{"id":7734,"date":"2019-05-14T08:34:06","date_gmt":"2019-05-14T08:34:06","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=7734"},"modified":"2019-05-14T08:43:11","modified_gmt":"2019-05-14T08:43:11","slug":"exzessiv","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=7734","title":{"rendered":"exzessiv"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-7730\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/IMG-20190514-WA0005-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"473\" height=\"267\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/IMG-20190514-WA0005-300x169.jpg 300w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/IMG-20190514-WA0005-768x432.jpg 768w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/IMG-20190514-WA0005-1024x576.jpg 1024w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/IMG-20190514-WA0005.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 473px) 100vw, 473px\" \/><\/p>\n<h5>Wir sind ja schon seit Samstag zur\u00fcck aus Apulien, und nat\u00fcrlich gibt es Nachwehen, zumal, weil ich pers\u00f6nlich die Abwesenheit des Welan im Haus in Apulien als einen gravierenden Notstand empfunden habe, bevor Stift und Papier wieder eine Freude erzeugen konnten. Kannte man diese Freude des fassbaren Ausdrucks vor\u00a0 dem Erscheinen des Computers und des\u00a0 Smartphones etc, hat man noch die Option des offenen Tores, durch das man fahren kann, au\u00dfer diese Mechanik ist auch in einer St\u00f6rung verhaftet, um die man sich k\u00fcmmern muss. Bernd Ulrich von der &#8222;Zeit&#8220; benutzt in einem Artikel den Ausdruck &#8222;Exzesse des Normalen&#8220;, hier in seinem eigenen politischen Kontext, wo er nach der hysterischen Aufregung um Bemerkungen des Juso-Chefs K\u00fchnert der SPD und der Undion angeraten hat, sich statt um extreme \u00c4u\u00dferungen sich lieber mit den Exzesse der Normalit\u00e4t zu besch\u00e4ftigen. Der Ausdruck hat mich angesprochen, weil ich \u00c4hnliches gerade \u00fcber das Ph\u00e4nomen des heutigen Tourismus dachte. Es ist diese Beobachtung, dass bstimmte aus zuweilen sehr schwer nachvollziegbaren Gr\u00fcnden sich etwas ausbreitet, was auf einmal\u00a0 von einem Gro\u00dfteil der Bev\u00f6lkerung(en) adaptiert\u00a0 und zur Norm erhoben wird. Etwa die Gruppenreisen mit dem F\u00fchrer, der mit einem F\u00e4hnchen die Sch\u00e4fchen durch das Dickicht der Fremdheit f\u00fchrt, immer da hin, wo jeder mal gewesen sein muss, koste es , was es wolle. Oder die blauen und pinken Str\u00e4hnen im Haar der Alterslosen. Klar, das ist Mode, die ja auch oft genug zu einem Zwang ausartet. Oder die T\u00e4towierungen. Unser Hausbesitzer in Apulien, Guiseppe, mit dem wir einiges beraten und bereden mussten, hatte auch aus allen Ecken und Enden des Outfits t\u00e4towierte Dinge str\u00f6men, und ich habe in Indien gelernt, dass es nicht immer auf gute Laune st\u00f6\u00dft beim T\u00e4towierten, wenn man sie oder ihn fragt, ob man das ganze Werk mal gedeutet haben k\u00f6nnte. Aber eine t\u00e4towierte N\u00e4hmaschine am Hals fand ich nun wiederum sehr originell und fragte nach. &#8222;I hate my tatoos&#8220;, keuchte Guiseppe unter der Last seiner Jugendstr\u00e4hne, und die N\u00e4hmaschine hatte er drauf, weil f\u00fcr ihn gen\u00e4ht wird. Wir konnten\u00a0 auf seinem Instagram Account ahnen, dass hier ein talentierter und kreativer Mensch am Werke war, der, wie wir sp\u00e4ter erfuhren, 3 Herrenmodenl\u00e4den in Bari und zwei Airbnb H\u00e4user hatte, aber auch ein Bed\u00fcrfnis, mal wieder Zeit f\u00fcr sich selbst zu haben, was unter den selbt erzeugten Bedingungen schwer zu verwirklichen schien, da auch seine Freundin, eine professionelle Weinkosterin, dar\u00fcber klagte, er h\u00e4tte keine Zeit f\u00fcr sie und w\u00fcrde ihr nicht zuh\u00f6ren, was er best\u00e4tigte. Es gibt, so beschreibt es auch Bernd Ulrich in seinem Artikel, ein gewisses Vacuum (in der Gesellschaft), oder auch im Kopf, das durch \u00dcberlastung entsteht. Da setzen auch die Exzesse des Normalen an. Auch bei jedem kreativen Aufbau muss man darauf achten, dass ein gewisses Ma\u00df erreicht wird, das man sich selbst setzen muss, da es um geistigen Raum geht, f\u00fcr den unterschiedliche Bed\u00fcrfnisse existieren. Und die Frage, ob es ein &#8222;Genug&#8220; gibt, und ob es nicht dort ist, wo ich eine Gefahr wittere, dass ich mir selbst auch verlorengehen kann, ohne es zu merken, weil mich das Erschaffene in Atem h\u00e4lt. Reduktion wird vermutlich eines der n\u00fcchternen Geheimcodes werden. Das f\u00e4ngt bei den Kleiderschr\u00e4nken an und h\u00f6rt bei den Wolken auf.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir sind ja schon seit Samstag zur\u00fcck aus Apulien, und nat\u00fcrlich gibt es Nachwehen, zumal, weil ich pers\u00f6nlich die Abwesenheit des Welan im Haus in Apulien als einen gravierenden Notstand empfunden habe, bevor Stift und Papier wieder eine Freude erzeugen konnten. 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