{"id":6539,"date":"2018-12-04T05:08:39","date_gmt":"2018-12-04T05:08:39","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=6539"},"modified":"2018-12-04T05:17:54","modified_gmt":"2018-12-04T05:17:54","slug":"atman","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=6539","title":{"rendered":"Atman"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-6540\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/20181202_1534201-e1543888954656.jpg\" alt=\"\" width=\"248\" height=\"333\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-6541\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/20181202_153023-181x300.jpg\" alt=\"\" width=\"201\" height=\"333\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/20181202_153023-181x300.jpg 181w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/20181202_153023.jpg 196w\" sizes=\"auto, (max-width: 201px) 100vw, 201px\" \/><\/p>\n<h5>Es gibt vermutlich in jeder alten Kultur Begriffe und Gedankeng\u00e4nge, die durch Jahrtausende hindurch immer wieder neu bedacht werden und \u00e4hnliche Denkmuskel\u00fcbungen und Zauberformeln hervorbringen, vielleicht auch mal einen irrsinnig Erscheinenden (wie Ramakrishna), den man \u00fcberpr\u00fcfen lie\u00df und der dann als &#8222;erleuchtet&#8220; befunden wurde. Wer ist in der Lage, etwas Erleuchtetes zu befinden. An den meist glamour\u00f6s gepolsterten Sitzen heutiger Gurus kann man sehen, dass der Draufsitzende sich wahrscheinlich auch mit den zeitlosen Themen besch\u00e4ftigt hat, aber meistens doch seine Energie von dem and\u00e4chtig lauschenden, weiblichen Publikum erh\u00e4lt, das auf irgendeine Weise hofft oder annimmt, dass der dort auf sie Herabblickende die Antwort hat auf die tiefen, unausl\u00f6schlichen Fragen. Das ist auch irgendwie sinnvoll: Gedanken, die nie beantwortet werden k\u00f6nnen, halten den Geist dessen wach, der sich f\u00fcr sie interessiert. Was ist der Unterschied zwischen dem allt\u00e4glichen ich (&#8222;main&#8220; in Hindi) und dem &#8222;tat twam asi&#8220;, &#8222;das bin ich&#8220; (wirklich). Was bin ich wirklich? Schau, sagen zB. manche Buddhisten, so lange da hinein in dich und suche, ob du das findest, was du bist. Eine Substanz, die sich erkennt an vertrautem Gef\u00fchl, ist nicht zu leugnen.\u00a0 Ist das &#8222;Atman&#8220;, der Kern des Wesens, der Urstoff des Seins?, einerseits ganz Individuum, andrerseits fast schemenhaft integriert in den Strom, nur durch sich selbst zum Erwachen gelangend. Und hei\u00dft das nicht: zu einem bestimmten Bewusstsein, das diese Essenz bef\u00e4higt, den planetarischen Ablauf und seine Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten soweit kennen zu lernen, dass die Neigung zu schleierhafter Bezeugung des Daseienden sich wandelt in etwas, das man im entferntesten Sinne noch ein Auge nennen kann. Ein Auge, das in eigener Sicht ruht und dadurch die Bilder in aller Offenheit wahrnehmen kann, wie sie an uns allen stetig vor\u00fcberziehen. Ich habe in meiner langen Zeit in Indien nie leidenschaftlich nach einem Menschen gesucht, der den Eindruck vermittelt, zu wissen, was &#8222;Atma(n) ist. Man kann auch wach werden, indem man sich eine Weile klar macht, dass man sek\u00fcndlich tot umfallen kann, und dann&#8230;vorbei mit dem Atman? Oder wandert es weiter und sucht sich neue Kan\u00e4le zu neuem Auftritt? Und was ist Sein? Gibt es SeinsbewohnerInnen und Seinsfl\u00fcchtlinge, und dann die vielen, die das keine Bohne interessiert. Anscheinend setzen doch alle das Wissen um, das ihnen zug\u00e4ngig ist. &#8222;Bewusstsein&#8220; ist auch so ein Wort, das wir, in Vorbereitung auf Weiteres, dringend brauchen, obwohl wir bereits ahnen, dass es verbl\u00fcffend wenig verl\u00e4sslich zu Wissendes gibt, und auch sehr Wenige, die einem da weiterhelfen k\u00f6nnen. Sch\u00f6n an Indien sind ja nicht nur diese unhabbaren Antworten, sondern auch auf der k\u00f6rperlichen Ebene ist Wachsein angesagt. Neulich musste ich hintereinander zwei Ratten aus dem so sicher wirkenden Lagerraum in einem im letzten Jahr organisierten Rattenk\u00e4fig hinaustragen und dort von der hohen Br\u00fccke ins Schlammloch plumpsen lassen. Sie hatten all meine biologisch nahrhaften Lebensmittel, die ich aus Deutschland mitgebracht hatte, gr\u00fcndlich durchgefressen, sodass ich trotz tiefem Nachdenken alles wegwerfen musste, um nicht an irgendeinem Gift zu verenden.\u00a0 Nat\u00fcrlich dr\u00e4ngte sich auch der Nachgedanke auf, wie wenig ich das alles vermisste. War das nun meine n\u00fcchterne Vernunft oder der mystische Atman, der sich ratgebend im Inneren kundtat? Oder einfach nur: Auge, sei wachsam!<\/h5>\n<p>Die zwei Photos habe ich von meinem Fenster aus gemacht, einmal mit und einmal ohne Fliegengitter. Das rechte Bild zeigt zwei Freunde, die beide von sich selbst Selfies machen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt vermutlich in jeder alten Kultur Begriffe und Gedankeng\u00e4nge, die durch Jahrtausende hindurch immer wieder neu bedacht werden und \u00e4hnliche Denkmuskel\u00fcbungen und Zauberformeln hervorbringen, vielleicht auch mal einen irrsinnig Erscheinenden (wie Ramakrishna), den man \u00fcberpr\u00fcfen lie\u00df und der dann als &#8222;erleuchtet&#8220; befunden wurde. Wer ist in der Lage, etwas Erleuchtetes zu befinden. 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