{"id":10689,"date":"2020-06-30T09:19:20","date_gmt":"2020-06-30T09:19:20","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=10689"},"modified":"2020-06-30T09:19:20","modified_gmt":"2020-06-30T09:19:20","slug":"befangen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=10689","title":{"rendered":"befangen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-10690\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/20200628_152326-293x300.jpg\" alt=\"\" width=\"359\" height=\"368\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/20200628_152326-293x300.jpg 293w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/20200628_152326-768x786.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/20200628_152326.jpg 945w\" sizes=\"auto, (max-width: 359px) 100vw, 359px\" \/><\/p>\n<h5>Geht es nicht auch gerade darum, sich von Befangenheiten zu l\u00f6sen, beziehungsweise die Befangenheit \u00fcberhaupt einmal wahrzunehmen. Befangen ist nochmal anders als gefangen. Im Befangensein hemmt mich etwas in mir selbst und hindert mich an&#8230;ja an was&#8230; an einem Wohlgef\u00fchl, das man hier zu vermissen beginnt. Man kann das zur Zeit erleben, wenn man zum Beispiel einen Laden betritt, wo man einfach mal so herumschauen m\u00f6chte, ob nicht doch der vollkommene Sommerschuh magisch im Regal steht und wie angegossen passt, aber eigentlich hat man schon zwei passable Paare zu Hause und Vollkommenheit ist auf keiner Ebene in Sicht. Da f\u00fchlt man sich, oder ich mich gestern dort, als wir wie zuf\u00e4llig das Schuhzentrum betraten direkt neben dem Windschutzscheibenhersteller, wegen dem wir dort waren, da f\u00fchlte ich mich befangen mit der Maske und holte mir immer mal wieder etwas Luft, bis ich merkte, dass ich hier nichts zu suchen hatte, denn mir fehlte ja nichts au\u00dfer der mundschutzfreien Luft. Auch das Wort &#8222;Schaufenserbummeln&#8220; d\u00fcrfte in vielen Sprachen fehlen oder das Ladendurchschlendern auf der Suche nach etwas, was man noch nicht hat, aber potentiell haben k\u00f6nnte. Nun darf man, muss aber nicht, gespannt sein, ob die Mehrwertssteuerredukti\u00f6nchen tats\u00e4chlich in den entschwundenen K\u00e4uferInnen einen Gong erklingen lassen und das Volk von dannen eilt, um gro\u00dfe Dinge zu kaufen, damit das erschlaffte Wirtschaftsrad wieder in Schwung kommt. Das kann man einen Mehrwertslockvogel nennen, der eine versteckte Drohung enth\u00e4lt, die entweder das Volk oder aber die Regierung in Bredouillen schicken wird. N\u00e4mlich dann, wenn es anders kommt als man denkt. An dieser Stelle ein Seitenlob an die Volksspr\u00fcche, die ihrem Schl\u00fcckchen Wahrheit getreu geblieben sind und eine gewisse Unsterblichkeit erlangt haben, die nat\u00fcrlich\u00a0 immer mal wieder durchkreuzt werden muss durch den angebrachten Widerspruch. Es kommt eben nicht immer anders, als man denkt, sondern man kann ebenfalls beobachten dass, je klarer man denkt, sich das Denken irgendwann in Schauen verwandeln l\u00e4sst, das muss gar nicht weiter auffallen, weswegen man es auch unter die stillen Revolutionen z\u00e4hlt. Aber zur\u00fcck zu den Befangenheiten. Unbefangen sein ist ja auch nicht immer die L\u00f6sung f\u00fcr gut gelingende Kommunikation, oder ist sie es doch? Zumindest f\u00e4llt es dem oder der Unbefangenen leichter, Verbindung herzustellen, ohne dass es als Leistung wahrgenommen wird. Nur der Befangene leistet den Umgang mit seinem oder ihrem Zustand. So ist es nicht wirklich die Maske, die mir den Atem raubt, sondern sie macht mich nur aufmerksam auf die Freudlosigkeit meines Unterfangens, das dadurch getr\u00fcbt wird. Und was das Fensterbummeln angeht, so fing das in Indien zum Beispiel erst an, seit es vor den L\u00e4den Fenster gibt, obwohl es ein fensterloses im Bazaarherumbummeln nat\u00fcrlich auch schon gab, solange es Bazaare gibt. Der Frust langweiliger Existenzen ist der Hauptantrieb, den man durch endlose Angebote \u00fcbert\u00fcnchen kann, denn wer kauft, tut was f\u00fcr sich, auch wenn es meist nur kurze Befriedigungsorgasmen ausl\u00f6st. Daher wird nun eher mit Wohnzimmerausr\u00fcstungen, neuen Autos oder Waschmaschinen gelockt, aber noch wei\u00df niemand, ob die simmernde Glut enthemmter Kauflust wieder entfacht werden kann, oder ab welchem Punkt man mit der Asche (und dann erst mit dem Phoenix) rechnen muss, oder wo die Rechnung eben nicht aufgeht, daf\u00fcr aber neue Sternenheere und Galaxien sich zeigen, die noch nie zuvor ein Mensch gesehen hat, isn&#8217;t it?<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geht es nicht auch gerade darum, sich von Befangenheiten zu l\u00f6sen, beziehungsweise die Befangenheit \u00fcberhaupt einmal wahrzunehmen. Befangen ist nochmal anders als gefangen. Im Befangensein hemmt mich etwas in mir selbst und hindert mich an&#8230;ja an was&#8230; an einem Wohlgef\u00fchl, das man hier zu vermissen beginnt. 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