{"id":10543,"date":"2020-06-15T08:15:41","date_gmt":"2020-06-15T08:15:41","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=10543"},"modified":"2020-06-16T14:49:57","modified_gmt":"2020-06-16T14:49:57","slug":"wir-tragen-die-maske","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=10543","title":{"rendered":"Wir tragen die Maske"},"content":{"rendered":"<div class=\"pb-5 col-md-7 offset-md-1\" data-v-101110cb=\"\">\n<div class=\"card-header pb-2 pt-3 bg-white\" data-v-101110cb=\"\">\n<div data-v-101110cb=\"\">\n<h5 class=\"d-flex poem__title mb-1\">\u00a0Im Zusammenhang mit den weltweiten Protesten gegen Rassismus tauchten meine eigenen Verbindungen mit dunkelh\u00e4utigen Menschen auf. Aus diesen vielseitigen und ber\u00fchrenden Erfahrungen heraus fiel mir auch die Frau wieder ein, der ich gestern meinen Blog gewidmet (ich kannte sie als B\u00fcrgerrechtlerin) und mich entschieden habe, das Gedicht nicht auf Deutsch zu \u00fcbersetzen, ich wollte es in der geschriebenen Sprache behalten. Sie spricht ja, wie sie auch vorher erz\u00e4hlt, zuerst das Gedicht von Paul Dunbar (1872! geboren), das den Titel &#8222;Wir tragen die Maske&#8220; tr\u00e4gt. Das will ich (weiter unten) noch einmal separat zeigen, ein tiefverwundetes Gedicht \u00fcber die Entscheidung, sich die Erniedrigungen durch den (wei\u00dfen) Menschen nicht anmerken zu lassen. Maya Angelou f\u00e4hrt mit ihrem eigenen Erleben fort. Sie hat einmal als Schaffnerin in einem Bus gearbeitet und dort eine Frau 9 Monate lang beobachtet, wie deren Gesicht immer wieder zu einem L\u00e4cheln erfriert, bis sie diese Grimasse als einen &#8218;\u00dcberlebens-Apparatus&#8216; erkennt. Sie sind stolz, sagt sie, und wollen nicht als Opfer gesehen werden, obwohl ihre Gro\u00dfv\u00e4ter noch wussten, dass sie nur wegen der Unterwerfung alle \u00fcberleben konnten und das auch geraten haben. Das hat man ja jetzt verstanden, wer und wo auch immer, dass diese Rassendiskriminierung in uns Menschen angelegt ist. Es ist auch nicht nur die unertr\u00e4gliche Arroganz des wei\u00dfen Mannes (und was denkt die wei\u00dfe Frau?), sondern es kriegt und krieselt \u00fcberall zwischen Rassen und\u00a0 St\u00e4mmen und L\u00e4ndern und Religionen. Und der Krieg, der zwischen V\u00f6lkern ausbricht, deren Soldaten alle auf hohem Niveau ausgebildet sind, ist auch in seinen Grundfesten nicht besser und edler als der Kampf zwischen Hutu und Tutsi, obwohl man es gern so sehen w\u00fcrde. Die Frage, wie man Fremdheit gegen\u00fcber eingestellt ist, wohnt in jedem Haushalt. Alle sind sich fremd, und dass man sich aneinander gew\u00f6hnen kann, klingt nicht wie die letzte Weisheit. Und wo und auf welche Weise k\u00f6nnen sich auf dieser Erde Menschen erholen, die nichts anderes kennengelernt haben als Zerst\u00f6rung und Vernichtung. Und dann wiederum wird noch viel zu viel geschwiegen von den Frauen und Kindern, die dem Frust der M\u00e4nner durch diese Erniedrigungen ausgeliefert sind. Wenn einem die Verbrechen des Menschen zu Bewusstsein kommen, kann es einem schon schwindelig werden. Denn es ist wahr, dass es keine Gerechtigkeit gibt, obwohl es gut ist, dass zur Zeit wieder einmal so ausdauernd darum gek\u00e4mpft wird, denn ja, wenn das Ma\u00df der illegalen \u00dcberschreitungen voll ist, dann braucht es dringend Nachdenken und angemessene Gesetze, die dem Schlimmsten zumindest eine Hemmschwelle bieten. Wenn man eine schwarze Haut hat, kann das viel bedeuten. Mich r\u00fchrt die Abgrundtiefe des Fremdartigen, dem wir uns so schwer \u00f6ffnen k\u00f6nnen, dieser Mangel an Bereitschaft, erst einmal erfahren zu wollen, wer der Andere ist, und wie es ihm geht. Einmal lief ich morgens in einer Gro\u00dfstadt an einer Wiese vorbei, auf der ein dunkelh\u00e4utiger Mann im Anzug, der offensichtlich dort geschlafen hatte, sich zum Gehen sortierte, mit einem Reisekoffer neben sich. Noch heute gr\u00e4mt es mich, dass ich nicht den Mut hatte, mich nach seiner Situation zu erkundigen, da ich die Besch\u00e4mung dieser Situation deutlich sp\u00fcrte. Manchmal gen\u00fcgen ja ein paar Worte, um einem Menschen oder sich selbst wieder in die an einem vorbeitrudelnde Welt\u00a0 zu verhelfen, mit der man ins Fremdeln gekommen war. Und was f\u00fcr ein Wunder es doch war, dass Barack Obama trotz all unserer Bef\u00fcrchtungen dann doch nicht gekreuzigt wurde und diese phantastische Frau hat, die einem das Frausein herzw\u00e4rmend erweitert, denn Menschsein an sich hat\u00a0 viel, aber nicht alles mit Bildung und Leistung undsoweiter zu tun, und gerne, oder angeregt durch eine Not, kontempliert man immer mal wieder, mit was es nun tats\u00e4chlich zu tun hat, das Menschsein, und auf welchen Wegen auch immer man dort hingelangt. Rumi sprach von seinem Gl\u00fcck, endlich im Kreis der Liebenden angekommen zu sein. Er meinte keine Gruppe, und keine Nation und keinen Kreis, sondern das, was a u c h da ist, nur eben mehr M\u00fche kostet, obwohl kein Preisschild daran h\u00e4ngt und keine Medaille.<\/h5>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<aside class=\"col-md-4\" data-v-101110cb=\"\">\n<div class=\"poet--aside px-4\" data-v-101110cb=\"\">\n<div class=\"poet--aside__image\" data-v-101110cb=\"\"><img decoding=\"async\" class=\"img-fluid\" src=\"https:\/\/api.poets.org\/sites\/default\/files\/styles\/poem_a_day_portrait\/public\/images\/biographies\/pldunbar.jpg?itok=WBmu5ETE\" alt=\"Paul Laurence Dunbar\" data-v-101110cb=\"\" \/><\/div>\n<div class=\"poet--aside__bio text-dark-muted my-3\" data-v-101110cb=\"\">\n<p>Paul Laurence Dunbar, born in 1872 and the<br \/>\nauthor of numerous collections of poetry and prose,<br \/>\nwas\u00a0one of the first African American poets to gain<br \/>\nnational recognition.<\/p>\n<div class=\"card-header pb-2 pt-3 bg-white\" data-v-101110cb=\"\">\n<div data-v-101110cb=\"\">\n<div class=\"d-flex poem__title mb-1\" data-v-101110cb=\"\">\n<h1 class=\"card-title\" data-v-101110cb=\"\">We Wear the Mask<\/h1>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"card-body\" data-v-101110cb=\"\">\n<div class=\"poem__body px-md-4 font-serif\" data-v-101110cb=\"\">\n<h4><span class=\"long-line\">We wear the mask that grins and lies,<\/span><br \/>\n<span class=\"long-line\">It hides our cheeks and shades our eyes,\u2014 <\/span><br \/>\n<span class=\"long-line\">This debt we pay to human guile; <\/span><br \/>\n<span class=\"long-line\">With torn and bleeding hearts we smile <\/span><br \/>\n<span class=\"long-line\">And mouth with myriad subtleties,<\/span><\/h4>\n<h4><span class=\"long-line\">Why should the world be over-wise,<\/span><br \/>\n<span class=\"long-line\">In counting all our tears and sighs? <\/span><br \/>\n<span class=\"long-line\">Nay, let them only see us, while <\/span><br \/>\n<span class=\"long-line\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0We wear the mask.<\/span><\/h4>\n<h4><span class=\"long-line\">We smile, but oh great Christ, our cries<\/span><br \/>\n<span class=\"long-line\">To thee from tortured souls arise.<\/span><br \/>\n<span class=\"long-line\">We sing, but oh the clay is vile <\/span><br \/>\n<span class=\"long-line\">Beneath our feet, and long the mile,<\/span><br \/>\n<span class=\"long-line\">But let the world dream otherwise, <\/span><br \/>\n<span class=\"long-line\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0We wear the mask!<\/span><\/h4>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"sign-up p-3 bg-black\" data-v-296635e0=\"\" data-v-101110cb=\"\">\n<form class=\"\" data-v-296635e0=\"\">\n<div class=\"input-group\" role=\"group\" data-v-296635e0=\"\"><\/div>\n<\/form>\n<\/div>\n<\/aside>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0Im Zusammenhang mit den weltweiten Protesten gegen Rassismus tauchten meine eigenen Verbindungen mit dunkelh\u00e4utigen Menschen auf. 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