{"id":10638,"date":"2020-06-26T07:40:09","date_gmt":"2020-06-26T07:40:09","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=10638"},"modified":"2020-06-26T07:44:16","modified_gmt":"2020-06-26T07:44:16","slug":"immer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=10638","title":{"rendered":"immer"},"content":{"rendered":"<h1><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-10639\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/20200625_163219-294x300.jpg\" alt=\"\" width=\"355\" height=\"362\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/20200625_163219-294x300.jpg 294w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/20200625_163219-768x785.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/20200625_163219.jpg 867w\" sizes=\"auto, (max-width: 355px) 100vw, 355px\" \/><\/h1>\n<h5>Das &#8222;Immer&#8220;, oder vielmehr das &#8222;Das war doch schon immer so&#8220;\u00a0 hat mich nie so richtig \u00fcberzeugt. Vor allem kennt man es ja von sich selbst, wenn man sich gegenseitig das Immer \u00fcberst\u00fclpt, obwohl es ja ein Immer eigentlich gar nicht geben kann. Auch wenn man sich, sagen wir, in Platos oder Epikurs Leben hineinmutieren kann durch das, was sich an Geschichten durchgesetzt hat, so wei\u00df man doch keineswegs, wie es f\u00fcr einen selbst gewesen\u00a0 w\u00e4re, h\u00e4tte man dort unter den Philosophen nicht die reizenden Knabenlenden gehabt, um die Denker zu gutem Denken anzuspornen, oder w\u00e4re gar eine Frau gewesen, und eben leider nicht die geisteskonzipierte Diotima, die gekommen ist, um dem Meister die kontemplative L\u00fccke zu f\u00fcllen, auch wenn ich selbst\u00a0 ihre Darbietung nicht \u00fcberzeugend finde, oder auch von der Zeit \u00fcberholt. Was man nat\u00fcrlich vom illusion\u00e4ren &#8218;Immer&#8216; lernen kann ist, dass es eben so scheint, als w\u00fcrde der Mensch trotz aller erbaulichen Erhabenheiten nicht wirklich vorankommen und immer wieder dieselben tumben Dinge tun, die da, wo das Bewusstsein pflegt, sich gerne aufzuhalten, zuweilen zu Erregungen f\u00fchrt oder gar zu Selbstt\u00f6tungen. Und klar, die Skala menschlicher Ausdrucksformen kann sich nur im Rahmen der vorhandenen Gedanken und Gef\u00fchle abspielen, mal dunkler, mal heller, meistens ein Gemisch vom Zwischendrin, selten ganz schwarz, selten ganz hell. So zieht es halt durch die Menschheitshistorie, manchmal schon auch sehr extrem kost\u00fcmiert, und immer haben es zumindest s o viele mitgemacht, dass es sich durchsetzen konnte, von Burka bis Genitalverst\u00fcmmelung, das jeweilige Menschsein, das alle in ihrem eigenen Augenblick f\u00fcr das wahre Leben halten. Interessanterweise kommen ja nun in der Corona-Zeit scheinbar wie von selbst die eher guten alten Fragen hervor, auch im neuen Wort-Dress nat\u00fcrlich, man muss sich da weiterhin schulen und war froh, dass andere auch nichts von der Leopoldina wussten, so als h\u00e4tte man was Geistiges verpasst, was sich immerhin f\u00fcr die kl\u00fcgste und unabh\u00e4ngigste Stimme weit und breit h\u00e4lt. Das gab&#8217;s auch schon immer, den Club of Rome, den Weisenrat. Und beim nochmaligen Immerhin kann man heute wenigstens einen weisheitspachtenden Pr\u00e4sidenten nach der Anzahl weiblicher Mitglieder befragen und Befremdung ausdr\u00fccken, wenn es 2 unter 1 400 Mitgliedern sind. Die wirkliche stille Revolution findet, und das nun wirklich schon immer, in einer Tiefe statt, zu der kein technisches Werkzeug Zugang hat. Da sickert es durch tonlose Siebe, da lotet es aus und wiegt auf unsagbaren Waagen und Wegen, da pendelt es zwischen Unw\u00e4gbarkeiten permant aus, da webt es das Fadenlose und surft durch nie dagewesene Wellen. Oder ist es vielleicht gar kein Tiefunten, sondern findet im Hochoben statt, oder hat es den ganzen Weg zur Verf\u00fcgung, und tanzt am Schluss ohne Seil?<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das &#8222;Immer&#8220;, oder vielmehr das &#8222;Das war doch schon immer so&#8220;\u00a0 hat mich nie so richtig \u00fcberzeugt. Vor allem kennt man es ja von sich selbst, wenn man sich gegenseitig das Immer \u00fcberst\u00fclpt, obwohl es ja ein Immer eigentlich gar nicht geben kann. 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