{"id":6126,"date":"2018-09-27T08:34:48","date_gmt":"2018-09-27T08:34:48","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=6126"},"modified":"2018-09-27T08:35:32","modified_gmt":"2018-09-27T08:35:32","slug":"als-welkten-in-den-himmeln-ferne-gaerten","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=6126","title":{"rendered":"&#8230;als welkten in den Himmeln ferne G\u00e4rten&#8230;.."},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-6127\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/20180923_124446-300x279.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"279\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/20180923_124446-300x279.png 300w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/20180923_124446.png 643w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<h5>Ich bin selbst \u00fcberrascht, wenn mir in meinen Texten die Jahreszeiten in den Sinn kommen, in diesem Fall der Herbst, wohl im Rahmen meiner eigenen Zeit verbunden mit den dazugeh\u00f6rigen poetischen Wortfetzen, wenn die Bl\u00e4tter wie von weit fallen, und nur die Zypresse, der Trauerbaum, leer und unbewegt steht. Und dass sich keiner jetzt mehr ein Haus baut, wenn er noch keines hat, und dass die tiefe Zeit heranr\u00fcckt mit den B\u00fcchern und den Leselampen. Wenn man noch vor sich hindenkt, fallen einem Dinge ein, die kann man sich ins Bewusstsein holen oder auch nicht, denn zum gedankenlosen Seins-Raum im Sinne eines quellverbundenen Wohlgef\u00fchls als einen geistigen Wohnort ist es noch eine Strecke. Am besten, man h\u00e4ngt gar keine Karotten mehr vor das Pferdegespann, sondern gibt ad\u00e4quate Nahrung, damit die Rosse ihre Arbeit tun, ohne dass man sich st\u00e4ndig einschalten muss. Auch ist mir mal aufgefallen, dass meiner Beobachtung nach im Herbst meist eine Serie von Flugzeugabst\u00fcrzen passieren, oder vielleicht ist es nur auf meinem Schirm, weil ich selbst bald fliege und in ein riesengro\u00dfes, prall mit Menschenleibern gef\u00fclltes Objekt steige, die alle von derselben angstvollen Hoffnung durchweht sind, wir, oder vielmehr die vielen getrennten Iche, m\u00f6gen gesund und munter am anderen Ort heraustreten zu weiteren Schritten, die man ganz gerne auch machen m\u00f6chte. Auch wird von Poeten oft erwartet, dass sie freiwillig abtauchen in die Unterwelten, und Kunde bringen vom angemessenen Umgang mit Abschied, Tod und Trauer &#8211; und Liebe nat\u00fcrlich, das ist wesentlich, da auch diese drei genannten Gef\u00fchle ohne sie ihren tiefen Wert nicht manifestieren k\u00f6nnen. Und auch politisch wird prompt zum Herbst in diesem Land, wo der Herbst ber\u00fchmt ist f\u00fcr seine Sch\u00f6nheit, ein Abschied prophezeit, und das ist der Abschied von Angela Merkel, einer wahrlich bemerkenswerten Erscheinung auf der Weltb\u00fchne. Ich erinnere mich, wie leicht es uns bei ihrem Antritt fiel, uns etwas lustig zu machen \u00fcber ihre als biedere Formlosigkeit gesehene Gestalt, bevor wir lernen konnten, was alles darin steckt. Und man muss m.E. unbedingt mal, wenn auch nur zu sich selbst, sagen, dass in ihrer ganzen Amtszeit nicht nur sie, sondern das oft unsichtbare Team um sie herum eine Bem\u00fchung ausstrahlt und strahlt um Korrektheit, und kein Hauch von bewusst eingeleiteter Korruption hing an ihren Aufgaben, und man muss selbst Politiker\/In sein, um zu wissen, wie ohnm\u00e4chtig doch auch jeder Beteiligte an diesem Zirkus werden muss, wenn die interne Sachlage mal mehr als klar ist. Dass Frau Merkel F\u00fchrungsschw\u00e4che angehangen wird, weil sie z.B. Horst Seehofer nicht hochkantig aus dem Schiff gefeuert hat, ist ungerecht, denn es ist nur ein dramatischer Vorgang auf der Ebene der Diplomatie. Das wissen auch alle, dass es da keine guten L\u00f6sungen geben konnte. Angesichts dieser perfiden Lage h\u00e4tte man sich in der Tat gew\u00fcnscht, dass eine Kanzlerin mit ihrer verf\u00fcgbaren Qualit\u00e4t im rechten Moment abgetreten w\u00e4re, wenn es nur darum gewesen w\u00e4re, der subtilsten aller M\u00e4nnerfantasien nicht begegnen zu m\u00fcssen, n\u00e4mlich dem Rachezug des Sohnes gegen die Mutter. Unter anderem ein Mutti-Mord also, das l\u00e4sst sich nicht leugnen,\u00a0 da auch gerade von diesen S\u00f6hnen nun lustvoll die D\u00e4mmerung ausgerufen wird. Zum ersten Mal wird in den Nachrichten von verschiedenen Gestalten gesprochen, die im Hintergrund des Geschehens als NachfolgerInnen gehandelt werden. Alles auf dieser Ebene ist Mach- und Machtwerk des Denkens. Und wir sind ja alle froh, dass wir in einer potentiell reichen, demokratischen Multi-Kulti Kultur leben, in der man allzu gerne davon ausgehen m\u00f6chte, dass viele B\u00fcrger und B\u00fcrgerinnen sich ein eigens, souver\u00e4nes Urteil bilden k\u00f6nnen \u00fcber wesentliche Vorkommnisse, die die Gesellschaft, also uns alle, betreffen.<\/h5>\n<p>Titelzeile aus einem Herbstgedicht von Hermann Hesse<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich bin selbst \u00fcberrascht, wenn mir in meinen Texten die Jahreszeiten in den Sinn kommen, in diesem Fall der Herbst, wohl im Rahmen meiner eigenen Zeit verbunden mit den dazugeh\u00f6rigen poetischen Wortfetzen, wenn die Bl\u00e4tter wie von weit fallen, und nur die Zypresse, der Trauerbaum, leer und unbewegt steht. 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