{"id":10597,"date":"2020-06-20T08:49:37","date_gmt":"2020-06-20T08:49:37","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=10597"},"modified":"2020-06-20T08:55:17","modified_gmt":"2020-06-20T08:55:17","slug":"eye","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=10597","title":{"rendered":"Eye"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-10598\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/20200620_074444-258x300.png\" alt=\"\" width=\"362\" height=\"421\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/20200620_074444-258x300.png 258w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/20200620_074444-768x893.png 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/20200620_074444.png 809w\" sizes=\"auto, (max-width: 362px) 100vw, 362px\" \/><\/p>\n<h5>Da ich ganz pers\u00f6nlich (mit Verlaub), noch gar keine Begegnung mit dem Virus als Todesbotschafter hatte, lasse ich mich zwar zuweilen bewegen von den Zahlen, die her\u00fcberwehen aus den Welten, und klar wei\u00df ich: da ist was am W\u00fcten. Und es ist auch nicht so, dass ich nur den Garten sehe, in dem sich meine eigene Lebensweise (mit Anderen zusammen) entwickelt, nein. Ich erinnere mich daran, dass ich verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig fr\u00fch den Tellerrand verlassen habe, oder vielleicht gab es in den Nachwehen des Krieges noch gar keinen Tellerrand, von dem aus man hineintauchen konnte in den schillernden Ozean der Gel\u00fcste, oder auch sich leidenschaftlich hineinst\u00fcrzen in die Fluten des Ungewissen, oder einen Umgang der erotischen Reserviertheit (oder Entgrenzheit) pflegen, oder was sich da zeitweilig an M\u00f6glichem auftat nach dem Quantensprung. Oder waren das etwa auch noch die Irrg\u00e4rten des Illusion\u00e4ren, oder wer will noch irgendwas oder irgendwen die letzten Wahrheiten oder Wahrheitstr\u00e4ger nennen. Und klar ist das sch\u00f6n in letzter Konsequenz: ein Ei sein, das sich selbst befruchtet, also ein Ich, das sich selbst erkennt, und die Frucht anderer Wesen im dialogischen Miteinander uneingeschr\u00e4nkt sch\u00e4tzen kann. Denn man ist gebunden, ja, an sich selbst ganz sicherlich, denn wo immer ich auch hingehe, da bin ich mit mir zusammen. Gerne lasse ich das an Sokrates angebundene Zitat durch, das da besagt, dass er, Sokrates, keinen Mord begehen w\u00fcrde, weil er mit keinem M\u00f6rder leben will. Der Entscheidungsfreiraum ist hier das Wesentliche. Wenn mir ab und zu mal ein t\u00e4towierter Mensch auf meine Fragen, was dieses schmerzhafte Einritzen f\u00fcr ihn oder sie bedeutet und \u00f6fters h\u00f6rte, dass es als Schmerzmittel gilt, also Schmerz mit anderem Schmerz abgestumpft, dann kann man das auch eine gute Entscheidung nennen, denn es kann eine vor\u00fcbergehende Hilfe sein, wobei es dann ja auch meistens bleibt. Der Tellerrand als Verh\u00fctungsmittel und Kampfarena gegen tiefere Erlebensschichten. Wenn man sich aber dennoch einlassen kann auf die Reiche, die sich im Inneren wie von alleine angesiedelt haben, dann lernt man, das Chaos in eine f\u00fcr einen selbst stimmige Ordnung zu bringen. Hier und da l\u00e4sst man es ungez\u00e4hmt wuchern, dann wieder l\u00e4sst man sich begeistern und anstecken von der Eleganz des Spiels, denn kein Zweifel: das w\u00e4chst in jeder Hinsicht grandios und emotionslos \u00fcber einen hinaus, gleichzeitig als Potential, als Geist, als undeutbare, aber formwillige Wirklichkeit. Das wiederum soll uns nicht abhalten vom Deuten, vom F\u00fchlen, vom Schauen. Und wenn ein\/e Andere\/r es mal wirklich besser wei\u00df als man selbst, das ist auch ganz sch\u00f6n. Und aufpassen, dass man nicht in den schmuddeligen Sog des D\u00fcrfens schliddert, und ja!, &#8217;niemand hat das Recht zu gehorchen.*<\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>*Hannah Arendt<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da ich ganz pers\u00f6nlich (mit Verlaub), noch gar keine Begegnung mit dem Virus als Todesbotschafter hatte, lasse ich mich zwar zuweilen bewegen von den Zahlen, die her\u00fcberwehen aus den Welten, und klar wei\u00df ich: da ist was am W\u00fcten. 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