{"id":6045,"date":"2018-09-13T08:15:01","date_gmt":"2018-09-13T08:15:01","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=6045"},"modified":"2018-09-13T08:19:21","modified_gmt":"2018-09-13T08:19:21","slug":"fruechte","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=6045","title":{"rendered":"Fr\u00fcchte"},"content":{"rendered":"<h5><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-6048\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/20180913_090234-300x232.png\" alt=\"\" width=\"242\" height=\"187\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/20180913_090234-300x232.png 300w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/20180913_090234-768x594.png 768w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/20180913_090234.png 1017w\" sizes=\"auto, (max-width: 242px) 100vw, 242px\" \/><br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-6046\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/20180912_202950-e1536822562150-169x300.jpg\" alt=\"\" width=\"240\" height=\"426\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/20180912_202950-e1536822562150-169x300.jpg 169w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/20180912_202950-e1536822562150-768x1365.jpg 768w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/20180912_202950-e1536822562150-576x1024.jpg 576w\" sizes=\"auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px\" \/><\/h5>\n<h5>Beim \u00d6ffnen eines Klappfensters bin ich dann diesem Blick auf den Abendhimmel begegnet, eine Art Abschied vom langen Sommer, und da so ein &#8222;Schuss&#8220; (wo ist die Kamera, bzw. das Phone!) auch schon nicht mehr nat\u00fcrlich ist, also das Photographierte auch schon durch den Prozess in einen anderen Zusammenhang gesetzt ist, hat auch ein selbstgebastelter Petrus dar\u00fcber noch Platz, der Ausschau h\u00e4lt nach kommenden Wetterlagen. Manchmal, wenn ich in den letzten Tagen eine Runde zu Fu\u00df\u00a0 an Wald und Feldern und Wiesen vorbei gedreht habe, ist mir neben allem anderen \u00dcberfluss der \u00dcberfluss an reifen und gefallenen und scheinbar von keinem aufgelesenen Fr\u00fcchte aufgefallen. Wir gehen auch manchmal in der N\u00e4he unseres Hauses zu einem Baum, der scheinbar von keinem beansprucht wird, und nehmen dort ein paar besonders wohlschmeckende \u00c4pfel mit, und Renekloden, die naneben an brechenden und \u00fcberf\u00fcllten Zweigen h\u00e4ngen. Einmal habe ich einen Bauern gefragt, ob ich ein paar Pflaumen an seinem Baum pfl\u00fccken k\u00f6nnte, und er sagte, er w\u00e4re froh, wenn genommen wird, denn sie selbst h\u00e4tten keine Zeit mehr zum Pfl\u00fccken. Die Zweige unseres eigenen Apfelbaums h\u00e4ngen auch bis zum Boden. Es ist schwer, jemanden zu finden, dem man Fr\u00fcchte anbieten kann, denn alle hier im Umkreis haben G\u00e4rten und B\u00e4ume, und nicht jede\/r ist Experte\/in im Einmachen. Das ist ja ein ganz ungew\u00f6hnlicher Zustand, wenn man auf einmal von etwas sehr viel hat und muss schauen, was man damit anf\u00e4ngt. Pflaumen Chutney zum Beispiel mit Dattels\u00fc\u00dfe, oder Johannisbeersirup. Es ist sch\u00f6n, jemanden zu kennen, der so was kann, zum Beispiel mit den \u00fcberfl\u00fcssigen Gaben etwas Vern\u00fcnftiges anzufangen. Irgend etwas staunt in einem dar\u00fcber, dass selbst das naheliegend Beste in Vergessenheit zu geraten scheint, wohl haupts\u00e4chlich eine Zeitfrage. Wenn alles innen schon gef\u00fcllt ist mit Programmen, wie soll das laufende Szenario zur Geltung kommen, obwohl es das Einzige ist, das Realit\u00e4tsanspruch hat. Es sind nicht nur die Pflaumen und die \u00c4pfel, die im Zeit-Druck nicht gesehen werden, sondern es ist der eigene Zustand, der nicht mehr auff\u00e4llt. Das scheint bizarr, verbringen wir doch die ganze Zeit mit uns selbst. Und wissen oft nicht, wie es uns geht, denn vor allem das Au\u00dfen erfordert vorgeschriebene Zust\u00e4nde, die sich alchemisch mit der dabei entstehenden Identit\u00e4t in Verbindung setzen. In diesem Sinne und auf dieser Ebene k\u00f6nnte man tats\u00e4chlich bei aller Begrenzung des Spruches sagen, dass ich dadurch denkend bin. Das muss mit &#8222;Sein&#8220; nicht viel zu tun haben, denn mit diesem Begriff kommt man erst in ernsthaften Kontakt, wenn einem die dazu relevanten Dinge aufgefallen sind und man sich selbst gegen\u00fcber bereit erkl\u00e4rt hat, die Vertiefung des Blickes als eine nat\u00fcrliche Beschaffenheit des menschlichen Apparates zu verstehen. Es ist Teil der geradezu dramatisch hochanspr\u00fcchlichen Form der Freiheit des universellen Vorgangs, dass wir in der Tat entscheiden k\u00f6nnen, wie wir mit uns selbst umgehen. Dieser Zustand einer die ganze Skala menschlicher M\u00f6glichkeiten umfassenden Freiheit kann gleicherma\u00dfen wirken als Urangst, als totale Abwehr, als kindliche Bejahungsfreude des Lebens,\u00a0 als Schwert und als Fl\u00fcgel. Die Suche nach Verantwortlichen f\u00fcr das eigene Wohlbefinden ist meistens teuer. Wenn ein Volk in einer Lethargie des Habens versinkt und das Resultat sp\u00fcrbar wird, ziehen sich automatisch die authentischen T\u00f6ne zur\u00fcck, was wiederum die Produktion der Scheinwelten f\u00f6rdert. Ist die Scheinwelt einmal in der N\u00e4he des Urgrunds verankert, kann man sich gleichzeitig andere Orte vorstellen, die gewissen gro\u00dfz\u00fcgigen H\u00f6hlen im Himalaya-Gebirge \u00e4hneln und auch \u00e4hnliche Zwecke erf\u00fcllen, die aber gleichzeitig G\u00e4rten zur Welt hin sind, und wo ziemlich zeitgem\u00e4\u00dfe Wesen zuckers\u00fc\u00dfe Trauben essen vom Rebstock.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beim \u00d6ffnen eines Klappfensters bin ich dann diesem Blick auf den Abendhimmel begegnet, eine Art Abschied vom langen Sommer, und da so ein &#8222;Schuss&#8220; (wo ist die Kamera, bzw. das Phone!) auch schon nicht mehr nat\u00fcrlich ist, also das Photographierte auch schon durch den Prozess in einen anderen Zusammenhang gesetzt ist, hat auch ein selbstgebastelter [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-6045","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6045","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6045"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6045\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6050,"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6045\/revisions\/6050"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6045"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6045"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6045"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}