{"id":10533,"date":"2020-06-13T08:36:32","date_gmt":"2020-06-13T08:36:32","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=10533"},"modified":"2020-06-13T08:36:32","modified_gmt":"2020-06-13T08:36:32","slug":"gefuehle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=10533","title":{"rendered":"Gef\u00fchle"},"content":{"rendered":"<h5>\u00a0<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-10535\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/20200613_093251-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"369\" height=\"369\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/20200613_093251-300x300.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/20200613_093251-150x150.jpg 150w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/20200613_093251-365x365.jpg 365w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/20200613_093251-500x500.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 369px) 100vw, 369px\" \/><\/h5>\n<h5>Ein Spiel: Man nimmt aus einer Zeitung oder ein paar B\u00fcchern, die herumliegen, schnell und ohne viel zu \u00fcberlegen, 10 Worte oder S\u00e4tze heraus, die einen ansprechen, und schreibt sie auf ein Papier. Daraus macht man dann in einem Zeitraum von zehn Minuten eine Geschichte. Hat man die Geschichte, dann w\u00e4hlt man, m\u00f6glichst aus einem Hut mit verschiedenen, beschriebenen Schnipseln, ein Gef\u00fchl heraus und schreibt dann den Text nochmal, ver\u00e4ndert durch das Gef\u00fchl. Man merkt, dass durch das Zuf\u00fcgen des Gef\u00fchls, egal, was f\u00fcr ein&#8217;s, der Text belebt wird, denn Gef\u00fchle erschaffen offensichtlich Verbindung. Ja, hatte man denn vorher keine Gef\u00fchle, k\u00f6nnte man sich fragen. Wahrscheinlich schon, aber wenn man die eigene Befindlichkeit nicht bewusst erfasst hat, steht sie einem auch nicht zur Verf\u00fcgung. Nun ist vermutlich so ziemlich jeder Mensch ein wandelndes Energiefeld von Emotionen und Gef\u00fchlen, zwischen denen man auch noch unterscheiden muss. Fr\u00fcher habe ich mich immer dusselig ge\u00e4rgert, wenn mir z.B. bei einem Film die Tr\u00e4nen kamen, und ich kann es immer noch nicht leiden. Eigentlich will ich in so etwas produziert Emotionales nicht hineingelockt werden. Dar\u00fcber kann man streiten, zum Beispiel ob man nicht grunds\u00e4tzlich Dankbarkeit empfinden k\u00f6nnte \u00fcber jedwede Gef\u00fchlslockerung, aber das kommt mir albern vor. Neulich kamen mir tats\u00e4chlich Tr\u00e4nen in die Augen beim Lesen von Rose Ausl\u00e4nders Gedichten. Da war es so, dass man an der Transzendenz ihres zutiefst pers\u00f6nlich Erlebten hinein in eine zeitlose Poesie teilnehmen konnte. Es war eine Dankbarkeit f\u00fcr die Kraft des Sch\u00f6pferischen, die solch Wunderbares erm\u00f6glicht. Einmal in Indien, als ich mich in einer h\u00f6chst bedrohlichen Situation mit zwei M\u00e4nnern befand, sp\u00fcrte ich, wie jedes Gef\u00fchl aus mir verschwand, vor allem aber die Angst, und es wurde kalt. Aus dieser K\u00e4lte heraus kamen Eingebungen, die mir letztendlich einen Fluchtweg er\u00f6ffneten. Ich habe mich ein paar Mal in Situationen vorgefunden, die mir nur dadurch Schutz boten, indem keine Auswahl von Gef\u00fchlen verf\u00fcgbar war. Hat man eine Wahl? Ich denke, dass \u00fcberall, wo man keine hat, im Hintergrund eine Szene sich verbirgt, die noch entl\u00f6st werden muss, denn warum w\u00e4re ich sonst der verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig schmalen Palette der erfassten Gef\u00fchle ausgeliefert? Und wer kennt es nicht, dass man inmitten eines heftigen Streites ans Telefon gehen kann, um dort als glaubhaft liebensw\u00fcrdig zu erscheinen, oder auch zu sein. Ist das nicht eine Form der Freiheit, dass ich das ganze Material zur Verf\u00fcgung habe, um damit bewusst und ungest\u00f6rt das Bild zu kreiren, in dem ich lebe? Denn es geht ja vor allem auch um das Zusammenspiel mit den Anderen, die einem wiederum mit ihrem eigenen Gef\u00fchlshaushalt entgegen kommen. Auf dieser Ebene des Spiels geht es wahrlich um alles und auch um nichts. Das Nichts, das hier seine Bestimmung findet, hat das Alles als sein Potential. Sie sind gewisserma\u00dfen untrennbar und handeln als ein Ganzes uneingeschr\u00e4nkt aus sich selbst heraus.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 Ein Spiel: Man nimmt aus einer Zeitung oder ein paar B\u00fcchern, die herumliegen, schnell und ohne viel zu \u00fcberlegen, 10 Worte oder S\u00e4tze heraus, die einen ansprechen, und schreibt sie auf ein Papier. Daraus macht man dann in einem Zeitraum von zehn Minuten eine Geschichte. 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