{"id":10607,"date":"2020-06-22T09:09:32","date_gmt":"2020-06-22T09:09:32","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=10607"},"modified":"2020-06-24T08:38:13","modified_gmt":"2020-06-24T08:38:13","slug":"seinzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=10607","title":{"rendered":"seinzen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-10608\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/20200622_073017-294x300.jpg\" alt=\"\" width=\"364\" height=\"371\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/20200622_073017-294x300.jpg 294w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/20200622_073017-768x783.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/20200622_073017.jpg 860w\" sizes=\"auto, (max-width: 364px) 100vw, 364px\" \/><\/p>\n<h5>Gleich zweimal hintereinander erhalte ich\u00a0 identische Botschaften mit identischen Emojis zugeschickt, von denen befreundete Menschen zuweilen denken, man m\u00fcsste sie auch erhalten. Diesmal ist sie von Anden-Schamanen, die schon immer vieles\u00a0 angeblich besser wussten und uns nun per Mail sagen, was alles auf uns zukommt. Das sind jetzt keine Verschw\u00f6rungstheorien, obwohl die digitale Verbreitung \u00e4hnlich gestrickt ist, denn man denkt, die Anderen m\u00fcssten auch davon Kunde bekommen, was man selbst zu wissen meint. Das Unertr\u00e4gliche an der Esoterik ist, dass sie oft von einem hochemotionalen Besserwisserdrang gesteuert\u00a0 wird und von schlechthin un\u00fcberpr\u00fcfbaren Kriterien getragen. Irgendwelche Anden-Schmamanen, ja wer denn genau, und ach echt, hochgradige Energien werden gerade aus g\u00f6ttlicher Quelle erhalten. Nat\u00fcrlich geht die Frage an mich, denn was finde ich denn hier so unertr\u00e4glich, muss es ja auch nicht wirklich ertragen und kann einfach weiterbl\u00e4ttern oder darum bitten, mich von potentiellen Listen streichen zu lassen, auf denen ich vermerkt bin (wie konnte das geschehen) als jemand, dem oder der man d a s zuschickt, was man selbst f\u00fcr spirituelle Weisheit h\u00e4lt oder so, oder wie ist es denn. Na ja, es ist halt, wie es ist, des Geistes letztendlich befreiende Haltung, und man selbst ist eben auch stets und ohne Ausnahme das, was man ist, was zu den bekannten tieferen Fragen f\u00fchrt, ohne dass Antwort in Sicht ist. Das Virus als Zeitbegleiter im Drama des Ungewissen. In der Innenstadt von Stuttgart, wo man glaubte, eine der biederen Weltzentralen zu wittern, bricht der freigelegte Zerst\u00f6rungswahn aus, oder ist gerade sie, die Vernichtungswut, das Biedere, das sich selbst nicht mehr ertragen kann. Oder ist es die Wirkung des Zusammenseins in h\u00e4uslichen\u00a0 Verh\u00e4ltnissen, wo keinerlei Bedingungen erschaffen werden konnten, unter denen es sich zusammen leben l\u00e4sst. Der Lockdown als eine Art Folterkammer, in der bedrohtes Leben einen Fluchtweg sucht? An anderer Stelle wird noch gerungen. Ein neues Buch von Agamben wird in der Zeit besprochen. Warum wir nicht mehr wissen, was das Leben ist, wird gefragt. Auch sagte Agamben wohl neulich mal, er halte die Pandemie f\u00fcr eine staatliche Erfindung, um den Ausnahmezustand ausrufen zu k\u00f6nnen, weil sich politische Macht nur noch als Notstand legimitiere. Ja, und das Virus als Entbl\u00f6\u00dfer der Moderne wird auch erw\u00e4hnt. &#8218;Rette das Feuer des Seins&#8216;, hei\u00dft der Artikel. M\u00fchelos streift man von Anden-Schamanen zu Agamben, und was nicht noch alles dazwischen passiert an eigener Reflektion \u00fcber das Ganze, denn ein Ganzes ist es doch nach wie vor, egal, was ich dar\u00fcber denke (vom Ganzen her gesehen). Und dass &#8218;Sein&#8216; und &#8218;Worte&#8216; eine ung\u00fcnstige Symbiose eingehen k\u00f6nnen, ist auch zu beobachten. Man kann sehr viel \u00fcber etwas wissen, ohne zu wissen, was es ist. Einerseits das Sein, andrerseits die Worte, und in welchem Verh\u00e4tnis sie stehen. Unheimlich finde ich auch, dass bei den ganzen T\u00f6nnies Machenschaften noch nie \u00fcber die Tiere gesprochen wurde. Wem will man keinen Schaden mehr zuf\u00fcgen, und wer schadet \u00fcberhaupt wem, und durch was. So nimmt man an einem Montagmorgen nach der Sommersonnenwende zum Beispiel einen Besen mit Teleskopstiel und kehrt der Welt den R\u00fccken. Das braucht sie manchmal, die eigene Welt nat\u00fcrlich, damit man wieder klar blicken kann.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gleich zweimal hintereinander erhalte ich\u00a0 identische Botschaften mit identischen Emojis zugeschickt, von denen befreundete Menschen zuweilen denken, man m\u00fcsste sie auch erhalten. Diesmal ist sie von Anden-Schamanen, die schon immer vieles\u00a0 angeblich besser wussten und uns nun per Mail sagen, was alles auf uns zukommt. 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