{"id":7796,"date":"2019-05-22T09:44:00","date_gmt":"2019-05-22T09:44:00","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=7796"},"modified":"2019-05-22T09:44:00","modified_gmt":"2019-05-22T09:44:00","slug":"duester","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=7796","title":{"rendered":"d\u00fcster"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-7800\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/20190522_101842-134x300.png\" alt=\"\" width=\"125\" height=\"280\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/20190522_101842-134x300.png 134w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/20190522_101842.png 142w\" sizes=\"auto, (max-width: 125px) 100vw, 125px\" \/> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-7799\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/20190522_095755-227x300.jpg\" alt=\"\" width=\"210\" height=\"278\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/20190522_095755-227x300.jpg 227w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/20190522_095755-768x1014.jpg 768w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/20190522_095755-775x1024.jpg 775w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/20190522_095755.jpg 973w\" sizes=\"auto, (max-width: 210px) 100vw, 210px\" \/>\u00a0<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-7802\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/20190522_101633-1.png\" alt=\"\" width=\"135\" height=\"279\" \/><\/p>\n<h5>Vermutlich hat mich der heutige deutsche Himmel an den Tag in Apulien erinnert, an\u00a0 dem der Himmel auch so aussah, als w\u00e4re es naiv, hier einen Sonnenstrahl im Durchbruch zu visionieren. Nat\u00fcrlich habe ich wie alle\u00a0 weiterhin unabh\u00e4ngig vom Klimaeinflu\u00df- sein- Wollenden die Einstellung, dass alles gehandhabt werden kann, was an (mehr oder weniger) nat\u00fcrlichen Vorg\u00e4ngen in der Himmelsgegend passiert, wo man sich gerade aufh\u00e4lt. So war der Tag in Apulien ideal, weil wir auf einer Tagesreise im Auto dem Regen ausweichen und uns an dem Wolkendrama erfreuen konnten. Eigentlich verbinde ich mit dem Photo, das ich (s.o.) unterwegs gemacht habe, eher eine humorvolle Erinnerung. Wir waren dem Schild zu einem Kloster gefolgt, zu dem alles geh\u00f6rte, was sich zu einem schauderlichen Roman f\u00fcgen k\u00f6nnte.\u00a0 Das riesige Gel\u00e4nde lie\u00df \u00fcber die vielen Mauern und Abgrenzungen hinweg die Sch\u00f6nheit alter B\u00e4ume ahnen, doch \u00fcber dem Ganzen lag eine zeitlose Schwermut, nein, eine sich verdichtet habende Bleisschwere, die durch die Hinweise auf &#8222;Silencium&#8220; . geheiligter Ort &#8211; nur noch bleierner wurde. Ein M\u00f6nch kam uns lesend entgegen, der M\u00f6nch am Meer, der M\u00f6nch im Wald, der M\u00f6nch an sich, mit braunem Kapuzenmantel und rasselndem Schl\u00fcsselbund, als er hinter der ihm genehmigten T\u00fcr verschwand. Die Weltentsagung, in dessen (indischem) Rahmen ich selbst vor vielen Jahren zum Lernen angetreten war f\u00fcr das, was mir nicht nur lernenswert schien, sondern es auch war, war nicht ohne, obwohl es viel um das Ohne, aber auch um das Mit ging. Gerade diese Abgeschiedenheit, dieses Ausweglose, dieses unter bestimmten Bedingungen Ausge\u00fcbte kann durchaus eine Bereicherung sein, kein Zweifel. Offensichtlich gab es zu allen Zeiten genug Menschen, die zumindest manchmal Abstand oder Auszeit nehmen m\u00f6chten vom Menschendrama, das gibt es ja auch heute in offeneren Formen. Der M\u00f6nch also hob kurz den Blick und sah uns, zwei Frauen in einem Auto, in das Silentium hineinfahren. Da w\u00fcrde meine vermutlich grottenschlechte Novelle ansetzen. Durch den Blick bricht langsam die Weltordnung des eh schon mit dem G\u00f6ttlichen Hadernden zusammen. Nicht der Gedanke an die Frauen, die er gesehen hat, verursachen seine Unruhe, sondern die Freiheit, die sie bei ihrem kurzen Besuch ausstrahlen. Diese Freiheit habe ich dort tats\u00e4chlich gesp\u00fcrt, die Freiheit von einer Art todbringendem Silencium, die Todestille, die vom Leben abnabelt und dort, in der Abgenabeltheit, ihre eigenen Ekstasen erzeugt, die fr\u00fcher oder sp\u00e4ter zum Erl\u00f6schen verdammt sind. Das kann f\u00fcr eine Weile auch belebend wirken, wenn man die Freiheit erkennt, die einem der durchwehende Geist vermittelt. Dass es nicht wirklich ein Gesetz gibt, wo der Mensch sich aufhalten soll, darf oder kann. Jedenfalls war da diese Mauer, eine der Klostermauern. Heute habe ich sie etwas herangezoomt und war wie stets in solchen Moment eines genaueren Hinschauens erstaunt, wie ungeheuer lebendig es doch \u00fcberall und trotz allem ist, und dass ganz zweifellos die Bilder, die automatisch in alles gewebt sind, wiederum Bilder erzeugen und zu der Weise werden, wie man die Welt sieht, und wie man sich in ihr bewegt. Ach ja, der Humor&#8230;nun ja&#8230;Wenn es dem\/der Schauenden gelingt, sich eine gewisse Lebendigkeit des Blickes zu erhalten, dann kann man sich auch an einem wolkenschweren Tag an einer d\u00fcsteren Klostermauer erfreuen. Und dass man ein Fahrzeug hat, mit dem man das schwere Silencium wieder heiter verlassen kann.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 Vermutlich hat mich der heutige deutsche Himmel an den Tag in Apulien erinnert, an\u00a0 dem der Himmel auch so aussah, als w\u00e4re es naiv, hier einen Sonnenstrahl im Durchbruch zu visionieren. 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