{"id":9423,"date":"2020-01-09T05:05:34","date_gmt":"2020-01-09T05:05:34","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=9423"},"modified":"2020-01-09T05:05:34","modified_gmt":"2020-01-09T05:05:34","slug":"wir-werden-sehen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=9423","title":{"rendered":"Wir werden sehen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9425\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/20200109_063611-189x300.jpg\" alt=\"\" width=\"159\" height=\"252\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/20200109_063611-189x300.jpg 189w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/20200109_063611-768x1222.jpg 768w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/20200109_063611-644x1024.jpg 644w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/20200109_063611.jpg 1073w\" sizes=\"auto, (max-width: 159px) 100vw, 159px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9424\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/20200109_063322-165x300.jpg\" alt=\"\" width=\"138\" height=\"251\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/20200109_063322-165x300.jpg 165w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/20200109_063322-768x1397.jpg 768w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/20200109_063322-563x1024.jpg 563w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/20200109_063322.jpg 1049w\" sizes=\"auto, (max-width: 138px) 100vw, 138px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9426\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/20200109_063653-189x300.png\" alt=\"\" width=\"158\" height=\"249\" \/><\/p>\n<h5>Als meine Augen heute fr\u00fch beim Nach-Denken \u00fcber unsere gestrigen Gespr\u00e4che (ich verbringe hier auf Einladung Shivanis drei Tage, da die junge Familie aus Delhi gemeinsame Freunde sind) \u00fcber die G\u00e4stebettdecke streiften, fiel mir auf, dass die Essenz unserer stundenlang dauernden Unterhaltungen bereits auf der Baumwolle gedruckt waren.\u00a0 In der Mitte (Leintuch) die Proteste der Studenten, links und rechts (Kopfkissen) die beiden Parteien, die sich kriegerisch gegen\u00fcberstehen, f\u00fcr und gegen das Gesetz, um das es m.E. gar nicht mehr geht, sondern der Kampfgeist ist geweckt, die Sache l\u00e4uft und die Folgen sind unabsehbar. An einem bestimmten Punkt, wenn es schon genug Tote und Verletze gegeben hat, ist es fast unm\u00f6glich, den Aufruhr wieder einzud\u00e4mmen. Auch psychische Ph\u00e4nomene wie die Lust am Untergang schleichen sich ein. Vielleicht meinte meine Mutter das auch, als sie manchmal in ihren Kriegsanekdoten vom &#8218;Tanz auf dem Vulkan&#8216; sprach, eine Art innerer Enthemmung im Angesicht lebensbedrohender Gefahren. Oder wie die indische Hausfrau in das Mikrofon sagte, dass sie bereit sei, f\u00fcr die Sache zu sterben. Klingt vermutlich irgendwie tapfer in Revoluzzerohren, aber meine G\u00fcte, wieviel sinnloses Menschengemetzel ist dabei immer wieder passiert, und dann der schmerzhafte R\u00fcckblick auf die &#8218;Sache&#8216;, f\u00fcr die gestorben oder als verkr\u00fcppelter Mensch heimgekehrt wurde. Auch in unserem Freundeskreis hat jede\/r seine und ihre Nummer drauf. Narendra Modi ist ein Reizthema, Da ich mir in Momenten schon vorkomme wie eine auf das rettende Schiff (des Beisichseins) rufende Kassandra, habe ich lieber die auf dem Kopfkissen erscheinenden Kriegsgel\u00fcste gew\u00e4hlt als das neueste im Netz tausendfach aufgetauchte und ausgetauschte Video von Hitler, der mit Modis Stimme verbl\u00fcffend gut synchronisiert ist. Gerne w\u00fcrde ich mich mal mit diesen Kreativlingen unterhalten, aber das Netz selbst ist ein un\u00fcbersehbares Labyrinth, und immer weniger reizt mich die Irrfahrt in sein Dunkelfeld. Niemand w\u00fcrde heute bezweifeln wollen, dass der Geist erweitert werden kann durch das Starren auf kalte und leblose Bildfl\u00e4chen, doch kann man auch nichts an der Tatsache \u00e4ndern, dass es ein Au\u00dfen ist, und ein Au\u00dfen wird es bleiben, lange, sehr, sehr lange. Bis die, die das Ganze \u00fcberleben, eines Tages vielleicht wieder zu sich kommen, aber vielleicht auch nicht. Alles, \u00fcber was wir auch hier am Tisch reden, hat seine vielen Seiten, auf die mal von hier, mal von da ein Licht f\u00e4llt, bis wir den ersch\u00f6pften Synapsen eine Pause g\u00f6nnen und uns f\u00fcr einen Film bei Netflix entscheiden. Aber kann man das eine Erholungspause nennen, denn der Film behandelt farbenpr\u00e4chtig und mit Gesang und Tanz das letztendliche Gemetzel zwischen Hindus und Muslimen \u00fcber die Teilung Indiens und Pakistans. &#8222;Kalank&#8220; hei\u00dft der Film wunderbar in (indische) Szene gesetzt und emotional hochgeheizt. &#8222;Kalank&#8220; ist so etwas wie ein Dunkelfleck, ein Makel, und bezieht sich in diesem Film auf die als unakzeptabel gesehene Liebe zwischen einem Muslim und einer indischen Frau und noch weiteren komplizierten Zusammenh\u00e4ngen, in denen der gesellschaftliche Makel ein- und ausgeht. Und es ist auch eine Geschichte aus den Jahren 1945 bis 1947, als durch eine fehlgeschaltete Entscheidung in beide Richtungen Z\u00fcge mit muslimischen und indischen Leichen fuhren, jeder auf seinem eigenen Weg in den zerst\u00f6rerischen Hass. Aber nun sind es \u00fcber 70 Jahre Frieden, den wir auch in Deutschland \u00f6fters dankbar begr\u00fc\u00dfen, obohl er immer mal wieder bedroht wird. In den Himmelreichen der Diktatoren gibt es keine verl\u00e4sslichen Zusagen, und die Medien machen es m\u00f6glich, dass sie sich gegenseitig Form und Stimme leihen. Also doch kein Hoffnungstrahl f\u00fcr die Entwicklung des menschlichen Bewusstseins? Wir werden sehen, (u.a.) der Titel eines Gedichtes von Faiz Ahmad Faiz, das gerade in aller Munde ist im Kontext seiner politisch ge\u00e4u\u00dferten Ansichten.<br \/>\nWir werden sehen.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als meine Augen heute fr\u00fch beim Nach-Denken \u00fcber unsere gestrigen Gespr\u00e4che (ich verbringe hier auf Einladung Shivanis drei Tage, da die junge Familie aus Delhi gemeinsame Freunde sind) \u00fcber die G\u00e4stebettdecke streiften, fiel mir auf, dass die Essenz unserer stundenlang dauernden Unterhaltungen bereits auf der Baumwolle gedruckt waren.\u00a0 In der Mitte (Leintuch) die Proteste der [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-9423","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9423","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9423"}],"version-history":[{"count":5,"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9423\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9431,"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9423\/revisions\/9431"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9423"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=9423"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=9423"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}