{"id":6894,"date":"2019-01-22T05:40:04","date_gmt":"2019-01-22T05:40:04","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=6894"},"modified":"2019-01-22T05:40:04","modified_gmt":"2019-01-22T05:40:04","slug":"erinnern-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=6894","title":{"rendered":"erinnern"},"content":{"rendered":"<p><a class=\"irc_mil i3597\" tabindex=\"0\" href=\"https:\/\/deskgram.net\/explore\/tags\/Jhochhen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" data-noload=\"\" data-ved=\"2ahUKEwi8ia3a2P7fAhUSeysKHaIgA4kQjRx6BAgBEAU\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"irc_mi\" src=\"https:\/\/scontent-mia3-1.cdninstagram.com\/vp\/068f76900ac44da99889877e298b02cb\/5CA03BFF\/t51.2885-15\/e35\/43913405_268386647147695_7128716768072757384_n.jpg\" alt=\"Image result for Ira Cohen Petra Vogt\" width=\"282\" height=\"353\" \/><\/a><\/p>\n<h5>Manchmal kann man auf \u00fcberraschende Weise auf sich selbst treffen. Es gibt z.B. die Pappkisten, in denen sich die Beweise des vergangenen Lebens ansammeln und dort h\u00e4ufig genug zu geistigem Staub werden. Man kann sich schwer von ihnen trennen, weil man in etwas dumpfer Weise vermutet, eines Tages doch noch hineinzuschauen und was auch immer dadurch zu erleben, was ja schon durchlebt wurde, nun aber vielleicht eine Neugier entfacht, ob man wohl wieder erkennt, wer man war, beziehungsweise immer noch ist. Als wir noch Briefe schrieben, die z.B. von Indien nach Deutschland gut ihre zehn Tage brauchen konnten und unter Umst\u00e4nden auch als leere Kuverts ankamen, wurden sie nat\u00fcrlich auch gesammelt (Ahh!, der Geruch des Papieres!), und automatisch wurde die F\u00e4higkeit des Menschen kultiviert, sich\u00a0 aus dem Nu heraus zu bewegen und ihn in andere Zeitr\u00e4ume zu transportieren. Man k\u00f6nnte zum Beispiel auch zur eigenen Unterhaltung irgendwo im inneren Raum einen riesigen Dachboden erschaffen, wo man (kurz) M\u00e4nner und Frauen hineinprojeziert, die versunken und entgeistert in ihren Briefb\u00fcndeln w\u00fchlen. Mit den Smartphones sorgt man sich ja eher um unknackbare Kennworte, wenn z.B.Vergangenes f\u00fcr Andere nicht zug\u00e4nglich sein soll. Wem kann man trauen, nicht von Neugier \u00fcberw\u00e4ltigt zu werden? Nun ist ja die stets hochaktuelle Frage: wer war und ist man denn so? Erkennt man sich wieder in den unendlichen Geschichten und R\u00e4umen und G\u00e4rten und Pal\u00e4sten und H\u00fctten und Tempeln und L\u00e4ndern und W\u00e4ldern und St\u00e4dten und Gassen etc, in denen man sich alleine und mit Anderen bewegt hat. Wer waren denn die Anderen f\u00fcr einen, und wer war man f\u00fcr sie? Oder man kann die Erinerung an Vergangenes ganz neu erfahren, also im Kontext des Jetztseins. Aber, da das Entschwundene bereits gelebt wurde, ist man nun besch\u00e4ftigt mit den trickreichen Formen der Erinnerung. St\u00f6\u00dft man aber im Jetzt auf Unwegsames, das einen an der Lebendigkeit des eigenen Stromes hindert, ist es ratsam, sich Hilfe zu suchen bei Menschen, die sich Kenntnis angeeignet haben \u00fcber den Umgang mit psychischen Hindernissen. Ich habe selbst nach Jahren von meditativer Praxis verstanden, wie unerl\u00e4sslich\u00a0 f\u00fcr westliche Menschen es ist, sich den komplexen Vorg\u00e4ngen der eigenen Psyche zumindest zeitweise intensiv zu widmen. Ich danke auch gerne f\u00fcr alle Hilfe, die ich diesbez\u00fcglich erhalten habe. Nun wurde ich gestern durch einen Anruf aus Boston, wo es Abend ist bei meinem Morgen, auf einen Link hingewiesen, wo sich ein Photo von mir befand, das ich noch nie gesehen hatte und habe mir erlaubt, es im heutigen Blog erscheinen zu lassen. Der Anrufer aus Boston ist der Sohn des Mannes, der einmal mein Weggef\u00e4hrte war, und wir kamen zusammen aus New York nach Indien. Er war u.a. ein besessener Photograph, und mehr als tausend Photos von mir liegen irgendwo in Sammlungen herum, und selbst wenn ich wollte, h\u00e4tte ich keinen Zugang mehr zu ihnen, denn der Bildsch\u00f6pfer lebt nicht mehr, und seine Bilder waren hoch im Kurs. Aus einer Zeit, die wir f\u00fcr unsterblich hielten, und an die sich kaum einer mehr erinnert. Aber was wei\u00df man schon von dem, an was sich ein Mensch erinnert. Manchmal weht durch einen sich gerade im Wachwerden befindlichen Geist eine Erinnerung, und man geht ein bisschen hinein und schaut herum. Meine G\u00fcte, denke ich dann, ich k\u00f6nnte von dieser kleinen Ecke im Korridor des Seins schon ein B\u00fcchlein f\u00fcllen, w\u00e4re ich eine kompetente Erinnerungserz\u00e4hlerin. Ich schaue das Bild an und habe keine Ahnung, wo und wann und wie das war. Keiner wei\u00df es, und was w\u00fcrde es \u00e4ndern, wenn ich es erinnern k\u00f6nnte. Es war, was es war, das ist alles, was ich sehen kann. Das war ich, kein Zweifel. Und dabei wird es wohl bleiben, solange es dauert, und bis &#8222;es&#8220; g\u00fcnstigerweise ganz und gar zum Ich geworden, oder vielleicht gar dar\u00fcber hinausgewandert ist.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Manchmal kann man auf \u00fcberraschende Weise auf sich selbst treffen. Es gibt z.B. die Pappkisten, in denen sich die Beweise des vergangenen Lebens ansammeln und dort h\u00e4ufig genug zu geistigem Staub werden. 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