{"id":6032,"date":"2018-09-11T08:31:24","date_gmt":"2018-09-11T08:31:24","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=6032"},"modified":"2018-09-11T08:37:22","modified_gmt":"2018-09-11T08:37:22","slug":"beistehen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=6032","title":{"rendered":"beistehen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-6020\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/20180906_193239-1-e1536563500230-169x300.jpg\" alt=\"\" width=\"232\" height=\"411\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/20180906_193239-1-e1536563500230-169x300.jpg 169w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/20180906_193239-1-e1536563500230-768x1365.jpg 768w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/20180906_193239-1-e1536563500230-576x1024.jpg 576w\" sizes=\"auto, (max-width: 232px) 100vw, 232px\" \/><\/p>\n<h5>Manchmal, wenn man das Komplexe durchdringen will oder kann, kommt man auf einfache Gedanken, die behilflich sein k\u00f6nnen. So hat mich dieses Wort &#8222;Beistand&#8220; irgendwo angesprochen, und dass vor allem Kinder jemanden brauchen, der ihnen beisteht. Die Tage, wo Gott daf\u00fcr herhalten musste, sind meistens gez\u00e4hlt. Entweder jemand betrachtet sich durch die bereits existierende Religion als religi\u00f6s, ohne das je zu hinterfragen, oder aber die Sehnsucht nach tieferen Ebenen der Verbundenheit bringt einen, wenn auch nur eine bestimmte Zeitstrecke entlang, in einen Kontext geistiger oder g\u00f6ttlicher Verbindung. Das kann tricky sein, wenn man zum Beispiel die Angebote von &#8222;Yoga&#8220;-Praktiken sich h\u00e4ufen sieht, ohne auf eine Substanz in der vertikalen H\u00f6he hoffen zu d\u00fcrfen. Man muss ja auch nicht hoffen, kann sich aber durchaus wundern, wie das, was einmal als Einheit konzipiert wurde, nun als blo\u00dfe Gymnastik zu einer Tiefe f\u00fchren soll. Ist diese nicht gew\u00fcnscht, kann ja auch bei dem Begriff &#8222;Gymnastik&#8220; geblieben werden, denn Bewegung und Sport sollen ja gesund sein. (Jeder vierte Deutsche bewegt sich zu wenig?) Wenn nun aber diese gerne als &#8222;heilig&#8220; gesehene Welt verschwindet, und weit und breit kein Heiligsein sichtbar ist, sind wir auf den Menschen und seinen Beistand angewiesen. Nicht nur Kinder gehen verloren, wenn keiner ihnen beisteht. Was hei\u00dft &#8222;beistehen&#8220;? Das Wort sagt aus, dass ich dabei bin, wenn jemand in Not ist, oder leidet, oder menschliche N\u00e4he braucht, oder Zuversicht, oder wenn das Interesse am Leben verloren gegangen ist. Die Vielzahl der Scheidungen und der T\u00f6tungsdelikte zeigen uns, dass hier etwas falsch verstanden wurde. Wir haben au\u00dfer als Kinder kein automatisches Anrecht auf Liebe und Beistand, und oft ist es dann zu sp\u00e4t, die Dinge ins Lot zu bringen, wenn nur noch Verletzte sich gegen\u00fcber stehen. Die Angst vor der Fremdheit, der eigenen und der der Anderen, beherrscht die R\u00e4ume des Unbewussten. Bin ich mir selbst nicht vertraut geworden, wie kann ich den Anderen trauen? Und kann Gott tats\u00e4chlich \u00fcber der Mutter und dem oft abwesenden Vater stehen. Und mit welcher G\u00fcte denn, die ich mir ohne Phantasie gar nicht heranholen kann. Oder ich benutze ihn, wie viele der allein gelassenen Kinder in Syrien und anderen Kriegen, als Rachegott, der ihr Leid mit weiterem Morden des Feindes r\u00e4chen wird. Immer ein Feind, der bleibt, und den man aus dem Weg r\u00e4umen muss. Ja, kann sein, dass es gar nicht so ist, dass z.B. der Judenhass zur\u00fcckkehrt, sondern dass er nie wirklich verschwunden war, sondern in der entt\u00e4uschten Leere des Nichtgewordenen nun wieder Nahrung erh\u00e4lt. Wer soll uns nun beistehen, wenn das Ungeheuer mit den vielen K\u00f6pfen wieder durch die Stra\u00dfen trabt, und wer wei\u00df denn, in wie vielen Wohnorten sich ein leises Zunicken losl\u00f6st aus dem Ungel\u00f6sten auf dem Weg zu den anonymen Wahlurnen. Vielleicht ist es ja auch hier so, dass, wenn ich mir selbst beistehe, ich das auch dann f\u00fcr andere tun kann. Wenn es erw\u00fcnscht ist und angemessen. Wenn es nicht nur in der Idee des Helfens und Gebens verankert ist wie so viele Fallen, die sich unversehens auftun im falsch verstandenen Gutsein. Wenn ich mir auch im Denken beistehe, damit es nicht an der Oberfl\u00e4che versickert oder ich in die N\u00e4he der Gefahr gerate zu wissen (zu glauben), wie es geht.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Manchmal, wenn man das Komplexe durchdringen will oder kann, kommt man auf einfache Gedanken, die behilflich sein k\u00f6nnen. 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