{"id":7807,"date":"2019-05-23T08:37:00","date_gmt":"2019-05-23T08:37:00","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=7807"},"modified":"2019-05-23T08:38:47","modified_gmt":"2019-05-23T08:38:47","slug":"natuerlich-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=7807","title":{"rendered":"nat\u00fcrlich"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-7808\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/20190523_073135-250x300.jpg\" alt=\"\" width=\"321\" height=\"385\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/20190523_073135-250x300.jpg 250w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/20190523_073135-768x922.jpg 768w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/20190523_073135-853x1024.jpg 853w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/20190523_073135.jpg 1079w\" sizes=\"auto, (max-width: 321px) 100vw, 321px\" \/><\/p>\n<h5>Es gibt Worte, aus deren Befangenheit man sich l\u00f6sen muss, zum Beispiel, wenn man merkt, dass man sie \u00fcberladen hat mit zu viel Deutung oder Bedeutung oder einer intuitiven Ablehnung, die man sich noch nicht selbst erkl\u00e4rt hat. Es ist gleichg\u00fcltig, ob das Wort mit positiver oder negativer Meinung belastet ist, denn es schadet nicht, sich beide Arten anzuschauen. Ich fand schon seit meiner fr\u00fchen Jugend das Wort &#8222;nat\u00fcrlich&#8220; als unangenehm, und es zeigte sich auch deutlich, dass ich vermutlich nie als ein&#8230;hier f\u00e4ngt es schon an, schwierig zu werden, also als ein nat\u00fcrlicher Mensch, denke ich, konnte ich schon erfahren werden, aber sagen wir mal, dass ich mich selbst nie als eine &#8222;nat\u00fcrliche&#8220; Frau&#8220; gesehen habe, hei\u00dft, nicht der zeitgem\u00e4\u00dfen Vorstellung des Nat\u00fcrlichen in der Gesellschaft entsprochen und mich dementsprechend verpflichtet gef\u00fchlt habe. Nun sind die rebellischen Jahre ja meist nicht auf &#8222;Nat\u00fcrlichem&#8220; aufgebaut, und es zeigt sich, immer im Wandel der Zeiten, wer jemand ist oder nicht ist. Diesen st\u00e4ndigen Wandel zum Beispiel kann man &#8222;nat\u00fcrlich&#8220; nennen, denn er kommt daher wie die Jahreszeiten, man kann sich auf die st\u00e4ndige Verwandlung verlassen. Auch das Bem\u00fchen um ein Verstehen anderer Kulturen kann einen lehren, wie relativ und gesellschaftsgebunden die Begriffe sind, von denen wir ausgehen, als k\u00f6nnten sie \u00fcbertragen werden auf einander. Nun kann man den Menschen als eine nat\u00fcrliche Erscheinung inmitten des jeweils Daseienden sehen, so wie Tiere und Pflanzen und Erd\u00f6l, obwohl man vom Erd\u00f6l wenig w\u00fcsste, w\u00fcrde man ein &#8222;einfaches&#8220; Leben leben, aber was ist &#8222;einfach. Wenn Menschen gezwungen werden durch die Umst\u00e4nde, sich extrem einzuschr\u00e4nken, erzeugt das sicherlich keine Lebensfreude, w\u00e4hrend dasselbe f\u00fcr einen M\u00f6nch unter Umst\u00e4nden ekstatische Gef\u00fchle erzeugen kann. Wenn jemand ein paar Tage nicht an Essen herankommt, kann dieser Mensch schon aus Angst zugrunde gehen, w\u00e4hrend es f\u00fcr Muslime einen gottausgerichteten Stolz ausl\u00f6sen kann, w\u00e4hrend des Ramadans zumindest tags\u00fcber weder zu essen noch zu trinken (und sich sexuell zu enthalten, was f\u00fcr manche Frauen in dieser Gesellschaft sicherlich ein heimliches Freudenfest ist), obwohl es bemerkenswert ist, wie viel Essen sie verschlingen, wenn es erlaubt ist. Sehr ungesund das Ganze und kommt einem nicht so nat\u00fcrlich vor. Vielleicht gibt es eine Art nat\u00fcrlicher, hei\u00dft hier wohlwollender\u00a0 Ausrichtung auf die erstaunliche Vielfalt, die sich \u00fcberall und immer erhebt und Anspruch darauf legt, als nat\u00fcrlich zu gelten. Das F\u00e4rben und Bemalen der Haut, tellerartige Unterlippen, der gebundene Fu\u00df, das Ritzen der Haut als Versch\u00f6nerung des K\u00f6rpers. Einmal wurde ich in Los Angeles zu einer Party eingeladen, bei der mir alle Anwesenden unheimlich und unnat\u00fcrlich vorkamen. Als ich es meinem Gastgeber z\u00f6gernd mitteilte, nickte er verst\u00e4ndnisvoll und meinte, klar, ich w\u00e4re es wahrscheinlich nicht gewohnt, mich unter Facegelifteten, M\u00e4nnern wie Frauen, zu bewegen, das sei hier &#8222;normal&#8220;. Man f\u00e4nde es eher unnat\u00fcrlich, dieses Angebot nicht wahrzunehmen. Im indischen Dorf, wenn ich manchmal im Bazaar einen Tee trinke, kann ich gut beobachten, wie nat\u00fcrlich und normal sich alle vorkommen, egal, mit welchen Trachten und modischen Ausw\u00fcchsen alle unterwegs sind, oft nat\u00fcrlich auch das &#8222;Anders&#8220; be\u00e4ugend als etwas, was der vertrauten Norm nicht entspricht. Eine vergewaltigte Frau mit ihrem Vergewaltiger verheiraten, damit ihre Ehre wieder hergestellt wird. Wer stellt her? Und wer entscheidet? Eine Frage k\u00f6nnte auch sein, ob bei Aktivierung eines eigenen Bewusstseins\u00a0 als Instrument der pers\u00f6nlichen Ausrichtung von einer Nat\u00fcrlichkeit vielleicht gar nicht mehr die Rede sein kann, sondern eher von der M\u00f6glichkeit, einen Begriff immer neu zu verstehen im Rahmen gesellschaftlicher Bedingungen und eines nationalen Gedankenguts. Dann kann man sich (nat\u00fcrlich)\u00a0 durch Reflektionen dar\u00fcber ein eigenes Bild machen, um es mit dem bestehenden Weltbild auszuloten und es unter gewissen Umst\u00e4nden und Bedingungen auch in einen Einklang zu bringen.<\/h5>\n<p>Das Bild oben habe ich nicht bewusst gemalt, sondern auf einer<br \/>\nvon mir gepinselten Fl\u00e4che gesehen, nachdem es schon fertig war.<br \/>\nVielleicht gef\u00e4llt es mir, weil es auf nat\u00fcrliche Weise erschienen ist<br \/>\nund etwas von mir in sich tr\u00e4gt, das ich, zumindest s o, nicht h\u00e4tte ausdr\u00fccken k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt Worte, aus deren Befangenheit man sich l\u00f6sen muss, zum Beispiel, wenn man merkt, dass man sie \u00fcberladen hat mit zu viel Deutung oder Bedeutung oder einer intuitiven Ablehnung, die man sich noch nicht selbst erkl\u00e4rt hat. 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