{"id":9516,"date":"2020-01-22T03:59:59","date_gmt":"2020-01-22T03:59:59","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=9516"},"modified":"2020-01-22T04:05:31","modified_gmt":"2020-01-22T04:05:31","slug":"vergeben","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=9516","title":{"rendered":"vergeben (?)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9517\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/20200121_150353-237x300.jpg\" alt=\"\" width=\"331\" height=\"419\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/20200121_150353-237x300.jpg 237w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/20200121_150353-768x971.jpg 768w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/20200121_150353-810x1024.jpg 810w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/20200121_150353.jpg 1028w\" sizes=\"auto, (max-width: 331px) 100vw, 331px\" \/><\/p>\n<h5>Nicht, dass ich den Eindruck erwecken m\u00f6chte, am Schicksal der bald zu H\u00e4ngenden zu h\u00e4ngen, aber ich fand noch bemerkenswert, dass ein Richter sich an die Mutter der (Nirbaya)-Tochter gewandt hatte mit der Frage, ob sie den Vergewaltigern und Vernichtern ihrer Tochter vergeben k\u00f6nnte, so wie, meinte er, Sonia Gandhi den Killern ihres Mannes vergeben haben soll, (daran konnte ich mich nicht erinnern). Nirbayas Mutter wies das emp\u00f6rt zur\u00fcck und meinte dass, selbst wenn Gott sie darum bitten w\u00fcrde, sie ablehnen m\u00fcsste. Die Frage des Richters hat dieselbe Qualit\u00e4t wie die unz\u00e4hligen und ungeheuerlichen Bemerkungen, die vor allem in den F\u00e4llen von Vergewaltigungen auch von Ministern\u00a0 als &#8218;L\u00f6sungen&#8220; ge\u00e4u\u00dfert werden, zum Beispiel dass die Frau doch den Vergewaltiger heiraten solle, dann ist ihre Ehre gerettet. Wann und warum sich in den K\u00f6pfen eines Volkes etwas derart Unvorstellbares breitmachen und vor allem bereitmachen kann, ist und bleibt etwas schwer Nachvollziehbares. Fakt ist, dass jede Frau, die in diesen indischen, famili\u00e4ren Gef\u00e4ngnissen den Mut hat zu einer Weigerung, schon beitr\u00e4gt zu der l\u00e4ngst f\u00e4lligen Bewegung, die ohnehin langsam in Gang kommt, wenn auch im Schildkr\u00f6tentempo. Ich muss mich immer wieder mal selbst daran erinnern, dass ich urspr\u00fcnglich in ein anderes Indien eingestiegen bin, in dem mir die Trag\u00f6dien der H\u00e4user weitgehend verschlossen blieben. Allerdings ging es auf meinem Weg auch jahrelang darum, mich als Frau in einer m\u00e4nnlich besetzten Welt (von Sadhus und M\u00f6nchen und Bruderschaften etc) durchzusetzen, da man alle weiblichen Wesen f\u00fcr eine potentielle Gefahr der reinen m\u00e4nnlichen Potenz hielt, wor\u00fcber ich bald lachen und mit leicht formulierbaren Gegenfragen auffahren konnte, die die albernen Bemerkungen letztendlich zum Schweigen brachten. Das erschuf dann den wahrhaft beseligenden Zeitabschnitt meiner eigenen Forschungen. Ich war endlich selbst (als Ei\/I\/Eye) in der W\u00fcste gelandet im Schutz eines schlichten Tempelgel\u00e4ndes, in dem ich den Anspruch auf meine Praxis erheben und au\u00dferdem noch vieles lernen konnte. Von dieser Zeit bin ich so grundlegend gepr\u00e4gt, da mich die Tiefen der Erfahrungen dann doch \u00fcberraschten, auch weil die W\u00fcste noch verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig leer war, und Tier und Mensch sich durch die Stille des sandigen Raumes bewegten. Vor allem diese Zeit ist das Unausl\u00f6schliche, das ich mitnehme mit mir, nicht als Nostalgie-B\u00fcrde, sondern als Schatzkammer meiner eigenen geistigen Reichweite. Auch tiefer, unausl\u00f6schbarer Schmerz des Angetanen erzeugt eine innere W\u00fcste, die vor allem von Frauen durchwandert wird, aber dennoch auch Roseng\u00e4rten hervorbringen kann. Und obwohl ich pers\u00f6nlich kein weiteres Indien unter Narendra Modi erleben muss oder m\u00f6chte, wird gerade seine Politik, die zur Zeit so oft mit Hitlers Nazi-Regime verglichen wird, Bewegungen hervorbringen, oder bringt sie bereits hervor, in denen man vor allem Frauen aus den schlecht belichteten R\u00e4umen ihrer H\u00fctten und H\u00e4user wird hervortreten sehen, die nicht mehr zur\u00fcckschrecken vor den bedrohlich nah gekommenen Peinigern, die wir hier &#8222;Rakshas&#8220; nennen, die D\u00e4monen, und die eine indische Frau so trefflich mit den Worten &#8222;out of human&#8220; bezeichnet hat. Und tats\u00e4chlich: verl\u00e4sslich, wie das indische Wissen nun mal ist in seiner monumentalen Gr\u00f6\u00dfe und Weite, steht dort irgendwo in einer Purana, die ich mir einmal habe \u00fcbersetzen lassen aus dem Sanskrit, geschrieben, dass in dieser jetzigen Zeit (in ewiger Kreisl\u00e4ufigkeit gesehen)\u00a0 m\u00e4nnliche d\u00e4monische Kr\u00e4fte den ganzen Lebenskarren in eine t\u00f6dliche Starre getrieben haben, und dass d a s dann der Moment ist, wo weibliche Kraft, ungehindert von den bestehenden, konventionellen Strukturen, das Gro\u00dfe Fahrzeug wieder in Bewegung bringen wird. (in meinen Worten). Deswegen ist es gut, wenn eine Frau das Nichtzuvergebende nicht vergibt, damit endlich Schluss ist mit dem Vorgesetzten und die eigene Stimme erkennt, wann genug wirklich genug ist, in jeder Hinsicht gesehen.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nicht, dass ich den Eindruck erwecken m\u00f6chte, am Schicksal der bald zu H\u00e4ngenden zu h\u00e4ngen, aber ich fand noch bemerkenswert, dass ein Richter sich an die Mutter der (Nirbaya)-Tochter gewandt hatte mit der Frage, ob sie den Vergewaltigern und Vernichtern ihrer Tochter vergeben k\u00f6nnte, so wie, meinte er, Sonia Gandhi den Killern ihres Mannes vergeben [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-9516","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9516","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9516"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9516\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9520,"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9516\/revisions\/9520"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9516"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=9516"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=9516"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}