{"id":6770,"date":"2019-01-07T05:21:58","date_gmt":"2019-01-07T05:21:58","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=6770"},"modified":"2019-01-07T06:00:01","modified_gmt":"2019-01-07T06:00:01","slug":"6770","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=6770","title":{"rendered":"Mo. bzw. So."},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-6772\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20190107_0737291-300x297.jpg\" alt=\"\" width=\"328\" height=\"325\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20190107_0737291-300x297.jpg 300w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20190107_0737291-150x150.jpg 150w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20190107_0737291-768x761.jpg 768w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20190107_0737291.jpg 987w\" sizes=\"auto, (max-width: 328px) 100vw, 328px\" \/><\/p>\n<h5>Im Bild sehen wir einen von Genderfragen und Weltverh\u00e4ltnissen unbehelligten Raum-T\u00e4nzer bei der Morgen-Praxis. Nachdem das gekl\u00e4rt ist, kann es weitergehen. Nein, erst noch einen Schritt zur\u00fcck. Vor Jahren habe ich aus verschiedenen Gr\u00fcnden entschieden, am Sonntag nicht hinauszugehen. E i n Grund ist, dass sonntags das Dorf mit Pilgern und indischen Touristen derart bev\u00f6lkert ist, dass die Einheimischen im Gew\u00fchle untergehen. Viele indische M\u00e4nner kommen auch in Gruppen, belastet und beladen mit allerlei unguten Phantasien, die sich meist nur in erh\u00f6hten Alkoholkonsum umsetzen, das ist eine Neuheit, zumindest hier im offenen Raum. Die Enthemmung hat ihren Preis. Es gibt ein neues Gesetz, das die Todesstrafe festgelegt hat. F\u00fcr Vergewaltigung von Kindern bis 12 Jahren. Man muss sich mal vorstellen, wie viele Verbrechen begangen werden m\u00fcssen, damit eine Regierung zur Abschreckung auf so einen Gedanken kommt. Todesstrafe, wenn das Opfer nach der Tat so gesch\u00e4digt ist, dass es kein normales Leben mehr f\u00fchren kann. Und sonntags lese ich dann, \u00f6fters zu meinem Bedauern in eigener Regie, zu lange die Sonntagszeitung. So habe ich tagelang nur fl\u00fcchtig\u00a0 die Schlagzeilen bzw. Schlachtzeilen um einen indischen Tempel in Kerala \u00fcberflogen, ach nee, dachte ich, schon wieder!, und gestern habe ich es dann mal verstehen wollen, was eigentlich war und warum die Menge tobt und Tote hervorbringt in einem neuen Wahngebilde. Also die Regierung hat gesetzlich ein Gebot aufgehoben f\u00fcr einen Tempel, den Sabarimala-Tempel (nie vorher geh\u00f6rt), eine G\u00f6ttin, der man irgendwann auch ein z\u00f6libat\u00e4res Leben andichtete, um die &#8222;Reinheit&#8220; der Sache zu betonen. N\u00e4mlich war bis dato Frauen zwischen 10 und 50 Jahren der Eintritt ins Heiligtum verboten, man rate m\u00fchelos, weshalb. Ich habe mich schon \u00f6fters mal in den Jahren gefragt, wie d i e, wer auch immer es sei, \u00fcberhaupt wissen, dass eine Frau in diese vor allem f\u00fcr Priestergehirne &#8222;unreine&#8220; Phase kommt. In Tamil Nadu fragte ich einmal, warum manche Frauen ein gelbes Gesicht hatten, und man erkl\u00e4rte mir, sie m\u00fcssten Kurkuma-Paste auflegen an den Tagen, damit jeder wei\u00df, was los ist. Nun sind\u00a0 also drei Frauen am Dienstbotennebeneingang des Tempels unter Polizeischutz eingeschleust worden, denn drau\u00dfen stand eine tobende Meute usw. Die Namen der Frauen werden nicht genannt, und irgendwie m\u00fcssen sie auch wieder rausgeschleust worden sein. Noch leben sie. Ich kann das nur als eine politische Aktion verstehen, alles andere w\u00e4re zu grotesk und zu unw\u00fcrdig, und sollte keineswegs als feministische Heldenleistung angesehen werden. Auch die Hoffnung, dass die keusche G\u00f6ttin die Gehirne der Gl\u00e4ubigen reinwaschen k\u00f6nnte, kann ich leider nicht haben, da mich Sabiramala nur im Kontext des indischen Erwachens interessiert, bzw. im Kontext des langen W\u00e4lzens im Schlaf. Da meine Internetverbindung nicht immer stabil ist, bekomme ich von der Weltpolitik meist nur die &#8218;Global Page&#8216; der Times mit, das reicht auch h\u00e4ufig. Gestern gab es unten auf der Seite einen Bericht dar\u00fcber, dass die AfD &#8222;rot&#8220; gesehen hat, als freie Karten ausgegeben wurden f\u00fcr den Film &#8222;Schindlers Liste. Es wurde erw\u00e4hnt, dass AfD-Mitglieder die Nazizeit als einen Vogelschiss bezeichnet haben, in der englischen \u00dcbersetzung hie\u00df das &#8220; a speck of bird poop in more than 1000 years of successful german history&#8220;. Sowas k\u00f6nnte Narendra Modi auch sagen, und wahrscheinlich w\u00e4re bei ihm das vorhandene Grauen noch ein kleinerer &#8222;speck of bird poop&#8220; im Angesicht der indischen Ewigkeit. Dann war gestern mal wieder so ein Tag, wo ich den G\u00f6ttern (ja wem sonst) danken konnte, dass ich nicht raus musste (zur Arbeit), denn der Nebel war so dicht, dass erst am Nachmittag auf die schlecht gelaunte Menge, die sich durch den Bazaar qu\u00e4lte, ein paar Sonnenstrahlen fielen. Und das war nicht alles an guten Nachrichten. Die erste Geldsammlung des Marktplatzes war zustande gekommen, um die in diesem Monat beliebte und karmaf\u00f6rdernde Leistung zu erbringen, stundenlang Pakoras (s\u00fc\u00dfe und scharf gew\u00fcrzte Teigteile) in riesigen, mit gutem \u00d6l sizzelnden Pfannen herzustellen und an jeden zu verteilen, der sie m\u00f6chte. Mir lief schon vom Fenster aus beim Anblick der zufrieden blickenden PakoraesserInnen das Wasser im Mund zusammen, da brachte mir Mohan einen geh\u00e4uften Teller davon.\u00a0 Wer nicht wei\u00df, was leckere Pakoras sind, sollte unbedingt mal bei Lord Google nachschlagen oder sie mal in einem indischen Restaurant bestellen. Aber ob sie an den Genuss dieser g\u00f6ttlichen Gabe herankommen, muss ich bezweifeln. Was f\u00fcr ein Gl\u00fcck und was f\u00fcr eine Zufriedenheit hier verbreitet wurde. Gute, k\u00f6stliche Ware, und alles f\u00fcr den Genie\u00dfenden kostenfrei, denn die Geldgeber haben auch was davon. Stolz schauen sie auf das Resultat ihres Karmaliftes. Man freut sich doch auch \u00fcber jedes gute Erleben und jede gute Nachricht.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Bild sehen wir einen von Genderfragen und Weltverh\u00e4ltnissen unbehelligten Raum-T\u00e4nzer bei der Morgen-Praxis. Nachdem das gekl\u00e4rt ist, kann es weitergehen. Nein, erst noch einen Schritt zur\u00fcck. Vor Jahren habe ich aus verschiedenen Gr\u00fcnden entschieden, am Sonntag nicht hinauszugehen. 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