{"id":10250,"date":"2020-05-08T08:13:42","date_gmt":"2020-05-08T08:13:42","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=10250"},"modified":"2020-05-08T08:34:37","modified_gmt":"2020-05-08T08:34:37","slug":"verhalten-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=10250","title":{"rendered":"verhalten"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-10251\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200508_074213-284x300.jpg\" alt=\"\" width=\"353\" height=\"373\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200508_074213-284x300.jpg 284w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200508_074213-768x810.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200508_074213-970x1024.jpg 970w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200508_074213.jpg 1033w\" sizes=\"auto, (max-width: 353px) 100vw, 353px\" \/><\/p>\n<h5>Ich verstehe &#8218;verhalten&#8216; zuerst einmal als ein leises, inneres Zur\u00fccktreten ohne den Willen zur Meinung. Die Freude an Meinungen l\u00e4sst merklich nach; es gibt auch m.E. gerade nicht so viel zu meinen, also was mich vom Au\u00dfen her direkt anspricht, w\u00e4hrend im Haus die Reflektionsrunden gut im Fluss sind. Es hilft, wenn man von Menschen, mit denen man lebt, bis zu einem gewissen Grad verstanden wird, um nicht in zu viel Erkl\u00e4rungs-oder Verhaltensnot zu kommen. Auch gegen\u00fcber den Lockerungen, denn ja, wer zieht Lockerungen nicht den Restriktionen vor, denn man h\u00e4tte zu gern miteinander (h\u00e4tte man das gerne?) ein reifes Volksbewusstsein, dem man zutrauen kann, die Lage einzusch\u00e4tzen. Zumuten ist immerhin f\u00f6rderlicher als ein aufgezwungenes Pflichtprogramm, aber letztendlich passen nicht einmal zwei Schafe unter einen Hut, wer soll das leisten. Auch in den Altersheimen sitzen Menschen mit gelebten Leben, auch wenn die t\u00f6dlichen Stoffe, die ihnen zugef\u00fchrt werden, so manches t\u00f6ten k\u00f6nnen, was noch lebendig h\u00e4tte sein k\u00f6nnen, ohne entwertet zu werden. Unter anderen Bedingungen vielleicht. Aber auch hier ist doch etwas aus dem Ruder gelaufen, wof\u00fcr es kaum noch Gesundungsprozesse gibt, wo sollte man ansetzen. Vielleicht ja beim Krieg, was Deutschland betrifft, und heute, dem 8.Mai, an dem das Gemetzel ein Ende nahm, was wiederum zu einem Anfang f\u00fchrte, der wiederum zu dieser aufgeblasenen H\u00fclle und F\u00fclle f\u00fchrte, bei der uns jetzt der neue Alien, das Virus, eine Bremse gesetzt hat. Ja nat\u00fcrlich soll alles, was da war, wieder offen sein, damit alle wieder baden, kaufen, schwimmen, singen und tanzen k\u00f6nnen, was das Zeug herh\u00e4lt. Und manche sind wieder befreit von ihrem eigenen Zuhause, wenn dort das m\u00fchsam Gebremste in Notlagen \u00fcbergeht und den Traum vom Leben nicht mehr hergibt, sondern nur noch sein Aushalten. Dann auch: die Frauenh\u00e4user sind zum Brechen voll,\u00a0 in Indien ist der Alkoholkonsum w\u00e4hrend der Pandemie in vorher undenkbare H\u00f6hen geschnellt. Man wagt es kaum, an die Frauen zu denken, die mit diesen Auswirkungen umgehen m\u00fcssen. Hier zeigt sich die zweite Bedeutung des Wortes &#8218;verhalten&#8216;. Wie verhalten?, wann wo wie verhalten, eben auch wie mit Maske verhalten. Ich meine, man kann sich auch zuweilen einen humorvollen Blick leisten und \u00fcber die maskierte Menschheit schauen, wie wir jetzt, ohne gemeinsamen Koordinator, das Schiff in den diamantenen oder den pechschwarzen Hafen navigieren, oder soll ich es lieber den nat\u00fcrlichen Hafen nennen. Ich meine den, der ich selbst bin, oder soll ich besser sagen: sein k\u00f6nnte. Denn hat die Krise nicht durch ihre m\u00fchseligen Prozeduren und Prozesse und Wirkungen die Fragen erleichtert, die nie dringlich genug waren, als dass man sie h\u00e4tte ans Herz nehmen m\u00fcssen: wer bin ich, mit wem lebe ich, und wie verhalte ich mich in einer Krise mit mir und den Anderen? Dass das mal so wichtig sein k\u00f6nnte, wer h\u00e4tt&#8217;s gedacht. Es wird viele Antworten geben, aber immerhin hat man sie h\u00f6ren k\u00f6nnen, bevor auch sie weiterziehen und die Fragen zur\u00fcck lassen, w\u00e4hrend weitere Fragen am Horizont ausgebr\u00fctet werden. Das Ungewisse kennt das Tricksen nicht, die Formen sind nur latent in ihm enthalten. Auf diese Weise kehrt der bewusste Mensch zum Kind zur\u00fcck. Wie zutiefst sicher muss eine\/r sein in sich selbst, um die Komplexit\u00e4t des Spielerischen furchtlos zuzulassen und sich dem Vergleichslosen zu widmen, wodurch sich die Ich-Verhaftung entzieht. Es ist nun mal das Zeitalter des Todes, der seine Reiche aufgebaut hat im Vorw\u00e4rts und im R\u00fcckw\u00e4rts. Daher bleiben uns nur die verborgenen Str\u00f6mungen, perfekt geeignet zum Surfen.<\/h5>\n<h5>Der Mond, oder d a s, was der Mond genannt wird, zieht sehr gro\u00df und nahe an Zen-La vor\u00fcber. Die Praktizierenden halten sich sehr still und lassen die dunklen Schwaden der Tiefe durch sich hindurchziehen, ohne das innere Auge an Ph\u00e4nomene zu heften.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich verstehe &#8218;verhalten&#8216; zuerst einmal als ein leises, inneres Zur\u00fccktreten ohne den Willen zur Meinung. Die Freude an Meinungen l\u00e4sst merklich nach; es gibt auch m.E. gerade nicht so viel zu meinen, also was mich vom Au\u00dfen her direkt anspricht, w\u00e4hrend im Haus die Reflektionsrunden gut im Fluss sind. 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