{"id":6608,"date":"2018-12-13T05:04:17","date_gmt":"2018-12-13T05:04:17","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=6608"},"modified":"2018-12-13T05:30:41","modified_gmt":"2018-12-13T05:30:41","slug":"durchsetzen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=6608","title":{"rendered":"durchsetzen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-6610\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/20181213_072635-169x300.jpg\" alt=\"\" width=\"169\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/20181213_072635-169x300.jpg 169w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/20181213_072635-768x1365.jpg 768w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/20181213_072635-576x1024.jpg 576w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/20181213_072635.jpg 1080w\" sizes=\"auto, (max-width: 169px) 100vw, 169px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-6609\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/20181212_161811-209x300.jpg\" alt=\"\" width=\"209\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/20181212_161811-209x300.jpg 209w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/20181212_161811.jpg 299w\" sizes=\"auto, (max-width: 209px) 100vw, 209px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-6611\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/20181213_092145-86x300.png\" alt=\"\" width=\"86\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/20181213_092145-86x300.png 86w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/20181213_092145.png 236w\" sizes=\"auto, (max-width: 86px) 100vw, 86px\" \/><\/p>\n<h5>Wenn ich manchmal von dem Ort, an dem ich in Indien wohne, als einem &#8222;Dorf&#8220; rede, so meine ich ungef\u00e4hr 20 000 Einheimische (und Zugezogene), die auf unterschiedliche Weise davon betroffen sind, dass Menschen aus aller Welt und ihrem eigenen Land hier t\u00e4glich herumtraben, alle mit ihrem eigenen Programm besch\u00e4ftigt. Interessant fand ich immer, was sich durch die ganzen Kontakte dann durchsetzt. Als ich vor vielen Jahren ankam, war ich doch sehr (angenehm) \u00fcberrascht, in ganz vielen L\u00e4den Gem\u00e4lde von Salvador Dali zu sehen. Eifrig und v\u00f6llig unber\u00fchrt von copyright Gedanken kopierten sie seine Bilder auf Leinw\u00e4nde. Sie waren, wie ich von meinem Sindhi Freund h\u00f6rte, vor allem bei Israelis jahrelang ein Renner. Dann liefen irgendwann auf einmal alle mit den sogenannten Ali Baba Hosen durch die Gegend, ich habe noch ein paar, sehr bequem. Von den Smartphones muss man hier ja nicht unbedingt reden, sie geh\u00f6ren eher zur Sorte &#8222;Baghwan ka kamaal hai&#8220;, ein g\u00f6ttliches Wunder, da kaum jemand \u00fcbrigbleibt, der es nicht hat. Unter den Pilgern hat es sich durchgesetzt, dass ein Priester einer gr\u00f6\u00dferen Gruppe mit einem Mikrofon in der Hand vorne draus l\u00e4uft und den &#8222;heiligen&#8220; Sound vorgibt, den dann alle mitsingen sollen. Niemand wehrt sich, alle machen mit, obwohl es \u00fcberhaupt keinen Sinn macht und die Leute von ihren eigenen Eindr\u00fccken abh\u00e4lt. Irgend jemand denkt sich was aus, und eine Gruppe wiederholt es. Nicht einmal einen tiefen Satz m\u00f6chte man aus hundert Kehlen wiederholt haben. Sagte der Lama einst in Kathmandu zu mir auf meine Nachfrage, welchen Sinn denn solch ein Nachplappern mache. Das sei besser als unn\u00fctzes Reden, meinte er. Was das Durchsetzen betrifft, so habe ich schon mal &#8222;Amazon&#8220; erw\u00e4hnt, ein King unter Durchsetzern. Auch DDT, das es bei uns nicht mehr gibt, hat sich durchgesetzt, und &#8222;Maggi&#8220; (mit Nudeln im Paket), jetzt organisch angeboten von Ramdev, einem als heilig gesehenen Producer, von dessen Produkten man heimlich hofft, dass sie tats\u00e4chlich organischer sind als andere, da er inzwischen das ganze Land versorgt. Und gestern sa\u00df ich oben bei mir in der Sonne, die sich auch durchgesetzt hatte durch den Winternebel, und sah gegen\u00fcber diesen Traumf\u00e4nger. Traumf\u00e4nger haben sich hier eingeschlichen und sind in vielen L\u00e4den zu haben und h\u00e4ngen in Restaurants und Zimmern. Ein Brahmane hat mich neulich gefragt, was die denn machen, und wie sie es machen, aber ich konnte keine Antwort geben. Dabei ist es einfach: sie lassen die guten Tr\u00e4ume durchziehen und fangen die schlechten ein, eine erheiternde Idee, die sich leider nur im Zweifelsfreien umsetzen kann. Und ich denke auch nicht, dass der, der&#8217;s glaubt, selig wird oder erl\u00f6st vom k\u00f6niglichen Weg der Nachtgespinste, die nicht kontrollierbar sind, aber als Bewusstseinsweg zur Verf\u00fcgung stehen.\u00a0 Auch kommt mir gerade der k\u00fchne Gedanke, dass alles, was jeweils da ist, das Durchgesetzte an sich ist. Das Weltgeschehen formt sich aus dem, was sich durchsetzt. So ist\u00a0 es ja auch mit unseren eigenen Systemen, und in dem Sinne bin ich, was sich durchsetzen konnte von mir und meinen Anlagen. Das gibt zu denken und bietet eine gewisse Anregung beim Navigieren.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn ich manchmal von dem Ort, an dem ich in Indien wohne, als einem &#8222;Dorf&#8220; rede, so meine ich ungef\u00e4hr 20 000 Einheimische (und Zugezogene), die auf unterschiedliche Weise davon betroffen sind, dass Menschen aus aller Welt und ihrem eigenen Land hier t\u00e4glich herumtraben, alle mit ihrem eigenen Programm besch\u00e4ftigt. 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