{"id":10473,"date":"2020-06-03T08:02:04","date_gmt":"2020-06-03T08:02:04","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=10473"},"modified":"2020-06-03T08:10:06","modified_gmt":"2020-06-03T08:10:06","slug":"schwarzheller-mittwoch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=10473","title":{"rendered":"schwarzheller Mittwoch"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-10474\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/20200603_074944-300x300.png\" alt=\"\" width=\"362\" height=\"362\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/20200603_074944-300x300.png 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/20200603_074944-150x150.png 150w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/20200603_074944-768x770.png 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/20200603_074944-365x365.png 365w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/20200603_074944-500x500.png 500w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/20200603_074944.png 973w\" sizes=\"auto, (max-width: 362px) 100vw, 362px\" \/><\/p>\n<h5>Es ist ja nicht nur so, dass man notgedrungener Ma\u00dfen eine Einstellung zu den erschreckenden Geschehnissen unter Menschen haben muss, sondern sie kann durchaus auch willentlich sein, menschlich, mitf\u00fchlend, emp\u00f6rt, dann auch ohnm\u00e4chtig und \u00fcberfordernd und so zwiesp\u00e4ltig in ihren Erscheinungsformen, wie wir es jetzt in Amerika sehen. Ja, immer wohltuend sind die tief betroffenen Stimmen, wenn der Moment gekommen ist in der Zeit, den schon lange vorhandenen Abgrund in den Blick zu nehmen und bereit zu sein, sich an seiner Komplexit\u00e4t abzurackern. Und wenn es so weit geht, dass man permanent auf das Unl\u00f6sbare st\u00f6\u00dft, dann wird das Ganze wahrlich ein un\u00fcberschaubarer Flickenteppich, auf dem sich f\u00fcr keinen gut leben l\u00e4sst. Nun haben wir in Deutschland tats\u00e4chlich einen Abgrund erlebt, aus dem bis heute nicht nur die Reflektionen \u00fcber das Ausma\u00df der Bestialit\u00e4t, das ein Mensch erreichen kann, in die Gesellschaften flie\u00dfen, sondern er zeigt auch, was nach einem totalen Zusammenbruch wieder alles m\u00f6glich ist, ohne dass jemals klar wurde, wer damals im Volk f\u00fcr wen und gegen was war, und genau wann der Moment einsetzte, wo unleugbar dunkle M\u00e4chte am Br\u00fcten waren, denen es um Dinge ging, die mit dem Wort &#8218;menschlich&#8216; gar nicht mehr in Verbindung treten k\u00f6nnen durch ihre Entartung, und der Vergleich mit dem Tier keinerlei Berechtigung mehr hat. Und da sind sie wieder, die Rechten, die Linken, die in vielerlei Formen subversiv Auftretenden. Die Einen schleichen sich in die erst friedlichen Proteste ein, weil sie den F\u00fchrer wollen, der Waffen einsetzt gegen das, was sie selbst nicht haben und k\u00f6nnen, und die Anderen wollen vielleicht nur mal was haben, was zum Verkaufen ist, um leben zu k\u00f6nnen. Die Menschen mit der dunkleren Haut gehen ja nicht nur in Amerika unter, sondern sie versinken weiterhin im Meer oder sterben auf dem Weg dorthin. Ich kannte in meinem Leben einige schwarze Menschen, mit denen ich tief verbunden war, und denen u.a. die Trennung zwischen Schwarz und Wei\u00df auch wichtig war, damit ihre Integration nicht nur aus erwarteter Anpassung besteht. Wie oft bringen Menschen nicht die Kraft auf, sich in ihren engsten Beziehungen zutiefst ber\u00fchrt zeigen zu k\u00f6nnen \u00fcber die \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0\u00a0 Beschaffenheit eines vollkommen anderen Universums, mit dem sie ein belebbares Feld gestalten oder den Zusammenbruch dieses Feldes eingestehen m\u00fcssen. Dann wiederum ist Einsamkeit eines Wesens, die Freude an so manchem Gelingen, die immerhin f\u00fcr jeden existierenden M\u00f6glichkeiten, am Sein mitzugestalten, in welchem Ma\u00dfe auch immer, ein von allen geteiltes Erleben, und nur die Riten und die Rituale, und die Kost\u00fcme und die Rechtsprechungen usw. sich gem\u00e4\u00df der w\u00e4hlenden Menschen formieren, (so weit sie w\u00e4hlen k\u00f6nnen), daher: was macht man, wenn die Entgleisung nicht mehr aufzuhalten ist, kein Pflaster mehr hilft, kein Inhalt mehr zum Schn\u00fcren eines Hilfspakets zur Verf\u00fcgung steht. Eine innere Hemmschwelle tritt ein und weist bescheiden auf die bl\u00fchenden G\u00e4rten des Kepos hin. Klar, was habe ich ganz pers\u00f6nlich f\u00fcr eine andere Wahl, als weiterhin mein Menschsein zu schulen auf den B\u00e4nken der gro\u00dfen Universit\u00e4t, n\u00e4mlich das Ding selbst, das einen nicht lehrt, wie man&#8217;s am liebsten h\u00e4tte, sondern einem die Kraft gibt zu sehen, wie es ist. Denn da lockt eine ganz andere Meisterpr\u00fcfung, die nimmt die Fl\u00fcgel aus dem Wind und setzt den Fu\u00df auf den Boden. Das duale Prinzip \u00f6ffnet seine inh\u00e4rente Begrenzung, denn es ist ja nicht so, dass die Sch\u00e4tze, die\u00a0 noch im Depot liegen, mit dem Verwendungsverbot belastet sind. Nein, es ist noch einfacher, da man nur wissen muss, dass sie da sind. Eben da, um es mal, mit Verlaub, uroborisch auszudr\u00fccken, wo die Schlange sich in den Schwanz bei\u00dft. Trefflicher Ort!<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist ja nicht nur so, dass man notgedrungener Ma\u00dfen eine Einstellung zu den erschreckenden Geschehnissen unter Menschen haben muss, sondern sie kann durchaus auch willentlich sein, menschlich, mitf\u00fchlend, emp\u00f6rt, dann auch ohnm\u00e4chtig und \u00fcberfordernd und so zwiesp\u00e4ltig in ihren Erscheinungsformen, wie wir es jetzt in Amerika sehen. 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