, wir Fremdlinge durch alle Zeiten hindurch, waren ergriffen von einer Liebe, die wir derart nat\u00fcrlich und umfassend nicht kannten. Bald nannten auch wir die Rikshafahrer &#8218;Bruder&#8216;, oder &#8218;Onkel&#8216; undsoweiter, das integriert augenblicklich in die Weltfamilie und man f\u00e4hrt nicht alleine, sondern zusammen weiter. Sie konnten einem das Fremdartige sofort als Zugeh\u00f6rigkeit ans Herz legen. Deshalb ist es auch die letzte hochangelegte Zivilisation, die durch die rasanten Ver\u00e4nderungen in die Kniee gezwungen wird. Allerdings haben sie \u00fcber das, was gerade geschieht, schon in den alten B\u00fcchern Kunde vernommen, eben, dass es kurz vor 12 sehr schwarz werden w\u00fcrde, und dass man genau deshalb an diesem Punkt bedenken sollte, dass das universelle Gleichgewicht absolut ist, sonst w\u00e4ren wir schon lange irgendwo hingepurzelt. Das hei\u00dft, es muss sich in gleicher Konzentration wie das Dunkel das Hell irgendwo aufhalten, und das kann einen durchaus als Blickwinkel erfreuen. Nur scheint jede Ebene bestimmte Bedingungen zu haben, die in letzter Konsequenz nicht von Gesellschaften und Religionen abh\u00e4ngig sind, sondern vom Bewusstsein selbst, das sich als freier Spieler innerhalb des menschlichen Dramas zur Verf\u00fcgung stellt. Ein eher k\u00fchles, aber weitreichendes Instrument, das auch obskure und dumpfe Schwaden zu erhellen vermag.\u00a0 Manchmal spielen wir abends zu zweit das 10 Phasen Spiel. Es gibt zwei Arten, es zu spielen: entweder ich mache alle Phasen nacheinander durch und beobachte dabei mich, das Gegen\u00fcber und den Vorgang. Man wei\u00df u.a., dass selbst wenn man verliert, man gut gespielt haben kann. Gutes Spiel ist allemal erfreulich, und zuweilen \u00f6det man sich selbst an, wenn man das Verlieren nicht elegant hinbekommt. Dann kann man es noch s o spielen, dass man anhand der vorhandenen Karten d i e Phase w\u00e4hlt, f\u00fcr welche die Karten geeignet sind, aber dennoch m\u00fcssen nat\u00fcrlich alle Phasen durchlaufen werden. Das rotierte ja jahrelang unter spirituell Ausgerichteten auf \u00e4hnlich verstandene Weise \u00fcber Chakren, also Kraftzentren im K\u00f6rper, bei denen man, so h\u00f6rte ich, selbst die hohen Ebenen erreichen kann, ohne dass es automatisch eine Herabrieselung geben m\u00fcsste in die &#8218;Ritzen des Alltags&#8216;. Auch kann ich nicht beobachten, dass die globale Zwangsmaskerade d a s versteckt, was sich dahinter verbirgt. Und man erinnert sich wieder an die Zwiebel und die zutiefst pers\u00f6nlichen Anliegen, die mit jeder weiteren Schale einerseits verbunden sind, andrerseits zum Entschwinden bereit. Dann die tiefe Entspannung, wenn das Herz in sich ruht ohne Fremdheit, und ohne dass es im Innern einen festen Kern haben muss. Vielleicht so etwas wie die sehr langsam und ruhevoll wandernden St\u00e4mme des Banianbaums, an denen sich der Fremdling vom Irrsinn erholen kann.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nicht alles, was unseren Augen als unterdr\u00fcckt erscheint, muss auch notgedrungener Weise so sein. 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