{"id":6961,"date":"2019-01-31T04:55:39","date_gmt":"2019-01-31T04:55:39","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=6961"},"modified":"2019-01-31T07:42:07","modified_gmt":"2019-01-31T07:42:07","slug":"kulisse","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=6961","title":{"rendered":"Kulisse"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-6962\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20190131_0914131-209x300.png\" alt=\"\" width=\"304\" height=\"436\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20190131_0914131-209x300.png 209w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20190131_0914131-714x1024.png 714w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20190131_0914131.png 723w\" sizes=\"auto, (max-width: 304px) 100vw, 304px\" \/><\/p>\n<h5>Lebt man in der N\u00e4he eines orientalischen Bazaars, wei\u00df man, was eine facettenreiche Ger\u00e4uschkulisse ist. Lebt man dort l\u00e4nger, beginnt man gewissen Ger\u00e4uschen hinterher zu forschen. Es kam auch schon vor, dass ich zu n\u00e4chtlichster Stunde aufgestanden bin, um ein bestimmtes Ger\u00e4usch zuordnen zu k\u00f6nnen. Einmal war ich mir lange sicher, eine Pappkarton kauende Kuh zu h\u00f6ren, aber jeden Morgen p\u00fcnktlich um 3 Uhr 30, nein. Es war ein Mann, der, als erster auf der Bildfl\u00e4che erscheinend, \u00fcberall weggeworfene Kartons einsammelte und in einem riesigen Sack wegtransportierte. Dann schreit um 5 Uhr, und auch das p\u00fcnktlich wie die Smartphone-Uhr, eine Frau, die um diese Zeit aus einem Hinterhaus ins Freie gef\u00fchrt wird von einer anderen Frau, die st\u00e4ndig auf sie einredet. Ich denke, es ist die Frau, die dann sp\u00e4ter so ziemlich den ganzen Tag auf einem Stein sitzt mit verbl\u00fcffend leeren Augen. Dazwischen muss man sich endlose Hundegebellschlachten vorstellen. Der dann endlich menschenstill gewordene Teil der Nacht geh\u00f6rt den Hunden, die ihre Jagdreviere verteidigen und gerne in Rudeln einen Fremdling jagen. Dann d\u00e4mmerts, und ein Mann betritt den noch verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig passantenfreien Marktplatz. Man h\u00f6rt sein Erscheinen an seinen Worten, bzw einem einzigen Wort, das ist Babu. Baaaaaabbbbuuu!, schreit er von nun an regelm\u00e4\u00dfig, denn Babu darf ohne Leine herumtoben, solange der Verkehr noch \u00fcberschaubar ist. Babu ist, das habe ich sp\u00e4ter drau\u00dfen gelernt, ein riesiger wei\u00dfer Kuschelhund, und er und sein Herrchen sind eins. Die sich dort langsam Ansammelnden schreien auch manchmal Baaabuuu, wenn Babu sich zu weit entfernt, denn jeder hat gern was zu tun, eine Aufgabe, in der er behilflich sein kann. Nun haben bereits die meisten Tempel ihre Lautsprecherorgien hinter sich, und man ahnt mit der Zeit, dass es sich hier nicht um aufrecht sitzende M\u00e4nner mit gro\u00dfer Insichgekehrtheit handelt, sondern um H\u00e4nde, die auf einen Knopf dr\u00fccken zur als heilig gepriesenen Zeit,, und die einst f\u00fcr die Ewigkeit gew\u00e4hlte Musik-oder Sprechnummer l\u00e4uft ab. Interessant auch, dass man manche Ger\u00e4usche einfach aufh\u00f6rt zu h\u00f6ren. So h\u00f6rt man die t\u00e4gliche Soundkulisse ja auch nicht jeden Tag, und auch nicht auf diesselbe Weise. Es ist vermutlich das Bewusstgemachte, das dann gespeichert wird und sich beliebig meldet. Ach ja, das Hupen, das f\u00e4ngt auch sehr fr\u00fch an, gnadenloses Gehupe, denn ohne Hupen k\u00e4men hier auf den Stra\u00dfen sehr viel mehr Menschen ums Leben. Ja, die Motorr\u00e4der. Da str\u00f6men sie alle aus den H\u00e4usern und Gassen durch den Bazaar, nur weg von zuhause ins wichtige Irgendwo. Dann la\u00fcft das Spiel ab mit seiner aus dem Zusammensein geborenen Ger\u00e4uschkulisse. Am See, ein paar Meter weiter, immer noch Stille.<\/h5>\n<p>Das Bild zeigt ein weggelegtes und dann n\u00e4her betrachtetes<br \/>\nPinselabwischtuch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Lebt man in der N\u00e4he eines orientalischen Bazaars, wei\u00df man, was eine facettenreiche Ger\u00e4uschkulisse ist. Lebt man dort l\u00e4nger, beginnt man gewissen Ger\u00e4uschen hinterher zu forschen. Es kam auch schon vor, dass ich zu n\u00e4chtlichster Stunde aufgestanden bin, um ein bestimmtes Ger\u00e4usch zuordnen zu k\u00f6nnen. 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