{"id":7632,"date":"2019-05-02T08:27:00","date_gmt":"2019-05-02T08:27:00","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=7632"},"modified":"2019-05-02T08:27:00","modified_gmt":"2019-05-02T08:27:00","slug":"wandeln","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=7632","title":{"rendered":"wandeln"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-7634\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/20190502_0855081-138x300.png\" alt=\"\" width=\"138\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/20190502_0855081-138x300.png 138w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/20190502_0855081.png 425w\" sizes=\"auto, (max-width: 138px) 100vw, 138px\" \/>\u00a0 <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-7636\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/20190502_0905281-218x300.jpg\" alt=\"\" width=\"218\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/20190502_0905281-218x300.jpg 218w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/20190502_0905281-768x1059.jpg 768w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/20190502_0905281-743x1024.jpg 743w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/20190502_0905281.jpg 1074w\" sizes=\"auto, (max-width: 218px) 100vw, 218px\" \/>\u00a0 <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-7635\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/20190502_0848491-107x300.png\" alt=\"\" width=\"107\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/20190502_0848491-107x300.png 107w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/20190502_0848491.png 172w\" sizes=\"auto, (max-width: 107px) 100vw, 107px\" \/><\/p>\n<h5>Auf einem Flohmarkt in der N\u00e4he unseres Hauses, wo wir uns gestern durchschlendernd vorfanden, der alte Zauber nahezu ungebrochen, tausend Jahre March\u00e9 de Puces, nun so ziemlich ohne Fl\u00f6he, erholte sich zumindest mein Auge etwas\u00a0 von der latenten An\u00f6dnis, die mich in Stra\u00dfen mit L\u00e4den ergeifen kann. Denn hier streift es zumindest eine Weile gerne \u00fcber Unbekanntes und vielleicht noch \u00dcberraschendes und zu Entdeckendes, und gerne gibt man ein paar Groschen aus f\u00fcr ein Irgendwas. Dort erstand ich bei einer Frau f\u00fcr zwei Euro drei zusammengetackerte Illustrierte aus dem Jahre 1955 in einer Aufmachung, die gleichzeitig eine Vertrautheit und eine Verbl\u00fcffung in mir ausl\u00f6ste. Offensichtlich erwartete ich, in vollem Vetrauen in mein Unbewusstes, beim Durchbl\u00e4ttern der Magazine die Beleuchtung einer Zeit, die s o entschwunden schien, dass ich\u00a0 an den Fingern die Jahre abz\u00e4hlte, na ja, immerhin \u00fcber sechzig Jahre, das kann man als sehr lang und sehr kurz empfinden, immer sehr relativ, diese scheinbare Zeit. Ich hatte schon an einem anderen Stand einen kleinen Kaufladen gesehen, in dem vergilbte Minipakete herumlagen aus derselben Zeit wie die Illustrierten, mit allem, was eine kleine Frau so braucht, Ata, Vim, Persil. Das tauchte dann in vergr\u00f6\u00dferter Form in den Heften wieder auf. Vor allem die Frauen sahen vollkommen anders aus als heute. Viele Hauskleider wurden ihr vorgestellt, bei denen sie auch Wespentaille tragen konnte und damit bequem f\u00fcr die t\u00f6dliche Einrichtung sorgen. Der Busen unter den vielen Blumendesigns war hohgehievt und sehr spitz nach vorne ausgerichtet. Michele Morgan, die kaum einer mehr kennt, starrte tragisch umwittert ins Sepia-Nichts. Zigaretten wurden angehimmelt, als w\u00e4re es s\u00fcndhaft und unelegant f\u00fcr den Mann, ohne sie zu leben. V\u00f6llig zeitgem\u00e4\u00df hingegen schien die Seite mit den wei\u00dfen Gew\u00e4ndern f\u00fcr &#8222;den sch\u00f6nsten Tag im Leben&#8220;, der ja wieder m\u00e4chtig en vogue ist. Die Herren, die sich das alles meistens ausdenken, was die Frau tr\u00e4gt, sind ja oft unterhaltsam, kreativ und schwul, k\u00f6nnten sich heute von diesen ausufernden Hochzeitssch\u00f6pfungen noch eine Scheibe abschneiden. Man denkt doch, die Menschen sehen immer ein bisschen \u00e4hnlich aus, aber nein, tun sie nicht. Man bekommt ja gar nicht so richtig mit, wie ungeuerlich m\u00e4rtyrerhaft viele Frauen sich den Geboten der m\u00e4nnlichen Ordnungen unterwerfen, wobei sich nat\u00fcrlich auch M\u00e4nner in ihre eigenen, ungeschriebenen Gesetze einordnen. Das kann eine locker heruntergelassene Hose sein, bei der man noch den Ansatz der Pospalte sehen muss, oder die neuen Jeans mit den zerrissenen L\u00f6chern. Sicher ist, dass, wer sich nicht selbst bestimmt, automatisch einem hohen Grad an Fremdbestimmung ausgeliefert ist. Wie &#8211; du hast noch keinen Bac Stift f\u00fcr die garantierte K\u00f6rperfrische, oder hast noch nicht die sch\u00f6nen H\u00e4nde mit dem Cutex Nagellack ausgestattet. Auch ein kleines Gedicht ist drin im Heft, es ist ein Z\u00f6pfchen-Song f\u00fcr eine kecke Frau, die die Naive spielt. Und so sehr die Formen sich ver\u00e4ndert haben, so sehr sp\u00fcrt man noch dieselben Vorg\u00e4nge in den neu gestylten Kost\u00fcmen von Mensch und Ding. Gut, das Rauchen ist eine Heldentat geworden, weil t\u00f6dlich, die genussvolle Freiheit also sehr eingeschr\u00e4nkt durch die gr\u00e4sslichen Bilder, die vielleicht mehr Krebs erzeugen, wobei die Tabakindustrie merkt, dass sie trotzdem gut weiterbl\u00fchen kann. Alles muss nur gut verkauft werden. Jetzt geht es in diesem Land so vielen so gut, dass ein gemeinsam erschaffenes Kranksein am Zuviel als Botschaft eines neuen Gesund willkommen gehei\u00dfen wird. Oder ist es der Automatismus des universellen Vorgangs, der die Menschenkinder spielen l\u00e4sst, bis es kein gutes Spiel mehr ist, nein!, wenn du das letzte Modell deines Smartphones nicht erwirbst, bist du ausgeschaltet aus der Kompatibilit\u00e4t. Selbst schuld, denn du warst doch dabei, als man dir sagte, dass die anspruchsvolle Dame Trajana tr\u00e4gt. \u00dcberhaupt: die Farbe des Jahres! Wie, du wei\u00dft es noch nicht? Wie man ordentlich abmagert und so wird, wie man sein sollte. Und aus allen Winkeln des Seins kommt auch s i e wieder hervor, die unzerst\u00f6rbar zeitlose Frage; Wie ist man denn wirklich. Und gibt es sie, die glaubw\u00fcrdige Seinswirklichkeit. und welcher Weg f\u00fchrt zu diesem verborgenen Ort, der schon immer da war?<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 \u00a0 Auf einem Flohmarkt in der N\u00e4he unseres Hauses, wo wir uns gestern durchschlendernd vorfanden, der alte Zauber nahezu ungebrochen, tausend Jahre March\u00e9 de Puces, nun so ziemlich ohne Fl\u00f6he, erholte sich zumindest mein Auge etwas\u00a0 von der latenten An\u00f6dnis, die mich in Stra\u00dfen mit L\u00e4den ergeifen kann. 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