{"id":6601,"date":"2018-12-12T07:10:20","date_gmt":"2018-12-12T07:10:20","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=6601"},"modified":"2018-12-19T06:26:09","modified_gmt":"2018-12-19T06:26:09","slug":"helfen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=6601","title":{"rendered":"helfen (!) (?)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-6604\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/20181211_175926.png\" alt=\"\" width=\"184\" height=\"299\" \/>\u00a0<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-6605\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/20181211_180105-289x300.png\" alt=\"\" width=\"289\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/20181211_180105-289x300.png 289w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/20181211_180105-768x796.png 768w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/20181211_180105.png 891w\" sizes=\"auto, (max-width: 289px) 100vw, 289px\" \/><\/p>\n<h5>Seit Tagen sitzt oder liegt eine Frau vor meiner T\u00fcr. Es ist ganz klar, dass sie keine Bettlerin ist, aber es ist auch nicht klar, was sie ist. Hinausgeworfen aus einem Haus, auf jeden Fall durch komplizierte Umwege auf diesen schwierigen Pfad gekommen. Zuerst habe ich sie fr\u00fchmorgens am Rand des Wassers in den ersten, w\u00e4rmenden Sonnenstrahlen sitzen sehen. Sie sprach mich mit makellosem Englisch an, allerdings auch mit &#8222;Hello, Darling&#8220;, was mich mundtot vor\u00fcberziehen lie\u00df. Dann wieder vor meiner T\u00fcr, auch keine normale\u00a0 Eingangst\u00fcr, sondern eine gro\u00dfe, solide Holzt\u00fcr, vor ihr noch ein geschmackvolles Gitter gegen die allgegenw\u00e4rtigen Tiere. Ich trete ein in eine ger\u00e4umige Halle mit eingebauter K\u00fcche und allem Drum und Dran. Drau\u00dfen die Frau. Eines Tages muss ich auf meinem Weg an ihr vorbeigehen und frage sie, ob sie denn keinen Wohnort hat. Sie hat nichts, sagt sie, kein Geld, kein Essen, nichts. F\u00fchle ich mich unkomfortabel, weil ich alles zur Verf\u00fcgung habe, was ich brauche, und da ist jemand, den das Schicksal, oder das &#8222;Karma&#8220;, wie sie es nennen, wirklich umgehauen hat. Und warum ist es mir so unangenehm, damit in Kontakt zu kommen. Als ich mir dann doch die Rede von A.Kram-Karrenbauer angeh\u00f6rt habe, war ich an e i n e m Punkt irritiert, n\u00e4mlich, als sie das gro\u00dfe &#8222;C&#8220; betonte, also die christlichen Werte des Ganzen, so als w\u00fcsste jeder in der Union, wie wichtig das f\u00fcr die Christen ist. Jesus, der durch die Gegend l\u00e4uft und Gutes tut, Kranken hilft und Arme tr\u00f6stet und was er nicht alles konnte. Offensichtlich kann ich das nicht, mit oder ohne Christentum. Ich dachte an Geld, aber das stimmte irgendwie nicht. Ich dachte an ein Angebot, oben bei mir eine Dusche zu nehmen, um mal wieder frisch zu sein, stimmte auch nicht. Die Story will ich auch nicht h\u00f6ren. Mitleiden will ich auch nicht. Am klarsten sp\u00fcre ich, dass ich nicht helfen kann oder will. Gestern Abend habe ich in dem Raum, in dem ich schlafe, das Fenster geschlossen. Da sa\u00df sie direkt vor mir und las ein Blatt der indischen Tageszeitung, das sie wohl irgendwo aufgelesen hat. Sie hat mich nicht bemerkt und ich habe in Zeitlupe das Fenster geschlossen. Mitleid ist bedr\u00fcckend, es ist mir unangenehm. Wie ist es m\u00f6glich, dass ein Mensch sich in so eine K\u00e4lte man\u00f6vriert, meine ich nun sie oder mich. Vielleicht f\u00e4llt mir ja noch was ein, vielleicht ein freundliches L\u00e4cheln, ein Zulassen von der Dunkelheit menschlicher Not, ein Moment menschlicher W\u00e4rme, den ich mit ihr noch nicht erschaffen konnte. Denn es sollte letztendlich ja nicht abh\u00e4ngig sein von Sympathie oder Antipathie, auch nicht von unn\u00fctzen Schuldgef\u00fchlen, auch nicht von der Tatsache, dass hier eine Frau eine sehr dunkle Zeit durchlebt. Und nachts unter meinem Fenster kauert, bis es stiller wird im Bazaar.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 Seit Tagen sitzt oder liegt eine Frau vor meiner T\u00fcr. Es ist ganz klar, dass sie keine Bettlerin ist, aber es ist auch nicht klar, was sie ist. Hinausgeworfen aus einem Haus, auf jeden Fall durch komplizierte Umwege auf diesen schwierigen Pfad gekommen. 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