{"id":6617,"date":"2018-12-14T04:46:50","date_gmt":"2018-12-14T04:46:50","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=6617"},"modified":"2018-12-14T04:46:50","modified_gmt":"2018-12-14T04:46:50","slug":"spueren","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=6617","title":{"rendered":"sp\u00fcren"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-6618\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/20181214_071235-209x300.png\" alt=\"\" width=\"352\" height=\"506\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/20181214_071235-209x300.png 209w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/20181214_071235.png 599w\" sizes=\"auto, (max-width: 352px) 100vw, 352px\" \/><\/p>\n<h5>Weit entfernt davon, jemals etwas Geschriebenes illustrieren zu wollen oder zu k\u00f6nnen, so erstaunt mich doch manchmal als\u00a0 &#8222;Pinslerin&#8220;, dass sich in den Pinseleien zweifellos Spuren befinden von dem, was durch mich hindurchgeht. Das ist zum Gl\u00fcck nicht immer reflektionsdringlich, denn auch hier finde ich, sollte einerseits eine Resonanz stattfinden, andrerseits alles auch f\u00fcr sich stehen k\u00f6nnen, unabh\u00e4ngig voneinander, wenn auch verbunden. Aber als gestern dieses Bild oben unter meinen Augen und durch meine Hand entstand, da erinnerte ich mich an ein Video, dass mir in einer Mail empfohlen wurde und das ich nur teilweise sehen konnte wegen dem schwankenden Empfang. Es handelte von dem Arzt Dr. Mukwege, der im Kongo mit unvorstellbarem Einsatz unz\u00e4hlige Frauen wieder in eine Lebensm\u00f6glichkeit gebracht hat, nachdem sie als Kriegswaffe vergewaltigt wurden und oft in einem Zustand zu ihm kamen, der ihn nur noch fassungslos ersch\u00fcttern konnte. Uns nur noch fassungslos ersch\u00fcttern kann, wie es bei aller Dringlichkeit, das Leben auch als Geschenk zu betrachten, es auch wichtig ist, sich ersch\u00fcttern zu lassen vom Unma\u00df einer so h\u00f6llischen Gewalt, dass man den Tieren Unrecht tut, sie zu vergleichen. Kongo, Kongo, dunkles Wort. So dunkel, dass es Dr. Mukwege klar wurde, dass er die Welt davon informieren musste, und man kann nur hoffen, dass Bewegungen in Gang kommen, wo solche Dinge geschehen. Eine Frau aus Nigeria, deren Sohn vor ihren Augen erschossen wurde, sagte mir mal, ich h\u00e4tte doch die deutschen Gr\u00e4uel nicht verursacht, das waren Andere. Das mag sein, aber ich habe viel gelernt von diesem Grauen, mit dem ich mich erst tief besch\u00e4ftigt habe, als ich nach vielen Jahren zum ersten Mal wieder aus Indien zur\u00fcckkam nach Deutschland. Indien, wo der Name &#8222;Arya&#8220; heute noch Bedeutung hat, ebenso wie das Swastika. Es h\u00e4ngt also nicht von der Bildung ab, ob ein Mensch zum Raubmenschen mutiert oder zu sich selbst. Kann ein Mensch, der bei sich ist, zu einer niederen Sorte von Tier werden (?), wenn es das geben sollte, eine niedere Sorte von Tier. Man f\u00fcrchtet sie vielleicht wie Menschen, wenn sie todbringende Krankheiten in sich tragen. Als ich einst (&#8222;es war einmal&#8230;) in diesem Dorf ankam, war ich in ausschlie\u00dfliches Schwarz gekleidet und hatte einen Stab mit einem kleinen Totenkopf dran, ein Meisterwerk aus Rhinozerushorn. Viele erlaubten sich den Genuss eines kichernden Erschreckens und nannten mich Kalima. &#8222;Kal&#8220; bedeutet &#8222;Zeit&#8220; und &#8222;Tod&#8220;, und was auch immer jemand heraus-oder hineingelesen hat, es war in der darauffolgenden Zeit ein gro\u00dfer Schutz f\u00fcr mich, diesen Namen tragen zu k\u00f6nnen, den ich bis heute trage. Ich erw\u00e4hne das aus einem bestimmten Grund, denn heute fr\u00fch hatte ich ein gutes Gespr\u00e4ch mit dem Sadhu (M\u00f6nch), mit dem ich mich manchmal am Ufer des Sees unterhalte. Er betonte, wie alle Menschen seine Br\u00fcder und Schwestern seien, und wie sie alle gut zu ihm w\u00e4ren undsoweiter&#8230; Irgendwie z\u00fcndete bei mir der Gedanke, und auf dem Rest des Weges versuchte ich spielerisch, alle als meine Familienmitglieder zu sehen. Ich fand die Wirkung umwerfend und wirklich sehr unterhaltend, zu sehen, wie es tats\u00e4chlich Onkel und Tanten und Br\u00fcder und Schwestern usw gab, und auch ein paar, die Freunde waren, keine V\u00e4ter und M\u00fctter, eher Bachchas, Kinder, halt jedes in seiner und ihrer Art. Ob diese warmherzige Hervorsprudelung nun jeden Tag gelingt, no idea. Aber der Gedanke tauchte auf, dass ich froh bin, dass sich keiner mehr vor mir f\u00fcrchtet, und dass ich selbst meine Liebe sp\u00fcren kann, und dass es unendliche M\u00f6glichkeiten gibt, ihr Ausdruck zu verleihen.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weit entfernt davon, jemals etwas Geschriebenes illustrieren zu wollen oder zu k\u00f6nnen, so erstaunt mich doch manchmal als\u00a0 &#8222;Pinslerin&#8220;, dass sich in den Pinseleien zweifellos Spuren befinden von dem, was durch mich hindurchgeht. 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