{"id":9127,"date":"2019-11-25T04:58:37","date_gmt":"2019-11-25T04:58:37","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=9127"},"modified":"2019-11-25T04:58:37","modified_gmt":"2019-11-25T04:58:37","slug":"umgehen-5","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=9127","title":{"rendered":"umgehen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-9128\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/20191125_091005-293x300.jpg\" alt=\"\" width=\"372\" height=\"381\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/20191125_091005-293x300.jpg 293w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/20191125_091005-768x787.jpg 768w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/20191125_091005-999x1024.jpg 999w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/20191125_091005.jpg 1043w\" sizes=\"auto, (max-width: 372px) 100vw, 372px\" \/><\/p>\n<h5>Ich wei\u00df nicht, wie lange das her ist, dass ich meine Nachmittage hier zum Gro\u00dfteil als eine angenehme M\u00f6glichkeit sah, Begegnungen und Freundschaften zu vertiefen, teils in Familien, teils im Bazaar zusammen einen Chai zu trinken und sich \u00fcber das Jeweilige auszutauschen. Nun h\u00f6re ich von so vielen schrecklichen Vorkommnissen, die m.E. den Rahmen sprengen von all dem, was man gerne als &#8222;normal&#8220; deklarieren m\u00f6chte: Menschen machen halt b\u00f6se Sachen, das war doch schon immer so. Aber das hat doch bereits jeden Ma\u00dfstab verloren, an dem man gerne etwas messen wollen k\u00f6nnte, w\u00fcrde nicht an jeder Ecke ein neuer Schrecken auftauchen. Erst die direkten Vermittlungen der Gepeinigten, dann ein Blick in die indische Zeitung, wo ich vor lauter Grauen schon gar nicht mehr hinschauen m\u00f6chte, dann mal hineinschauen in westliche Neuigkeiten, das schl\u00e4gt dann dem ber\u00fchmten Fass den Boden aus. Allein diese Hunderttausenden von Frauen, die in Paris und Rom auf die Stra\u00dfen gegangen sind gegen h\u00e4usliche Gewalt. H\u00e4usliche Gewalt, ein grausamer Begriff, der auf jeden verschleierten Horror zutrifft, M\u00e4nner in Foren, die sich Bilder von missbrauchten Kindern zusenden undsoweiter, man schaudert an den genannten Zahlen entlang und wei\u00df wie wir alle, dass das nur ein Bruchteil dessen ist, was wirklich l\u00e4uft im dunkelsten aller Netze, in dem Kinder und Frauen weiterhin hemmungslos gesucht, gefunden und gefangen werden. Ich habe letztes Jahr auch mit Sch\u00fclerInnen von Sogyal Rinpoche und MooJi\u00a0 gesprochen, die damit umgehen m\u00fcssen, dass ihre Meister wegen schwerem sexuellem Missbrauch angeklagt wurden und werden. Eine meiner \u00e4ltesten Freundschaften, oft genug gepr\u00fcft wegen Unvereinbarkeiten, scheint sich nun aufzul\u00f6sen, denn ich kann es nicht mehr ertragen, dass mir gesagt wird, es seien die dummen Frauen, die sich an\u00a0 Lehrer heranschmei\u00dfen, so, als h\u00e4tte der Lehrer weder Wahl noch Verantwortung f\u00fcr seinen Umgang mit den oft genug psychisch Gesch\u00e4digten, die sich ihm anvertrauen. \u00dcberhaupt: der Umgang. Wie geht man damit um, das muss man erstmal f\u00fcr sich kl\u00e4ren. Als ich mich selbst noch aufgehoben f\u00fchlte in einer bestimmten spirituellen Schutzzone, ja, das war gut, auch daf\u00fcr gab es ein Zeitgem\u00e4\u00dfes. Ernsthaftes Beieinandersitzen in Stille und W\u00fcrde, jeder bei sich und doch das gemeinsam zu Lernende teilend. (meditative Praxis). Es gibt da nicht viel, was ich bedaure in der vergangenen Zeit. Wenn ich aber jetzt so einen typischen Satz lese wie zum Beispiel von Sri Sri Ravi Shankar, nicht der Sitarspieler, sondern einer der f\u00fchrenden (lebenden) Gurugestalten Indiens, der sagt (in einer Ecke der Times), dass, wenn man unber\u00fchrt bleibt von allen Geschehnisse, man seinen nat\u00fcrlichen Zustand, die Freude, vorfindet, da k\u00f6nnte ich platzen. Wo seid ihr, und was macht ihr da auf euren Thronen f\u00fcr einen l\u00e4cherlichen Eindruck mit all den Sri Sris, gleich doppelt erhaben, und \u00fcber was, meine Herren, \u00fcber was und wen erhaben. Da stimmt doch was nicht mehr mit diesen hoch angelegten S\u00e4tzen, die man gerne in die Hinterzimmer bringen w\u00fcrde und schauen, ob sie dort angebracht sind und ihre Wirksamkeit entfalten k\u00f6nnen im praktischen Dasein. Ja, ich lebe auch anders wie viele Menschen. Es hat mich niemand daran gehindert, meine freien Entscheidungen zu f\u00e4llen, es waren nicht die schlechtesten, das muss ich schon sagen. Und Indien hat mich in vieler Hinsicht weit ins mir Unvorstellbare hineinreifen lassen mit seiner unglaublich facettenreichen Kultur und seinem oder soll ich ihrem Glanz sagen, MataJi Bharat, das alte Wort f\u00fcr Indien, dieser gro\u00dfen, m\u00e4chtigen Mutter, ja wie geht&#8217;s der denn heute. Metoo, wo war doch gleich der Hashtag, ist vergessen und f\u00fcr die erwachenden Frauen keinerlei Freiraum in Sicht. Nehmt euch in acht, haben Frauen auf den Stra\u00dfen von Rom und Paris gesagt und auch gemeint, wir sind auf der Stra\u00dfe. Nat\u00fcrlich freut man sich, dass Frauen hinausgehen und sich die Welt zur\u00fccknehmen, die ihnen zu viele M\u00e4nner einfach nicht zugestehen wollen. Eigene Welt, eigener Zugang, nicht ein ganzes Leben durch Andere leben und f\u00fcr sie, so, als k\u00f6nnten sie es nicht selbst. Ohnmacht auf allen Ebenen. Man muss das mal f\u00fchlen k\u00f6nnen, ohne auszuweichen auf Weiteres, was es auch gibt, kein Zweifel.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich wei\u00df nicht, wie lange das her ist, dass ich meine Nachmittage hier zum Gro\u00dfteil als eine angenehme M\u00f6glichkeit sah, Begegnungen und Freundschaften zu vertiefen, teils in Familien, teils im Bazaar zusammen einen Chai zu trinken und sich \u00fcber das Jeweilige auszutauschen. 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