{"id":6550,"date":"2018-12-05T03:33:54","date_gmt":"2018-12-05T03:33:54","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=6550"},"modified":"2018-12-05T03:41:59","modified_gmt":"2018-12-05T03:41:59","slug":"ankern","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=6550","title":{"rendered":"ankern"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-6551\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/20181204_093523-216x300.jpg\" alt=\"\" width=\"252\" height=\"350\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/20181204_093523-216x300.jpg 216w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/20181204_093523.jpg 369w\" sizes=\"auto, (max-width: 252px) 100vw, 252px\" \/>\u00a0<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-6552\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/20181204_070859-148x300.jpg\" alt=\"\" width=\"172\" height=\"349\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/20181204_070859-148x300.jpg 148w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/20181204_070859.jpg 167w\" sizes=\"auto, (max-width: 172px) 100vw, 172px\" \/><\/p>\n<h5>Gestern\u00a0kam ich mal wieder am herrschaftlichen Sitz der Bruderschaft (der Naths) vorbei, mit der ich mal eng verbunden war und die mir Erlaubnis geben mussten, in der W\u00fcste unter einem riesigen Banianbaum in einem Tempel zu wohnen, der unter ihrer Obhut stand. Die beiden Bilder, die ich gestern in ihrem Vorhof gemacht habe, musste ich in blitzschneller Eile hinbekommen, sonst w\u00e4re ich Fragen ausgesetzt gewesen, die ich nicht beantworten will. Das linke Bild zeigt den Wasserausgang aus einem ihrer kleinen Shivatempel, in dem der phallische Lingum thront (und auch die unerl\u00e4ssliche Yoni), der regelm\u00e4\u00dfig mit Wasser \u00fcbergossen wird, das dann aus dieser \u00d6ffnung herausflie\u00dft, in der ich den dunklen F\u00fcrsten erblickte, den ich festhalten wollte. Ja, es ist das Land der Pfauen und der Elefanten und der Kamele und der farbenpr\u00e4chtigen Gew\u00e4nder und \u00fcberhaupt: Tuch und Turban. Aber es ist auch das Land der dunklen Geheimnisse, und schon oft hatte ich den Eindruck, dass gerade das Wasser, auch als Monsoon, diese Geister auf die alten W\u00e4nde zeichnet und sie sichtbar macht. Das Bild daneben zeigt eine Flamme, dem schwarzen Gott Shani geweiht, die immer brennt mit reichlichem \u00d6lnachguss. Frauen sind nach wie vor auf der schwarzen Marmorfl\u00e4che nicht erlaubt, und das steht deutlich in gro\u00dfen Lettern geschrieben. Ich bemerke mit Freude, dass mein einstiger Versuch, das &#8222;nicht&#8220; (in Hindi) mit schwarzer Farbe auszul\u00f6schen, sich nach ihrem Abkratzen immer noch deutlich absetzt\u00a0 von den anderen Buchstaben in gelber Farbe. Manchmal m\u00fcssen einem kleine Aktionen gen\u00fcgen, um ein Zeichen in die Mitte der eigenen Ohnmacht zu setzen. Ich wage noch einmal die scheinbar \u00fcberholte Frage, wie es dazu kommen konnte, dass die beiden existierenden Geschlechter nicht in der Lage waren und sind, ihre gravierende Unterschiedlichkeit achtungsvoll wahrzunehmen, was eine nat\u00fcrliche Gleichberechtigung niemals in Frage stellen k\u00f6nnte. Immer noch niederere L\u00f6hne f\u00fcr gleiche, und oft kompetentere Arbeit? Usw. Wenn ich bei meiner Freundin Lali in ihrem Restaurant eine Weile mit ihr herumsitze, kann ich die Quelle dieses Ph\u00e4nomens konkret beobachten, wobei das Erfreuliche daran immer noch ist, dass ich mit ihr dar\u00fcber lachen kann. Mit all den dort arbeitenden M\u00e4nnern, ihre Neffen und Br\u00fcder, ist es nicht nur unm\u00f6glich, ein Gespr\u00e4ch zu f\u00fchren, sondern sie leben vollst\u00e4ndig absorbiert in ihren eigenen Welten, die au\u00dfer der anstehenden Arbeit, bei der sie erscheinen, wann sie m\u00f6chten, aus Spielen auf dem Smartphone oder, vor allem w\u00e4hrend des Essens, aus uneingeschr\u00e4nktem Starren auf den Fernsehbildschirm besteht, der neuerdings leider dort angebracht wurde. Dann kann es vorkommen, dass ich daran erinnere, wie sch\u00e4dlich f\u00fcr K\u00f6rper und Geist es ist, wirres Zeug \u00fcber die Bilder in die Nahrung zu leiten, so, als k\u00f6nnte sie dadurch trotzdem ihre wesentliche Arbeit tun. Nein, kann sie nicht, genauso wenig, wie ich einen Menschen lieben kann, ohne ein tiefes Interesse an der Ergr\u00fcndung seines oder ihres Wesens zu aktivieren. Nun sind die ersten Mutanten geboren, und allm\u00e4hlich wird das aufwendige Ackern hin zu glaubw\u00fcrdigem Menschsein technisch erleichtert werden k\u00f6nnen. Warum sollten Menschen dagegen sein, wenn man sie zu weiterer verlockender Gehirnw\u00e4sche inspiriert, und das ausgediente Menschenmodell gel\u00f6scht werden kann. Wir leben ja schon eine ganze Weile auf bestimmten Seiten des Science Fiction Romans.\u00a0 Ich habe mich f\u00fcr ein eigenes Schiff entschieden, auf dem auch viel Raum ist f\u00fcr Gespr\u00e4che und Festlichkeiten, und\u00a0 habe auch gelernt, den Anker auszuwerfen und mir Zeit zu nehmen f\u00fcr Wesentliches, oder besser gesagt, was mir ganz pers\u00f6nlich als das Wesentliche erscheint.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 Gestern\u00a0kam ich mal wieder am herrschaftlichen Sitz der Bruderschaft (der Naths) vorbei, mit der ich mal eng verbunden war und die mir Erlaubnis geben mussten, in der W\u00fcste unter einem riesigen Banianbaum in einem Tempel zu wohnen, der unter ihrer Obhut stand. 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