{"id":10612,"date":"2020-06-23T08:18:32","date_gmt":"2020-06-23T08:18:32","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=10612"},"modified":"2021-05-07T08:48:34","modified_gmt":"2021-05-07T08:48:34","slug":"anstellen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=10612","title":{"rendered":"anstellen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-10613\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/20200623_073320-296x300.jpg\" alt=\"\" width=\"353\" height=\"358\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/20200623_073320-296x300.jpg 296w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/20200623_073320-768x778.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/20200623_073320.jpg 876w\" sizes=\"auto, (max-width: 353px) 100vw, 353px\" \/><\/p>\n<h5>Nein, kann ich nicht feststellen, dass mein Geist sich in den endlosen Hallen der Fleischindustrie aufhalten m\u00f6chte, obwohl ich es erheiternd fand zu h\u00f6ren, dass\u00a0 nach einer Sitzung mit Angela Merkel, wo es anscheinend oft W\u00fcrstchen gab, nun zum ersten Mal ein vegetarisches Essen serviert wurde. Einerseits: wen k\u00fcmmert&#8217;s, was sie oder Andere in sich hineintun. D i e Zeiten sind auch vorbei, in denen man f\u00fcr die unbemerkt missionarischen Tendenzen im eigenen Saal ein Schlusskonzert geben konnte. Des K\u00fcmmerns Blick hat sich wohl verlagert. Man schaut zum Beispiel leicht verst\u00f6rt auf die jetzt endlich stillgelegte T\u00f6nnies-Drehreklame auf dem Dach der Schl\u00e4chterei, auf der eine kindlichfreundliche Kuh mit einem kindlichfreundlichen Schwein und einem netten Huhn sich schon\u00a0 zusammen seit Jahrzehnten \u00fcber der Menschenschinderei und der Tierschinderei in Vorgaukelrunden drehen, so als w\u00fcsste keiner, was da los ist, weil der Geist so willig ist und das Fleisch so vollgepumpt mit sch\u00e4dlichen Substanzen und so billig zu haben, weil das Vieh, wie man es gerne nennt, gar nicht viel z\u00e4hlt au\u00dfer, dass man davon profitiert. Auch schliddere ich immer unh\u00e4ufiger in die eigent\u00fcmliche Vorstellung, der Mensch ginge auf etwas zu, was er auch noch sein k\u00f6nnte au\u00dfer dem, was er bereits schon ist, was Henne und Ei wieder in den Urgrund der Fragen treibt, und dann auf dem Hof kann man damit machen, was man m\u00f6chte, es als normal oder nat\u00fcrlich betrachten, oder als des Geistes befreiten Zustand, wenn es einem gelingt, die Trennungsmauer mental zu entfernen. Und es ist nicht berichtet worden, dass dann das Spiel verschwindet, nein, da f\u00e4ngt die Freude am Spiel ja erst richtig an. St\u00e4ndig bekommt man Karten in die Hand oder setzt eine Zahl, bevor das &#8218;rien ne va plus&#8216; ert\u00f6nt, eben der Einsatz, der gemacht ist, den kann man nicht r\u00fcckg\u00e4ngig machen. Dann kommen andere Aufmerksamkeiten ins Spiel. Je ge\u00fcbter ich bin, desto wunderbarer kann sich der scheinbare Zufall durch meinen Umgang damit gestalten, und es ist ja durchaus nichts Schadendes, sich einem guten Gelingen entgegen zu neigen, denn lebendiger kann es nicht werden als da, wo sich der Nu noch entfalten l\u00e4sst, bevor er auf Nimmerwiedersehen verschwindet. Deswegen kann Herr T\u00f6nnies sich tausendmal entschuldigen, um die Kratzer auf seinem Image zu verdecken, und kann ein paar Milli\u00f6nchen in das Virustesten stecken, er bleibt trotzdem Herr T\u00f6nnies der Schl\u00e4chter, der sich am Schinden bereichert hat. Gleicherma\u00dfen kann die Wertsch\u00e4tzung des Lebendigen jederzeit einen Schub erfahren, denn auch die Kunst aus den Jahrzehnten ist voll mit Schinden und mit Schlachten, und wie viel kann man da lernen \u00fcber den Umgang mit Fleisch, bis hin zu Benn und Abramovic\u00b4 und Bacon undsoweiter. Was will ich sagen, vielleicht gar nicht so sehr sagen wollen als hintasten mit Worten zu den erschreckenden Feldern des Menschseins und was man so alles anstellen kann auf dieser Weltenb\u00fchne.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nein, kann ich nicht feststellen, dass mein Geist sich in den endlosen Hallen der Fleischindustrie aufhalten m\u00f6chte, obwohl ich es erheiternd fand zu h\u00f6ren, dass\u00a0 nach einer Sitzung mit Angela Merkel, wo es anscheinend oft W\u00fcrstchen gab, nun zum ersten Mal ein vegetarisches Essen serviert wurde. 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