{"id":7920,"date":"2019-06-05T08:47:47","date_gmt":"2019-06-05T08:47:47","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=7920"},"modified":"2019-06-05T08:47:47","modified_gmt":"2019-06-05T08:47:47","slug":"spalt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=7920","title":{"rendered":"Spalt"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-7921\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190605_093213-300x295.png\" alt=\"\" width=\"383\" height=\"377\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190605_093213-300x295.png 300w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190605_093213-768x756.png 768w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190605_093213.png 799w\" sizes=\"auto, (max-width: 383px) 100vw, 383px\" \/><\/p>\n<h5>Was bleibt einem anderes \u00fcbrig, als mit den Gegebenheiten, mit denen man als Mensch in der jeweiligen Zeit, in der man den eigenen Auftritt absolviert, konfrontiert ist, als zu tun, was man kann. Gleich wird es komplex. Tut man \u00fcberhaupt, was man kann, und was kann man \u00fcberhaupt. Es gibt in der Tat viele Wege, durch die man sein eigenes K\u00f6nnen bilden und erweitern kann, aber dann gibt es noch diese innere Unruhe aus den Tiefen heraus, wo etwas, wenn man Gl\u00fcck hat, nach Aufkl\u00e4rung verlangt und nach authentischer Performance. Manchmal genie\u00dft man auch in guter Gesellschaft das Gl\u00fcck, Zeuge oder Zeugin einer exzellenten, \u00f6ffentlichen Performance zu sein. (zum Beispiel Sarah Wagenknecht im Gespr\u00e4ch mit Manfred Osten, Bonner Bundeskunsthalle). Das Streben nach einem menschlichen Gutsein bleibt leer, wenn der Umgang mit den Katastrophen, pers\u00f6nliche und globale, keine Spuren hinterlassen hat, wertvolle Erkenntnisse, tiefeingenisteter Schrecken \u00fcber die eigenen Abgr\u00fcnde und die der Anderen. Das Durcharbeiten von all diesen schmerzhaften Feldern kann zu einer souver\u00e4nen Distanz f\u00fchren, von der aus Seinsm\u00f6glichkeiten eine weitere und reifere Palette zur Verf\u00fcgung haben, ohne in Vorgaukelei verfallen zu m\u00fcssen. Die W\u00fcrde des Menschen ist unantastbar, das ist verst\u00e4ndlich, aber noch wesentlicher scheint mir, wahrzunehmen, wie oft diese W\u00fcrde angetastet ist, ohne dass man die Tiefe dieses Satzes kommunizieren k\u00f6nnte. Als wir zu viert noch unterwegs waren als die Performancegruppe &#8222;Die Yoganauten&#8220;, wurden wir von Amnesty International angefragt, bei ihrer Jubil\u00e4umsfeier eine\u00a0 Performance zu machen, die wir &#8222;antastbar&#8220; nannten. Das Eine ist das Ideal, in Begriffe gebracht. Das Andere ist die Realit\u00e4t, die gerne verkl\u00e4rt wird, auch wenn man\u00a0 Amnsty Inernational Verkl\u00e4rung der Tatsachen nun wahrlich nicht vorwerfen\u00a0 kann. Das ist wichtig, das Schreckliche als das Schreckliche nennen zu k\u00f6nnen, sonst bleibt man im Schatten der Abgr\u00fcnde stecken, oder im Gestr\u00fcpp der Verdr\u00e4ngungsmechanismen. Und ja, da sind die Kairos-Momente, schicksalshaft in ihrer g\u00fcnstigen Zeitspalte, deren Erscheinen nicht ignoriert werden sollte, da es f\u00fcr einen selbst nachteilig sein kann. Das Beisichsein und das Sichkennen, in welchem Ma\u00df auch immer, ist nicht mehr das Privileg Einzelner, sondern not-wendig geworden, will man dem Unvermeidlichen etwas gegen\u00fcber setzen. Es gibt ja auch diese Landebahnen, wo ger\u00e4uschlose Flugk\u00f6rper sich niederlassen und G\u00e4rten ihre lockeren Z\u00e4une ins Offene bewegen. Warum sollte das Menschliche den mephistophelischen Verf\u00fchrungen und Verdrehungen nicht standhalten k\u00f6nnen. Es muss ja vor allem erkannt werden, was was ist, und was es nicht ist. wer und wer man nicht ist, was und was man auf keinen Fall ist. Und dass auf allen Ebenen Gefahren lauern, aber auch Herausforderungen, deren Bew\u00e4ltigung ein Wissen braucht, das sich in Bewusstsein verwandeln kann.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was bleibt einem anderes \u00fcbrig, als mit den Gegebenheiten, mit denen man als Mensch in der jeweiligen Zeit, in der man den eigenen Auftritt absolviert, konfrontiert ist, als zu tun, was man kann. Gleich wird es komplex. Tut man \u00fcberhaupt, was man kann, und was kann man \u00fcberhaupt. 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