{"id":6793,"date":"2019-01-10T05:01:16","date_gmt":"2019-01-10T05:01:16","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=6793"},"modified":"2019-01-10T05:06:59","modified_gmt":"2019-01-10T05:06:59","slug":"baden-3","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=6793","title":{"rendered":"baden"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-6794\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20190108_0833131-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"476\" height=\"268\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20190108_0833131-300x169.jpg 300w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20190108_0833131-768x432.jpg 768w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20190108_0833131-1024x576.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 476px) 100vw, 476px\" \/><\/p>\n<h5>Wenn ich morgens vermummt durch die Morgenk\u00e4lte gehe und meistens unterwegs den Grasverk\u00e4uferinnen entkommen muss, die mit ihren B\u00fcndeln (Kuhfutter) vor den vorbeigehenden Nasen herumwedeln, dann noch ein paar Worte mit Prithvi wechsle, einem jungen, einbeinigen Bettler, dann vorbei an einigen Tempelt\u00fcren, dann sehe ich schon von Weitem die Lemuren, die in den ersten Sonnenstrahlen baden. Dann gehe ich auf meinen Sitz zu und mache dasselbe. Sonnenbaden. Wie begl\u00fcckend und entspannend das ist, einfach eine Weile in der Sonne zu sitzen und auch von au\u00dfen nach innen die W\u00e4rmezufuhr zu sp\u00fcren. Die Inder staunen immer mal wieder \u00fcber den Kerzenverbrauch von uns Westlern. Kerzen werden hier im Haus nur bei Stromausfall benutzt, was immer noch h\u00e4ufig genug vorkommt, und das stundenlang. Im Westen sind Kerzen eine Art Zuversicht, dass das Licht trotzdem brennt, und wer brennende Scheite in einen Ofen legen kann und dem Flackern zuschauen, ist schon gut dran. Hier genie\u00dfen alle den Winter, weil da eine kurze Zeit die Strahlen der feurigen (und m\u00e4nnlichen) Gottheit gn\u00e4dig sind, und einige Monate sp\u00e4ter keine liebe Sonne mehr, in der man sich aalen kann. Die K\u00fche stehen jetzt am Morgen wie gebannt in der Gegend herum, die Hunde schlafen. Unterwegs erkundigen sich einige nach den heftigen Schneef\u00e4llen, von denen sie in der Hindu Times gelesen haben. Habe ich auch gelesen, Bayern im Schneechaos. Wenn es nur diese klimatischen Abenteuer w\u00e4ren, die Menschen gemeinsam bew\u00e4ltigen m\u00fcssten, ginge es vielleicht menschlicher zu. Manche Menschen sind gerne Helden und wenn sie das Heldenhafte vollbringen, f\u00fchlen sie sich gut. Auf der anderen Seite ist jedes Leben schlichtweg ein Heldenepos, man braucht nur die n\u00f6tige Distanz, um es wahrzunehmen. Heute morgen am See, mit k\u00f6stlichem Tee (chai), den Laxmi Kant in seinem winzigen Zimmer innerhalb des Tempelgel\u00e4ndes f\u00fcr uns macht, meinte der Priester, man k\u00e4me doch an das Wissen ohne Guru nicht heran. Das sehe ich gar nicht so, bzw finde es v\u00f6llig unzeitgem\u00e4\u00df, vor allem aus offensichtlichem Mangel an solchen Gesch\u00f6pfen, denen man zutrauen w\u00fcrde, brauchbares und notwendiges Wissen weiterzugeben. Und doch wird Wissen, was auch immer man darunter versteht, seit Urzeiten weitergegeben, so als k\u00f6nnte der Mensch, der einfach so lebt, gar nicht an &#8222;es&#8220; rankommen. Dieses ber\u00fchmte &#8222;Es&#8220; kann man hier auch in ein &#8222;Ich&#8220; verwandeln, bevor es weitergeht. Ist man an diesem Pfad interessiert, steckt man sich seine oder ihre eigene Route. Wer suchet, der findet, auch ohne Glaubenslehren. Man muss sich das selbst mal klar machen, was unsere gegenw\u00e4rtige Zeit ganz wie nebenher anbietet: Zugang zu jeder Art Wissen, f\u00fcr das ich geeignet bin. Wie merke ich, f\u00fcr was ich geeignet bin? Ich betrachte mein Leben sorgsam und schaue, ob es mir gut tut. Wer ist verantwortlich, wer kann \u00e4ndern, was nicht stimmt? Das ist und bleibt unter allen Umst\u00e4nden die selige M\u00fchsal, einen guten Tag zu erschaffen, der meinen tieferen Bed\u00fcrfnissen entspricht. Dass ich mich in der scheinbaren Ewigkeit langsam vergehender Tage selbst erkennen und feststellen kann: Ja, das bin ich, das ist der Grund meines Daseins: dass ich mich selbst erkenne, denn nur \u00fcber diesen Weg kann ich alles andere erkennen. Wer wird mir sagen k\u00f6nnen, wer ich bin, auch wenn die klugen S\u00e4tze \u00fcberall durch die Welt ziehen. Wie bastle ich sie um in meine eigene Erfahrung, meine ureigene Erkenntnis. Die einzige, die mir Resonanz geben kann auf das, was ich bin, jenseits vom Kreislauf der Geschichten und der Gedanken und der Erinnerung.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn ich morgens vermummt durch die Morgenk\u00e4lte gehe und meistens unterwegs den Grasverk\u00e4uferinnen entkommen muss, die mit ihren B\u00fcndeln (Kuhfutter) vor den vorbeigehenden Nasen herumwedeln, dann noch ein paar Worte mit Prithvi wechsle, einem jungen, einbeinigen Bettler, dann vorbei an einigen Tempelt\u00fcren, dann sehe ich schon von Weitem die Lemuren, die in den ersten Sonnenstrahlen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-6793","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6793","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6793"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6793\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6798,"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6793\/revisions\/6798"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6793"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6793"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6793"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}