{"id":10046,"date":"2020-04-08T09:44:54","date_gmt":"2020-04-08T09:44:54","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=10046"},"modified":"2020-04-08T12:40:10","modified_gmt":"2020-04-08T12:40:10","slug":"undsoweiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=10046","title":{"rendered":"undsoweiter"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-10047\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/20200404_193121-280x300.jpg\" alt=\"\" width=\"242\" height=\"259\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/20200404_193121-280x300.jpg 280w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/20200404_193121-768x824.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/20200404_193121.jpg 938w\" sizes=\"auto, (max-width: 242px) 100vw, 242px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-10033\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/IMG-20200405-WA0000-241x300.jpg\" alt=\"\" width=\"209\" height=\"260\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/IMG-20200405-WA0000-241x300.jpg 241w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/IMG-20200405-WA0000-768x956.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/IMG-20200405-WA0000-823x1024.jpg 823w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/IMG-20200405-WA0000.jpg 1080w\" sizes=\"auto, (max-width: 209px) 100vw, 209px\" \/><\/p>\n<h5>Klar, man bekommt unter all dem Zeug auch Brauchbares zugesandt, von dem man ausgehen kann, dass alle es verstehen (wie diese beiden Emojis zum Beispiel). Deswegen wird auch gerne auf Gr\u00f6\u00dfen wie die Peanuts zugegriffen, die tragische Inhalte einigerma\u00dfen schmerzfrei verst\u00e4ndlich machen k\u00f6nnen. Auch geht man vielleicht mal r\u00fcber zum Nachbarn und bittet um ein paar CD&#8217;s, die damals, gemeint sind\u00a0 ein paar Tage (heute ist das neue Damals), noch nicht desinfiziert von einer Hand in die andere wechseln mussten. Aber dann war auch andrerseits alles so klar, die Luft, der Himmel, und dann mich durch den Tarantino-Streifen qu\u00e4len? Abends schaute ich mal kurz in &#8222;Im Auftrag des Teufels&#8220; mit Keanu Reeves und Al Pacino hinein, so als k\u00f6nnten die beiden keinen schlechten Film liefern, aber der war doch sehr langweilig, weshalb ich alsbald zum Ende des Filmes spulte, wo Al Pacino vor den zuschauenden Augen in ein Ungeheuer mutiert, also ein Wesen aus der schleimigen Dunkelwelt, das war ziemlich \u00f6d. Es erinnerte mich daran, als ich mit der Sterbebegleitung meiner Mutter besch\u00e4ftigt war, dass mir auffiel, wie langweilig es mir drau\u00dfen vorkam, und ich gerne zur\u00fcckging, wo das Sterben stattfand und noch so vieles sichtbar wurde und m\u00f6glich war, bevor auch das endete. Jede Ablenkung schien der Lebendigkeit des Prozesses nicht gerecht zu werden. Auch die Menschen, die jetzt weg von den Anderen sterben und die Leichenhallen bev\u00f6lken, halten die un\u00fcberschaubaren Vorg\u00e4nge (noch) im Zaum, also in Atem. Alle schauen gleichzeitig \u00fcberall hin, und das mediale Texten versucht gar nicht mehr, des Kindes Geist zu verbergen, oder des Geistes Kind. In das bereits hoch\u00fcberinformierte Ohr l\u00e4sst sich noch dies und jenes hineinpressen an virologischen Meinungen, bis man sich, der eigenen, pers\u00f6nlichen Struktur entsprechend, freundlich l\u00e4chelnd in das vertraute soziale Distancing zur\u00fccklehnt und immer mal wieder nachschaut, ob man auch tats\u00e4chlich bei sich ist. Heute Nacht im Traum, w\u00e4hrend der Supermond die Runde machte, lief ich mit jemandem auf einer Krankenstation herum. \u00dcberall lagen Leute in Betten. Eine Krankenschwester auf dem Flur sa\u00df auf einem Stuhl, vor ihr ein Schnurtelefon. Sie nahm an, ich sei eine \u00c4rztin und bat mich, mich auf der Station zu melden. Aber eigentlich suchten wir nur eine Toilette, wo man mal pinkeln konnte. Nicht tief, aber immerhin haben sich die Krankenbetten in meine Synapsen sortiert. Manchmal am Tag schalte ich amerikanische oder indische Kommentatoren ein, die sich auch neben der Trump-Groteske immer wieder dem Kern der Sache zu widmen versuchen: das stattfindende Sterben. \u00dcberrascht das, oder bekommt man nur \u00fcber die inh\u00e4rente Verbl\u00fcffung des Sterbenm\u00fcssens einen Zugang zum Unleugbaren, n\u00e4mlich, dass es tats\u00e4chlich stattfindet. Oder verliert man jede Ma\u00dfvorstellung und denkt auch: wie, nur vierhundertf\u00fcnfundsiebzig Tote haben die dort und machen so einen Rabatz? Dann erf\u00e4hrt man ja auch wie nebenher, wer so alles im Jahr an was stirbt, das sind immer eindrucksvolle Zahlen, und dann die schwarze Pest als Superseuche, man denkt an &#8222;Tod in Venedig&#8220;, wo eine vollkommen nachvollziehbare Liebesobsession einen Herrn in den Tod treibt. \u00dcberhaupt: Venedig? Man erinnert sich gerne an solch wunderbare Orte, wo endlich mal keine Touristen herumtrapsen und vielleicht ein paar \u00fcbriggebliebene Venezianer das genie\u00dfen, wenn es denn m\u00f6glich ist bei geschlossem \u00f6ffentlichem Leben. Auch sich vielleicht die Sphinx vorzustellen, wie mal keiner draufschaut, und wie gut das allem tut, wenn\u00a0 keine Giftbahnen \u00fcber den Himmel ziehen undsoweiter.<\/h5>\n<h5>Um dem inneren Triebwerk etwas entgegenzusetzen, basteln wir uns heute im C.D.W. (Corona Dampfer Workshop) einen ma\u00dfgeschneiderten Auftrag.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Klar, man bekommt unter all dem Zeug auch Brauchbares zugesandt, von dem man ausgehen kann, dass alle es verstehen (wie diese beiden Emojis zum Beispiel). Deswegen wird auch gerne auf Gr\u00f6\u00dfen wie die Peanuts zugegriffen, die tragische Inhalte einigerma\u00dfen schmerzfrei verst\u00e4ndlich machen k\u00f6nnen. 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