{"id":10347,"date":"2020-05-19T08:02:19","date_gmt":"2020-05-19T08:02:19","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=10347"},"modified":"2020-05-19T08:02:19","modified_gmt":"2020-05-19T08:02:19","slug":"hat-haette","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=10347","title":{"rendered":"hat\/h\u00e4tte"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-10348\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200517_172710-1-179x300.jpg\" alt=\"\" width=\"328\" height=\"550\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200517_172710-1-179x300.jpg 179w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200517_172710-1-768x1289.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200517_172710-1-610x1024.jpg 610w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200517_172710-1.jpg 1074w\" sizes=\"auto, (max-width: 328px) 100vw, 328px\" \/><\/p>\n<h5>Manchmal \u00fcberlege ich mir, ob ich manchen meiner Bilder einen Titel geben soll, damit der potentielle Kreis der Wahrnehmungsm\u00f6glichkeiten zumindest etwas eingeschr\u00e4nkt wird, nat\u00fcrlich vorausgesetzt, die Frage &#8218;was sehe ich denn da?&#8216; taucht \u00fcberhaupt auf. W\u00fcrde ich wiederum z.B. diesem Bild oben den Titel &#8218;Echsenmensch&#8216; geben, w\u00e4re der Blickwinkel stark eingeschr\u00e4nkt, obwohl es zu einer kl\u00e4renden Sicht kommen k\u00f6nnte. Aha also, ein Echsenmensch! Ich habe mich selbst gefragt, ob die hirnrissige Meinung, unter uns lebten Echsenmenschen, die den Planeten an sich rei\u00dfen m\u00f6chten, in meinem Unterbewusstsein etwas ausgel\u00f6st hat. Vielleicht war es das Unverdauliche, das im momentanen Nebel der Verschw\u00f6rungstheorien durch die Nachrichten ging, und, kaum zu glauben, wurde Angela Merkel in diesem Kreis als Reptiloidin erkannt, wor\u00fcber man nicht weiter nachdenken muss, eher eine der Grenzen des Denkens erkennen. Wenn etwas vollkommen absurd wird, kann man es leichter lassen, als wenn noch ein Tr\u00f6pfchen Wahrheit dran h\u00e4ngt. Bei solchen Gruppierungen wie die von Hitlers Attent\u00e4tern muss man davon ausgehen, dass an ihnen noch ein Tr\u00f6pfchen Wahrheit hing, der immerhin zu einer Erkenntnis reichte, auch wenn das Ziel nicht erreicht wurde. Es fand auf jeden Fall eine tiefe Verwandlung statt in diesen paar Geistern, und dass sich \u00fcberhaupt eine Gruppierung fand, die im Angesicht des Irrsinns den Mut hatte, der Vernichtungsmaschinerie ein Ende setzen zu wollen, das ist beachtlich, und gerne w\u00fcsste man, wie sie sich \u00fcber diesen Weg verst\u00e4ndigt hatten, und wie es klar wurde, dass ihre Gedanken in diesselbe Richtung gingen. Es ist ein erschreckender und tiefgreifender Prozess, sich einer Gehirnw\u00e4sche bewusst zu werden, also dass man teilnahm an einem Gedankentum, dessen Inhalt und Substanz man eine Zeitlang f\u00fcr m\u00f6glich hielt, oder die Macht und Anerkennung des Dabeiseins war so gro\u00df, dass man sich verf\u00fchren lie\u00df zu glauben, statt selbst zu reflektieren. In Indien musste ich mich eines Tages, bzw. \u00fcber Jahre hinweg unerm\u00fcdlich entscheiden, dass ich kein Recht habe, einem Menschen seinen Elefantengott wegzuanalysieren, wenn es unausl\u00f6schlich in das Blut geschrieben ist, dass dieser Gott einst lebendig auf der Erde weilte und alles tat, was man nachlesen kann, denn es wird sich wenig an den Anekdoten \u00e4ndern, da absolut unglaubw\u00fcrdige Geschichten die S\u00e4ulen der Gl\u00e4ubigen darstellen. Im indischen Sch\u00f6pfungsepos rastet die Frau des Sch\u00f6pfers einmal aus und mit vor Wut gl\u00fchenden Augen verflucht sie die anwesenden G\u00f6tter und dampft ab auf den naheliegenden Berg, wo sie heute noch lebt. Ich fragte mal einen Brahmanen, ob der Fluch wohl eines Tages mal zu Ende ist, aber solche Fragen sind unerw\u00fcnscht, denn sie r\u00fctteln an den St\u00e4ben, aber nicht wirklich. Es ist so, als w\u00fcrde man einen Christen fragen, ob die Story mit dem Apfel denn mal gegessen sei und ob man trotz verbotenem Wissen mal wieder zur\u00fcck d\u00fcrfte ins Paradies. Aber klar, hat Kain einmal Abel erschlagen, ist der Mord offizieller Teil der Geschichte. Dabei h\u00e4tte es (h\u00e4tte es?) jederzeit anders kommen k\u00f6nnen. Um Jesus zu retten, h\u00e4tte Maria eine Amazonentruppe zu Hilfe rufen k\u00f6nnen, die auf dem Leidensweg dazwischenprescht und den verspotteten G\u00f6ttersohn mitnimmt an einen sicheren Ort, von wo aus er dann nach Kaschmir gebracht wurde, wo ja heute noch sein Wirken bekannt ist und sein letztes Hemd h\u00e4ngt. Gut, wer wei\u00df schon, wie das alles vor sich ging, gerne w\u00fcrde man einen Zeitzeugen fragen. Wegen der Unm\u00f6glichkeit dieses Vorhabens kehrt man zur\u00fcck und wird sich der Historie des eigenen Aufenthaltes bewusst. Wir befinden uns also, wohlgemerkt: ohne Krieg, in einer derart gro\u00dfen Krise, dass niemand wei\u00df, wie weit ihre Finger in unsere Zimmer hineinreichen werden. Aber es ist eben auch Frieden, und die Menschen kehren (maskiert und distanziert) zur\u00fcck zum Vermissten.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Manchmal \u00fcberlege ich mir, ob ich manchen meiner Bilder einen Titel geben soll, damit der potentielle Kreis der Wahrnehmungsm\u00f6glichkeiten zumindest etwas eingeschr\u00e4nkt wird, nat\u00fcrlich vorausgesetzt, die Frage &#8218;was sehe ich denn da?&#8216; taucht \u00fcberhaupt auf. 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