{"id":6516,"date":"2018-11-30T04:24:09","date_gmt":"2018-11-30T04:24:09","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=6516"},"modified":"2018-11-30T04:32:16","modified_gmt":"2018-11-30T04:32:16","slug":"kismet","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=6516","title":{"rendered":"Kismet"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-6517\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/20181128_1913171-300x292.jpg\" alt=\"\" width=\"348\" height=\"339\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/20181128_1913171-300x292.jpg 300w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/20181128_1913171-768x746.jpg 768w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/20181128_1913171.jpg 928w\" sizes=\"auto, (max-width: 348px) 100vw, 348px\" \/><\/p>\n<h5>Schade, dass man als gerade Geborenes sich nicht dazu \u00e4u\u00dfern kann, welche Vorstellungen man von seiner Existenz hat. Vermutlich w\u00e4ren die Aussagen aller PlanetenbewohnerInnen nicht so un\u00e4hnlich, vom letzten, noch unentdeckten Stamm bis ins hochangelegte Wasauchimmer. \u00dcberall h\u00e4tten Menschen gerne freundliche und unterst\u00fctzende Eltern, keine Sorge um Essen und Trinken, und ums K\u00fchlsein im Sommer und das Warmsein im Winter. Dann entspannt schauen k\u00f6nnen, was man so machen m\u00f6chte mit der Zeit, die einerseits zu lang werden kann, um sie nicht bewusst gestalten zu m\u00fcssen, und dann auch zu kurz, um sich mit all dem Erworbenen zu entkr\u00e4ften, was man nicht mitnehmen kann am unsicher gelegten Endpunkt. Sich also niederlassen k\u00f6nnen mit einer T\u00e4tigkeit, die Freude bereitet, weil sie einem entspricht und daher keinem Konkurrenzgedanken unterliegt. Es ist ja nicht das Besondere, was ein Mensch kann, sondern das Geheimnis der Zusammenh\u00e4nge seines inneren Wesens, das durch geeignete Handlung zum Ausdruck kommen kann. So ein grunds\u00e4tzlich simples Lebensmodell ist ja kein grober Hochmut, sondern erschwinglich f\u00fcr alle. Von da aus sieht man, wie kompliziert und komplex das menschliche Leben ist. &#8222;Karma&#8220;, nennen das die Inder, ein Schicksalspaket, das man mitbekommt, ohne gefragt zu werden, obwohl es hier nat\u00fcrlich wegen des Reinkarnationsgedankens so gesehen wird, dass jedes Leben das Resultat vergangener Leben ist usw. Auf jeden Fall hat man das Paket und muss, ob man will oder nicht, zuschauen, was man damit macht. Leider wird dieser Vorgang selten als unterhaltsame Anregung gesehen, weil der Weg oft mit so vielen Katastrophen ges\u00e4t ist, sodass manche schon sehr fr\u00fch nicht mehr wollen, und manchmal auch nicht mehr k\u00f6nnen.\u00a0Das ist die Trag\u00f6die im Gegensatz zur Kom\u00f6die, die man beide in ihrer puren und lehrreichen Form nur noch selten auf den B\u00fchnen der Welt erleben kann. Es ist der Geist, der hinter den Stirnen nach wie vor seine Dienste anbietet, doch kann niemand wirklich die unbrechbaren Gesetze brechen: so wie ich hineinrufe, schallt es heraus. Das ist umwerfend wirksam in seinem Angebot der Notl\u00f6sung, und auch der Nachfrage: wie rufe ich denn hinein, damit es mir entsprechend t\u00f6nend herauskommt? Muss ich dazu nicht wissen, was f\u00fcr Ges\u00e4nge in mir wohnen, und wieviel Unausgesprochenes, was noch die Bilder ben\u00f6tigt, vielleicht auch die Sprache. Und wieviel Stille in mir noch m\u00f6glich ist, mit der ich ernsthaft umgehe als der Kompass f\u00fcr tonlose T\u00f6ne. Ich finde es beunruhigend, dass es hier in Indien um mich herum so viele Selbstmorde gibt. Kinder bringen sich um, weil sie beim Mogeln erwischt werden, oder weil sie eine Pr\u00fcfung nicht bestehen, oder weil sie gemobbt werden in der Schule etc. Wenn der alte M\u00f6nch auf meinem Weg mir fast t\u00e4glich erz\u00e4hlt, wie genug er hat von allem nach diesem reichhaltigen Dasein, dann finde ich das letztendlich eine freie Entscheidung, wenn er &#8222;es&#8220; zu Ende bringen will. Es ist gesund, dass man am Ende eines gut gelebten Lebens genug hat von der Vorstellung. Der Humor und die Freiheit sind immer noch da. Der Anspruch auf letzte Befindlichkeiten. Die Kultivierung einer F\u00e4higkeit, das Unerwartete anzunehmen. Das Abschiedslied im Paket. Der Schwanengesang.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schade, dass man als gerade Geborenes sich nicht dazu \u00e4u\u00dfern kann, welche Vorstellungen man von seiner Existenz hat. 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