{"id":6879,"date":"2019-01-21T02:00:18","date_gmt":"2019-01-21T02:00:18","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=6879"},"modified":"2019-01-21T02:06:56","modified_gmt":"2019-01-21T02:06:56","slug":"fremd-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=6879","title":{"rendered":"fremd"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-6881\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20190120_0914011-297x300.jpg\" alt=\"\" width=\"354\" height=\"358\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20190120_0914011-297x300.jpg 297w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20190120_0914011-768x776.jpg 768w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20190120_0914011.jpg 818w\" sizes=\"auto, (max-width: 354px) 100vw, 354px\" \/><\/p>\n<h5>Das Thema &#8222;fremd&#8220; taucht ja zwischen dem Westen und dem Osten h\u00e4ufig auf, vor allem im Kontext mit Indien, und ich erinnere mich sehr gut, wie schwierig so einiges zu vermitteln war an den Erfahrungen, vielleicht auch alles, als es sich ergab, dass die Reise immer wieder zwischen den beiden Welten stattfand. Es ist ja auch erst in dieser Zeit, dass sich Gruppen von Touristen gemeinsam durch die Gassen wagen. Ob aus China oder Korea oder Deutschland oder wo auch immer her, sie haben alle diesen gemeinsamen Blick, in dem vor allem das Gef\u00fchl einer Fremdheit zu sehen ist. Es ist nicht so leicht, das \u00d6stliche zu durchdringen, weil es tats\u00e4chlich Jahre braucht, bis diese Durchdringung einer anderen Kultur, hat man lange genug durchgehalten, einem auf einmal, vorkommt wie das Eigene, was es ja dann auch sein kann und ist, hat man sich selbst nicht irgendwo im fremden Land stehen gelassen, weil man dachte, man kann das alles auf Indisch machen. Geh in\/disch. Die Inder sind ein kultiviertes und freundliches Volk, und auch trotz der Schrecken, die sich hier in den Ver\u00e4nderungen zeigen, kann man diesen feinen und kultivierten Geist noch sp\u00fcren, auch in dem Erwachen zu einer Welt, die sich mit diesem Geist immer schwerer verbinden l\u00e4sst. Aber Fremdheit und N\u00e4he sind tats\u00e4chlich Gef\u00fchle, die mit der eigenen Verbindung zur Welt etwas zu tun haben, Es gibt ja diese Mini-Anekdote von Indien, dass Menschen, die hereinkommen, es entweder lieben oder hassen. Als ich \u00fcber die Grenze kam in Lahore, damals war die Reise \u00fcber Land noch m\u00f6glich, war ich hell begeistert. Alles, worauf mein Auge fiel, schien mir vertraut und anregend: das Chaos, die Ordnungen, die Ger\u00fcche, die Musik, die Menschen, alles von einer solchen Vielfalt, dass es war, als w\u00fcrde man in ein gutes Buch hineinwandern, das einem auf jeder Seite etwas Geheimnisvolles enth\u00fcllt, und man will nicht mehr ohne es sein. Wer h\u00e4tte ahnen k\u00f6nnen, dass wir, die neuen Fremdlinge und Weltenwanderer, diese Inhalte, denen wir begegneten und auf v\u00f6llig verschiedene Weisen umsetzten, nach und nach in den Westen tragen w\u00fcrden, wiederum in immer neuen Formen und Gruppen und Wissensverarbeitungen, sodass man davon ausgehen kann, dass die Aufenthalte in Indien Millionen von Leben grundlegend ver\u00e4ndert haben. Fr\u00fcher dachte ich auch \u00f6fters, jeder Mensch m\u00fcsste zumindest einmal seinen Fu\u00df auf diese Erde setzen und schauen, ob er fleihen oder bleiben m\u00f6chte im Land, das als Wiege der Menschheit gesehen wurde und vielleicht noch wird, oder ob es vielleicht eines Tages nach Qualen und Schmerzen des Reifeprozesses zur\u00fcckfindet zu seinem ureigenen Ton. Das ist wahrlich befremdlich, was hier an Wissen t\u00e4glich gemurmelt wird, und wie eine Leere sich ausbreitet in ein gef\u00e4hrliches Nichts hinein, das immer mehr getragen wird vom Haben und vom Habenwollen, und immer weniger vom Sein. Ich selbst bin meinem Schicksal zutiefst dankbar daf\u00fcr, dass ich noch rechtzeitig aufnehmen konnte, was so reichhaltig vorhanden war von der nat\u00fcrlichen, vedischen Hochkultur, die einem alles abverlangte an geistigem Abenteuer. Ich selbst sch\u00e4tze jetzt eine gute, innere Ausgleichung an N\u00e4he und Fremdheit, die mir em\u00f6glicht, ob allein oder mit Anderen, mich an meiner eigenen Gesellschaft und gleicherma\u00dfen an der Gesellschaft der Anderen zu erfreuen. In der indischen Schulung habe ich Menschen lieben gelernt. Und ja, manchmal ist es doch besser, auch ein Alien zu sein anstatt zu tun, als sei das Ganze einfach normal und g\u00e4be keinerlei unl\u00f6sbare R\u00e4tsel auf. Ich verneige mich vor dem Unl\u00f6sbaren.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Thema &#8222;fremd&#8220; taucht ja zwischen dem Westen und dem Osten h\u00e4ufig auf, vor allem im Kontext mit Indien, und ich erinnere mich sehr gut, wie schwierig so einiges zu vermitteln war an den Erfahrungen, vielleicht auch alles, als es sich ergab, dass die Reise immer wieder zwischen den beiden Welten stattfand. 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