{"id":9552,"date":"2020-01-27T05:59:17","date_gmt":"2020-01-27T05:59:17","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=9552"},"modified":"2020-01-29T01:18:52","modified_gmt":"2020-01-29T01:18:52","slug":"eremitteln","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=9552","title":{"rendered":"Eremitteln"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9553\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/20200127_094537-279x300.png\" alt=\"\" width=\"378\" height=\"406\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/20200127_094537-279x300.png 279w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/20200127_094537-768x825.png 768w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/20200127_094537-954x1024.png 954w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/20200127_094537.png 964w\" sizes=\"auto, (max-width: 378px) 100vw, 378px\" \/><br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9556\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/20200127_100827-145x300.png\" alt=\"\" width=\"189\" height=\"391\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/20200127_100827-145x300.png 145w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/20200127_100827.png 351w\" sizes=\"auto, (max-width: 189px) 100vw, 189px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9557\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/20200127_100622-145x300.png\" alt=\"\" width=\"189\" height=\"391\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/20200127_100622-145x300.png 145w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/20200127_100622.png 351w\" sizes=\"auto, (max-width: 189px) 100vw, 189px\" \/><\/p>\n<h5>Eigentlich ist (und war gestern) Sonntag mein Eremitinnentag.\u00a0 Jede\/r kann seine oder ihre Bez\u00fcge herstellen zu dem Vor\u00fcberziehenden, und nicht jedes Gem\u00fct ist geeignet f\u00fcr, sagen wir, einen Jogginghosentag zum Beispiel. Nachdem ich diese meine Tages-Nennung einem gerade im Dorf angereisten Freund mitteilte, w\u00fcnschte er mir gutes &#8218;Eremitteln&#8216;, und erfreut nahm ich den Begriff in meine Wortschatztruhe auf, der sich im Verlaufe der Stunden immer tagesgeeigneter erwies. Denn es war au\u00dferdem indischer Republic Day, den zu ignorieren mir jedes Jahr bisher gelungen war, obwohl wir auch hier auf der Kamelpiazza Darbietungen haben, die ich ebenfalls gerne vermeide.\u00a0 Dann wurde ich mitten im Eremitteln von der Familie meines Hausbesitzers vor das Fernsehger\u00e4t eingeladen und dachte mir, nun doch einmal hineinschauen zu k\u00f6nnen in diese gigantische Weltmacht-Performance, und wahrlich, da gab es viel zu sehen. &#8218;Jetzt siehst zu &#8218;Hindustan&#8216;, meinte die Frau des Hauses voller Stolz, und es war klar, wie wenig ich damit zu tun hatte. Auch von indischen Poeten und Schriststellern etc. konnte ich lesen, dass sie sich auf dieser Parade nicht vertreten f\u00fchlen. Narendra Modi wirkte vollkommen erstarrt. Kein Wunder, denn auf den W\u00e4gen, die vor\u00fcberzogen, waren auch die kreativen Ideen aus Jammu und Kashmir, und Assam, und weitere Teile Indiens, in denen gerade die Proteste toben, das war sicher nicht einfach f\u00fcr den bei derart misslungenen Entscheidungen Ertappten, dessen d\u00fcstere Geheimnisse, die er vermutlich f\u00fcr Lichtes hielt, sich zur Zeit durch die Reaktionen des Volkes entpuppen. Auch konnte man bei dieser Gelegenheit die ungeheuer grotesken Einstudierungen der Armeetruppen bewundern oder daran erschaudern mit der m\u00fc\u00dfigen Frage, wie man so viele Menschen unentwegt und \u00fcberall in solch eine Gehorsamsfolter einspannen kann. Dann waren da die vielen Displays indischer Zerst\u00f6rungsmacht, alle m\u00f6glichen phallischen Bomben-Kompositionen, und Panzer, die von der Moderatorin als einmalig gelobt wurden. Ich sp\u00fcrte, wie sich das Ermittelnwollen von meinem Tag abl\u00f6ste. Ich stand auf und kehrte zur\u00fcck in mein Refugium und erfreute mich an der Stille. Nat\u00fcrlich besteht keinem sein Hindustan nur am 26. Januar, wenn dem diesj\u00e4hrigen brasilianischen Ehrengast Jair Bolsonaro (bekannt als frauenfeindlich, schwulenfeindlich und rassistisch) in Delhi vorgef\u00fchrt wurde, was alles hier schlummert, von dem die Welt wenig wei\u00df. Auch hat nicht jeder so viel Menschenmaterial zur Verf\u00fcgung wie Indien, und so viel Geld, und so viel durch religi\u00f6se Bindungen und Rituale eingeimpfte Gutgl\u00e4ubigkeiten. Insofern hat mich das Wenige, was ich von diesem Zirkus aus Delhi gesehen habe, genau dahin gebracht, wo ich hinwollte. In der Stille meines Raumes war ich dann doch innerlich wieder zuhause und dankte den vielen M\u00f6glichkeiten, die noch offen sind und vermutlich immer offen bleiben werden, solange man sie noch als Wege erkennen kann.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich ist (und war gestern) Sonntag mein Eremitinnentag.\u00a0 Jede\/r kann seine oder ihre Bez\u00fcge herstellen zu dem Vor\u00fcberziehenden, und nicht jedes Gem\u00fct ist geeignet f\u00fcr, sagen wir, einen Jogginghosentag zum Beispiel. 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