{"id":7638,"date":"2019-05-03T09:01:42","date_gmt":"2019-05-03T09:01:42","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=7638"},"modified":"2019-05-03T09:01:42","modified_gmt":"2019-05-03T09:01:42","slug":"rot","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=7638","title":{"rendered":"rot"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-7639\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/20190503_0940451-252x300.jpg\" alt=\"\" width=\"317\" height=\"377\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/20190503_0940451-252x300.jpg 252w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/20190503_0940451-768x914.jpg 768w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/20190503_0940451-860x1024.jpg 860w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/20190503_0940451.jpg 924w\" sizes=\"auto, (max-width: 317px) 100vw, 317px\" \/>\u00a0<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-7640\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/20190503_0944431-87x300.jpg\" alt=\"\" width=\"109\" height=\"375\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/20190503_0944431-87x300.jpg 87w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/20190503_0944431-298x1024.jpg 298w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/20190503_0944431.jpg 549w\" sizes=\"auto, (max-width: 109px) 100vw, 109px\" \/><\/p>\n<h5>Als ich neulich ein paar Farben kaufte, nahm ich ein Rot heraus, um etwas Saft in die Asche von Pompeii (T.R.) zu f\u00fcgen. Zuhause gefiel mir aber der Ton nicht mehr, er war zu hell, ich liebe dunkles Rot (&#8222;Aus dunklem Wein und tausend Rosen rinnt die Stunde rauschend in den Traum der Nacht.&#8220; (R.M.R.) Sowas k\u00f6nnen sich nur (gute) Dichter leisten. Ich habe dann das Rot mit Schwarz gemischt, dabei kam auch nicht heraus, was ich mir vorstellte. Ich musste umpolen. Es kam ein Bild heraus, das mir geeignet scheint, betitelt zu werden, weil allein der Titel vieles regeln und ausrichten kann. Ich gebe das Beispiel auch f\u00fcr mich als ein willkommener Hinweis auf eine permanent mitlaufende Geschichte, die in unseren K\u00f6pfen gesponnen wird auf der Basis dessen, was wir sehen, und wie sehr es darauf ankommt, zumindest eine ganze Zeitlang, wie wir das Gesehene mittexten und betiteln, woraus dann unser eigener Geist erschaffen wird. Wenn ich das entstandene Bild zum Beispiel &#8222;Die Reue des Priesters&#8220; nenne, sehe ich etwas anderes, als wenn ich es &#8222;Der Schrecken&#8220; nenne, oder &#8222;Die Begierde&#8220;. Auch der leicht ungesunde Farbton bringt andere Fig\u00fcrlichkeiten hervor. Da sind schon manchmal verborgene Vorg\u00e4nge am Werk, denen man sich neugierig \u00fcberlassen kann, wenn man einerseits keine Angst vor dem Scheitern hat, und andrerseits genug Vertrauen in die inneren Bewegungen, die durch bestimmte Einstellungen auf das F\u00f6rderliche ausgerichtet sind. Abgr\u00fcnde k\u00f6nnen sich \u00fcberall auftun, sie sind nicht an Protokolle gebunden, auch nicht an Verhaltensweisen. Sie bieten aber notwendige und kreative M\u00f6glichkeiten, mit dem Erschienenen umzugehen. Das hei\u00dft auch: aus welcher Quelle kommen meine M\u00f6glichkeiten des Umgangs, und wann sind sie souver\u00e4n genug, damit ich sie vertrauensvoll agieren lassen kann. Dann spielt vor allem noch die Konzentration auf den lebendigen Moment eine Rolle. Wachheit. Aufmerksamkeit. Das, was man in den Schulungen lernt, ohne zu ahnen, dass Wissen nicht unbedingt zu entsprechender Handlung f\u00fchrt, nein. Wissen kann zu allem M\u00f6glichen f\u00fchren, aber es gibt auch einen Punkt, an dem das Wissen im Weg steht und sich als Bewusstsein verkleidet. Ich erinnere mich nur noch an sehr wenige Satzformulierungen aus meinen spirituellen Lern-(und Wander) jahren, aber einer davon war, dass auch das Bewusstsein eines Tages, wie soll ich das \u00fcbersetzen, &#8230;nicht mehr agieren muss, das folgt doch einer konsequenten Logik. Die Frau, die auch im Bild war, habe ich dannn etwas abger\u00fcckt (gesegnet seien einige technische Vorrichtungen, die einem gewisse spielerische Umsetzungen erm\u00f6glichen) von der etwas finsteren Figur. Nat\u00fcrlich k\u00f6nnte es auch diesselbe Person sein, nach au\u00dfen so licht und begabt in weiblicher Gefolgschaft, und innen ein brodelndes Durcheinander unbez\u00e4hmbarer Aufgew\u00fchltheiten. Und die gefangengehaltene Angst, aus lauter Angst, man k\u00f6nne dem\u00a0 Anspruch nicht gen\u00fcgen. Doch wer hat den Anspruch erhoben, und nach welchem Ma\u00dfstab und welcher Morallatte ist er ausgerichtet? Ich fand den Ausspruch &#8222;Sich neu erfinden&#8220; immer ziemlich doof, aber da ist auch so ein Tropfen Wahrheit drin. Vielleicht muss man sich neu erfinden, um sich wirklich zu finden. Dann bin ich mein eigener Finderlohn, das ist jetzt nicht so ernst gemeint. Aber lohnend.<\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 Als ich neulich ein paar Farben kaufte, nahm ich ein Rot heraus, um etwas Saft in die Asche von Pompeii (T.R.) zu f\u00fcgen. 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