{"id":6055,"date":"2018-09-15T08:23:25","date_gmt":"2018-09-15T08:23:25","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=6055"},"modified":"2018-09-15T20:09:32","modified_gmt":"2018-09-15T20:09:32","slug":"grundsaetzlich","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=6055","title":{"rendered":"grunds\u00e4tzlich"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-6056\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/20180913_191735-183x300.jpg\" alt=\"\" width=\"224\" height=\"367\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/20180913_191735-183x300.jpg 183w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/20180913_191735-768x1259.jpg 768w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/20180913_191735-625x1024.jpg 625w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/20180913_191735.jpg 973w\" sizes=\"auto, (max-width: 224px) 100vw, 224px\" \/><\/p>\n<h5>Man nehme als Grundlage etwas (selbstgemachtes) Apfelmus und r\u00fchre einen t\u00fcchtigen Schuss Johannisbeersirup hinein und vermische es mit dem Mus. In diese kostbar glitzernde Fl\u00e4che senke man eine ordentliche Portion Sahne und erschrecke dar\u00fcber, was dabei hervortritt. Hier muss das &#8222;man&#8220; verlassen werden. Aus &#8218;man&#8216; soll &#8218;ich&#8216; werden. Ich erschrecke also und traue mich nicht, den in die Substanz versunkenen L\u00f6ffel herauszunehmen, um dem freiwillig Erschienenen Raum zu geben. Fast greife ich zum Pinsel, um ein paar weitere Konturen zu setzen, aber das sind zwar Farben, aber nicht auf Papier. W\u00fcrde ich nun der Gestalt einen Namen geben, zum Beispiel Magnus Ribes Nigrum (der aus dem Ph\u00e4nomen der Str\u00f6mungsmechanik schwarzer Johannisbeeren Erschienene), dann k\u00f6nnte ich das Ganze als genussvollen Essvorgang vergessen. Man isst nicht, was bereits einen (pers\u00f6nlichen?) Namen hat, oder isst man es doch? Fr\u00fcher, als die K\u00fche noch nicht diese Kn\u00f6pfe mit den vielen Zetteln an den Ohren hatten, die sie als Steak kennzeichnen, hatten sie wohl oft auch Namen, sowas wie &#8222;Else&#8220;, und vermutlich hat es Else auch nicht geholfen auf dem Weg zum Schlachthof, nur die Zeit davor war vielleicht etwas liebevoller gestaltet. In Tibet war es unter friedlich ausgerichteten Tibetern, die auf das Yakfleisch angewiesen waren, \u00fcblich, das Schlachten den Muslimen zu \u00fcberlassen, die, so hat man es mir mal in Nepal beschrieben, die Kunst beherrschten, ein Tier bis zum Tod liebevoll zu begleiten, um dann mit kunstvollem Griff ein schnelles Ende zu bereiten. Heutzutage ist liebevolles T\u00f6ten wohl zu zeitaufwendig, wenn sich diese Begriffe \u00fcberhaupt zusammenf\u00fcgen lassen, und au\u00dferdem ist es wegen des unm\u00e4\u00dfigen Fleischkonsums wohl auch kein Thema. Zur\u00fcck zu Magnus Ribes Nigrum. Zum Gl\u00fcck war wie stets das Smartphone nicht weit, um wenigstens einen fl\u00fcchtigen Eindruck von ihm festzuhalten, er, den ich erst benannte, als er schon wieder verschwunden war in mir. Auch das F\u00fcrchten hat viele verschiedenen Facetten. Vielleicht sollte ich es eher ein F\u00fcrchteln nennen, wenn sich an bestimmten Tagen meine Wahrnehmung so einrichtet, dass sie bereit ist, alles in allem zu erkennen. Dieser Zustand verursacht eine gewisse Hemmschwelle im Denkvorgang, denn es scheint dann, als w\u00e4re eine schlichte Entr\u00e4tselung \u00fcber die Welt gekommen, die sich als Anregung anbietet. So kann der Blick \u00fcber ein nie gesehenes Profil im Steinboden streichen und einen in eine andere Kultur versetzen, oder er huscht \u00fcber die Tempotaschentuchh\u00fclle und bemerkt mit Staunen, dass dort &#8222;sanft und frei&#8220; steht. Ja hallo, was will man mehr als Botschaft, wenn man es nicht als kapitalistischen \u00dcbergriff auf die entspannte Psyche sieht, sondern als Resonanz auf die eigene Befindlichkeit. Schlie\u00dflich ist Samstag, und so ein bisschen sanft und frei kann keinem schaden.<\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man nehme als Grundlage etwas (selbstgemachtes) Apfelmus und r\u00fchre einen t\u00fcchtigen Schuss Johannisbeersirup hinein und vermische es mit dem Mus. In diese kostbar glitzernde Fl\u00e4che senke man eine ordentliche Portion Sahne und erschrecke dar\u00fcber, was dabei hervortritt. Hier muss das &#8222;man&#8220; verlassen werden. Aus &#8218;man&#8216; soll &#8218;ich&#8216; werden. 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