{"id":6756,"date":"2019-01-04T12:05:08","date_gmt":"2019-01-04T12:05:08","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=6756"},"modified":"2019-01-04T12:40:20","modified_gmt":"2019-01-04T12:40:20","slug":"6756","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=6756","title":{"rendered":"Gl\u00fccksfall"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-6757\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20190104_0731281-291x300.jpg\" alt=\"\" width=\"339\" height=\"349\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20190104_0731281-291x300.jpg 291w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20190104_0731281-768x790.jpg 768w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20190104_0731281.jpg 890w\" sizes=\"auto, (max-width: 339px) 100vw, 339px\" \/><\/p>\n<h5>Gestern war ich unterwegs (online), da wurde ich durch den algorithmicus youtubicus auf einen Vortrag aufmerksam und h\u00f6rte auch bis zum Ende zu, als das ganze Publikum sich erhob und dezent klatschte als eine Art Geste der Verneigung vor einem Mann, der sein schwer vorstellbares Schicksal im bestm\u00f6glichsten Sinn meisterte. Nach einem Unfall, (massiver Stromschlag) mussten beide Beine amputiert werden und der linke halbe Arm fehlte auch. Der rechte Arm war so verbl\u00fcffend lebhaft, und so war der Geist und sein Inhalt, sodass einem das k\u00f6rperliche Desaster erst nach und nach auffiel. Die modernen Prothesenbeine, nicht verh\u00fcllt, sondern sichtbar, manchmal \u00fcbereinandergeschlagen, es war nicht so einfach, hinzuschauen. Sein Thema war die N\u00e4he des Todes, in die er viele Male\u00a0 gekommen war. Ja, er beschrieb seinen Heilungsprozess als die N\u00e4he des Todes an sich, und sein Leben und seine Arbeit kreisten ganz eindeutig um diese N\u00e4he herum, die er den Menschen ans Herz legen wollte. Das konnte er gut. Einem klar machen, wie dieser Tod auch immer da ist, fast unmerklich, aber untrennbar verbunden mit dem lebendigen Vorgang, dem das Verg\u00e4ngliche beigegeben ist wie jedem guten Essen und dem Erstaunen, dass sich die Neujahrszahlen zu einem Leben reihen, dessen Tr\u00e4ger g\u00fcnstigerweise wahrnehmen k\u00f6nnen, dass ein unvermeidliches Abenteuer noch auf uns wartet, wenn alles, was gelebt wurde, sich sammelt an einem Tor, und dann: wo ist der Schl\u00fcssel. Einmal, als ich in Kathmandu lebte und ein guter Freund von uns starb, war ich froh,\u00a0 dass ich gute Beziehungen hatte zu den dort lebenden Buddhisten und ihren M\u00f6nchen, die sich bereit erkl\u00e4rten, die Bardo-Reise f\u00fcr ihn zu organisieren. 49 lange Tage, begleitet von denen, die wissen, was da los ist und einem das Gef\u00fchl geben, der oder die Gegangene ist gut aufgehoben. Die Trompeten bliesen, die Rituale liefen, wir wurden jeden Tag informiert, wie es ihm geht, und dass er nicht einschl\u00e4ft und auf irgendeine Nebenstra\u00dfe abzwitschert, wo es doch darum geht, das, was unterwegs ist, in die n\u00e4chste Geburt zu geleiten. F\u00e4ngt man bei so etwas zu zweifeln an, muss man eigene Wege finden und gehen. Ist man von W\u00e4rme und Freundschaft umgeben, f\u00e4llt den Anwesenden sicherlich eine ad\u00e4quate Form ein, wie man den Abschied gestalten kann, um der Trauer den angemessenen Rahmen zu geben, oder auch, um W\u00fcnsche zu erf\u00fcllen, die rechtzeitig ge\u00e4u\u00dfert wurden. Die Reise auf dem Planeten kann einem lang oder kurz vorkommen, es kommt immer auf die Wahrnehmung und das Wahrgenommensein an. Der Sadhu-M\u00f6nch sagte heute fr\u00fch am See, es w\u00fcrde sehr lange dauern, bis einer ein Mensch wird, und immer, wenn es geschieht, sei es ein Gl\u00fccksfall. Sagte ein Alien zum anderen: &#8222;Das ist also der ber\u00fchmte, blaue Planet, auf dem die Gl\u00fccksf\u00e4lle kommen und gehen.&#8220;<\/h5>\n<p>Das Bild habe ich in den letzten Tagen w\u00e4hrend des Sterbeprozesses einer Frau gemalt, die ich nur vom H\u00f6rensagen kannte, die mir aber dadurch vertraut wurde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern war ich unterwegs (online), da wurde ich durch den algorithmicus youtubicus auf einen Vortrag aufmerksam und h\u00f6rte auch bis zum Ende zu, als das ganze Publikum sich erhob und dezent klatschte als eine Art Geste der Verneigung vor einem Mann, der sein schwer vorstellbares Schicksal im bestm\u00f6glichsten Sinn meisterte. 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