{"id":10494,"date":"2020-06-08T10:20:48","date_gmt":"2020-06-08T10:20:48","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=10494"},"modified":"2020-06-08T10:20:48","modified_gmt":"2020-06-08T10:20:48","slug":"fehlen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=10494","title":{"rendered":"fehlen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-10504\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/20200608_095256-210x300.png\" alt=\"\" width=\"210\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/20200608_095256-210x300.png 210w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/20200608_095256.png 468w\" sizes=\"auto, (max-width: 210px) 100vw, 210px\" \/> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-10507\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/20200608_095445-e1591606202350-225x300.png\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/20200608_095445-e1591606202350-225x300.png 225w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/20200608_095445-e1591606202350-768x1023.png 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/20200608_095445-e1591606202350-769x1024.png 769w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/20200608_095445-e1591606202350.png 1072w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/p>\n<h5>So, wie das Virus unter den Viren zu einer derart weltbewegenden Bedeutsamkeit kommen konnte, an der sich die Geister wetzen konnten und k\u00f6nnen, ohne jemals zu einer zufriedenstellenden Antwort zu kommen, da es sie m\u00f6glicherweise gar nicht gibt, so gibt es Menschen, deren Tod das Z\u00fcnglein an einer Waage wird, das eigene Worte findet f\u00fcr den Ausbruch der Krankheit. Aber vor allem ist es ein bestimmter Moment, wo die lange verdr\u00e4ngte Krankheit nach einem Heilweg sucht, nachdem die notwendige Aufmerksamkeit auf das Krankenbild gefallen ist und eine vorl\u00e4ufige Diagnose m\u00f6glich macht. \u00dcberhaupt taucht an einem bestimmten Punkt des kollektiven Erlebens die Frage auf, wie krank eine Gesellschaft denn bereits ist im Moment eines gesellschaftlichen (relativen) Erwachens, und wann es an der Zeit ist, unzumutbare Verbrechen mehr in den Blick, und das hei\u00dft jedermanns Blick, zu nehmen. Denn ja, es gab schon immer Proteste und Demonstrationen, aber zuweilen scheinen tats\u00e4chlich neue (vor allem junge und frische) Kr\u00e4fte das sogenannte Normale und Akzeptierte zu durchdringen. Und nun k\u00f6nnen wir inmitten einer Pandemie auf einmal auch kluge und nicht nur wissensvolle Reden h\u00f6ren, sondern ber\u00fchrende Worte, die dem Unsagbaren entsprechen. Denn es wei\u00df niemand, wie viele Menschen in aller Herren L\u00e4nder in irgendwelchen dunklen Ecken wegen ihrer Hautfarbe gedem\u00fctigt und get\u00f6tet wurden, und irgendwann reicht&#8217;s einfach, wie auch immer dieses Reichen zustande kommt. Und in der typischen Ambivalenz des menschlichen Umgangs mit den hervorgebrachten Dingen dieser Welt sehen wir auf der einen Seite, wie hilfreich die digitale Entwicklung sein kann, indem sie den M\u00f6rder im Bild unwiderruflich festh\u00e4lt, und andrerseits baut ein Technik-Experte mit (vermuteter Unterst\u00fctzung) seiner Mutter in einer Gartenlaube ein (weiteres) superverschl\u00fcsseltes Netz f\u00fcr Kindesmissbrauch auf, und man fragt sich wieder mal, wie kann das sein, dass keine\/r undsoweiter, und man selbst es auch nicht rechtzeitig bemerkt\u00a0 oder gewusst hat, dass der Ehemann der Freundin \u00f6fters mal nackt auf den Kindern herumlag, bis sie nicht mehr nach Hause wollten. Das war in Indien, wo man auch nicht wusste,\u00a0 wie lange das eigentlich alles schon aus dem Ruder l\u00e4uft, weil vor allem innerhalb der Familien jeder Mann wei\u00df, dass hier niemand wegrennen oder \u00fcberhaupt dar\u00fcber sprechen kann. Es gibt, wenn man nicht dar\u00fcber sprechen kann, ja auch keine Worte daf\u00fcr. Wie soll man eine Tat, bei der ein Mann ein einj\u00e4hriges Kind schwer sexuell missbraucht, jemals verstehen. Die Kindesmisshandlung, so h\u00f6re ich heute in den drei Minuten Nachrichten, die ich morgens noch als die t\u00e4gliche Nachrichtendosis h\u00f6re, ist in der Corona-Zeit um 30% angestiegen. Da gibt es nicht so viele Gef\u00fchle, zu denen man Zuflucht nehmen kann. Es gibt das Schicksalspaket, das auch f\u00fcr jedes Kind allein durch die Lebensart der Eltern schon gen\u00fcgend geschn\u00fcrt ist, aber das ist etwas v\u00f6llig anderes als vernichtet zu werden durch enthemmte Triebt\u00e4ter oder wie auch immer man sie nennen k\u00f6nnte, wollte man \u00fcberhaupt Worte f\u00fcr sie finden. Ich denke dann zum Beispiel: warum schwimmt da im Rot ein Kind herum in meiner Pinselei. Und ein entsetztes Auge schaut in die andere Richtung. Und zwischen ihnen fehlt die liebevolle Bindung, ohne die jedes Verbrechen potentiellen Zugang hat zur zerbrechlichen und zarten Art der Wesen.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So, wie das Virus unter den Viren zu einer derart weltbewegenden Bedeutsamkeit kommen konnte, an der sich die Geister wetzen konnten und k\u00f6nnen, ohne jemals zu einer zufriedenstellenden Antwort zu kommen, da es sie m\u00f6glicherweise gar nicht gibt, so gibt es Menschen, deren Tod das Z\u00fcnglein an einer Waage wird, das eigene Worte findet f\u00fcr [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-10494","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10494","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10494"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10494\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10510,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10494\/revisions\/10510"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10494"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10494"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10494"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}