{"id":10226,"date":"2020-05-04T08:35:20","date_gmt":"2020-05-04T08:35:20","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=10226"},"modified":"2020-05-04T08:35:20","modified_gmt":"2020-05-04T08:35:20","slug":"umschalten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=10226","title":{"rendered":"umschalten"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-10227\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200504_091449-270x300.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"411\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200504_091449-270x300.jpg 270w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200504_091449-768x854.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200504_091449-921x1024.jpg 921w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/20200504_091449.jpg 1046w\" sizes=\"auto, (max-width: 370px) 100vw, 370px\" \/><\/p>\n<h5>Vielleicht kommt mir das planetarische Menschsein zur Zeit so verhuscht vor, weil wir alle auf virologische und virtuelle Weise einerseits verbunden sind, andrerseits begegnen wir uns zum ersten Mal maskiert, und selbst ein demaskierter Vizepr\u00e4sident kann von einem Kritikschwall zur Maskierung gezwungen werden wie etwa der in Amerika als &#8218;Arschkriecher des Jahres&#8216; deklarierte Mike Pence, dem dies vielleicht eine Maske zuviel wurde in den dunklen G\u00e4ngen der Selbstaufgabe. Maske muss also sein, um die Kapitulation\u00a0 der politischen Entscheider nicht noch deutlicher zu machen. Au\u00dfer dem \u00f6ffentlichen Austausch h\u00e4ngt dann noch jede\/r eigenen Gedanken nach, das ist ja nichts Neues, aber selbst d a s taugt nicht mehr f\u00fcr das Allgemeine. Eigentlich taugt wenig f\u00fcr das Allgemeine, aber auch im Virtuellen entstehen Gr\u00f6\u00dfen und Ma\u00dfst\u00e4be, nach denen sich Menschen ausrichten k\u00f6nnen und die bis zum simpelsten gemeinsamsten Nenner reichen. Vermummung ist also verboten, aber Maskenzwang ist Pflicht. Nun hat auch der einfachste Bauer den Virologen zugeh\u00f6rt, um mehr Klarheit in die gemeinsame Not zu bringen, aber es hat eher dazu gef\u00fchrt, dass nicht nur der kluge Bauer erm\u00fcdet und abschaltet, sondern in alle Schichten dr\u00e4ngt sich die Erm\u00fcdung \u00fcber das Erhoffte oder Geglaubte oder Versprochene oder sich st\u00e4ndig Wiederholende, sodass man eines Tages wei\u00df, dass vom Extra nichts zu erwarten ist. Jetzt ist es sch\u00f6n, ein Auge zu haben f\u00fcr diese kleinen Ver\u00e4nderungen, die einen ansprechen, sodass sich daraus fast unmerklich neue Weichen formen k\u00f6nnen, die dem Trieb, alles weiterhin s o haben zu wollen, wie &#8218;es&#8216; immer war, leise und unaufhaltsam entgegenwirken. Das &#8218;Immer&#8216; zieht sich entlarvt zur\u00fcck, da es dieses &#8218;Es&#8216; nie wirklich gab, und verwandelt sich in einen Scheibenwischer, der den Blick freigibt auf das Tats\u00e4chliche. Aber auch das Tats\u00e4chliche verliert in dieser maskenhaften Demaskierungskrise an Konturen. Nie hat es einen interessieren m\u00fcssen, wer hinter oder vor einem in der Schlange den angemessenen Abstand wahrt, es gab weder Schlange noch Abstandsvorschriften. Nun wei\u00df man ja genauso wenig wie vorher, welcher Geist sich hinter der neuen Maskierung verbirgt, aber wissen tut man, dass sich durch die Neuorientierung im Individuum eine gewisse Wachheit regt, der man kaum ausweichen kann, sei sie aus Angst oder Unmut oder Interesse oder Anpassung zusammengesetzt, denn auf ein neues Normal hin wird sich noch einiges kl\u00e4ren m\u00fcssen. Bis dahin gibt es erfrischende Str\u00f6mungen, neue Zusammensetzungen, packende Schalthebel an den Instrumentarien, Auslotungen von Existenzgrundlagen (Grundeinkommen und Grundbed\u00fcrfnisse), zitternde Kompassnadeln. Denn erlebt nicht der Mensch, ich meine: jeder Mensch auf der Erde, nicht auch gemeinsam, also jede\/r bei sich und doch unab\u00e4nderlich gemeinsam) gerade eine der gro\u00dfen Erdstunden, in denen sich das Schicksal einer ganzen Spezie neu erschafft. Hier ist doch ziemlich deutlich ein Automatismus am Werke, der unaufhaltsam seine Arbeit tut, ohne dass es ein Sterblicher vermag, einzugreifen, obwohl sich das widerspenstige Handeln verst\u00e4rkt. Jetzt kommt es auf etwas an, wof\u00fcr wir noch keine Worte haben. Man wird sich daran erinnern als die Geburtsstunde des Seins, als noch einmal alles aufbl\u00fchte und sichtbar wurde, und als Dunkel und Hell sich offenbarten als das gro\u00dfz\u00fcgige Geschenk einer ma\u00dflosen Freiheit, die es zu ordnen und zu lenken gilt, bevor das Unausrottbare sich wieder seine Felder erschlie\u00dft. Und nach wie vor ein Schatten liegt zwischen Idee und Wirklichkeit.<\/h5>\n<h5>In die Arbeitshalle von Zen-La ist eine schwere Papierrolle transportiert worden.Mit einer feinen Klinge schneidet der Cutter die passende Gr\u00f6\u00dfe der Bl\u00e4tter f\u00fcr die Anwesenden.Durch einen intensiven Grad an Distanzierung ziehen sie ihren Weltblick in sich zur\u00fcck. Die erh\u00f6hte Aufmerksamkeit gilt heute der Tiefe des leeren Blattes.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vielleicht kommt mir das planetarische Menschsein zur Zeit so verhuscht vor, weil wir alle auf virologische und virtuelle Weise einerseits verbunden sind, andrerseits begegnen wir uns zum ersten Mal maskiert, und selbst ein demaskierter Vizepr\u00e4sident kann von einem Kritikschwall zur Maskierung gezwungen werden wie etwa der in Amerika als &#8218;Arschkriecher des Jahres&#8216; deklarierte Mike Pence, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-10226","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10226","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10226"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10226\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10230,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10226\/revisions\/10230"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10226"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10226"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10226"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}