{"id":6003,"date":"2018-09-07T08:41:52","date_gmt":"2018-09-07T08:41:52","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=6003"},"modified":"2018-09-07T08:52:54","modified_gmt":"2018-09-07T08:52:54","slug":"fuerchten","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=6003","title":{"rendered":"f\u00fcrchten"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-6004\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/20180907_093000-124x300.jpg\" alt=\"\" width=\"153\" height=\"370\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/20180907_093000-124x300.jpg 124w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/20180907_093000-424x1024.jpg 424w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/20180907_093000.jpg 719w\" sizes=\"auto, (max-width: 153px) 100vw, 153px\" \/><\/p>\n<h5>Immer mal wieder dachte ich, es w\u00e4re interessant, Photos zu machen, gro\u00dfe Photos, f\u00fcr die man aus einer Menge Menschen Einzelne herausnimmt und sie sichtbar macht, so als st\u00fcnden sie auf einmal als Einzelne da und man k\u00f6nnte sie betrachten. Am interessantesten fand ich die Idee, die Gesch\u00f6pfe um Machthaber herum zu portr\u00e4tieren, die gewohnt sind, dass es immer um den Machthaber geht, die aber aus mehr oder weniger guten Gr\u00fcnden dabei sind. Mit einer Lupe habe ich mir mal die Leute um Kim Yong-un angeschaut, da kann man das Fr\u00f6steln lernen. Wer warum wo dabei ist, und wo Machenschaften geschmiedet werden, die oft t\u00f6dliche Auswirkungen auf alle PlanetarierInnen haben. Auf meinem Weg hin und zur\u00fcck von einem Laden habe ich nun geh\u00f6rt, dass es in Deutschland nur e i n e Version von Hitlers &#8218;Mein Kampf&#8220; gibt, und zwar mit tausenden von Fu\u00dfnoten, die die Vorgehensweise und Denkweise der Nazionalsozialisten erl\u00e4utern, damit jeder versteht, was nie mehr sein darf. Dann hat ein Anderer ganz richtig bemerkt, dass niemand diese Fu\u00dfnoten in solcher Anh\u00e4ufung lesen wird, und nun kommt in Holland ein unkommentiertes Hitlerbuch heraus ohne Fu\u00dfnoten. Ich war auch etwas \u00fcberrascht, als ich in einem Buchladen in Jodhpur eine Ausgabe von &#8218;Mein Kampf&#8216; gesehen habe&#8216;, wer hat es wohl mitgebracht? Da die meisten Hindus ein historisches Weltbild kultivieren, in dem die G\u00f6tter und G\u00f6ttinnen und ihre Handlungs -und Verhaltensweisen eine gro\u00dfe Vorbild-Rolle spielen, dachte man lange dort bis hinein in die Universit\u00e4ten, Hitler k\u00f6nne nur von Gott zu seiner Rolle gef\u00fchrt worden sein, denn kein Menschlein hat von sich aus so viel Power. Wenn ich die 6 Millionen Ermordeten erw\u00e4hnte, war das genau die Antwort darauf, obwohl sich auch hier langsam etwas tut im individuellen Denken. Das ist auch sehr wichtig, denn Narendra Modi mag sich hinduistisch l\u00e4chelnd durch die Weltpolitik mogeln, aber hinter ihm steht auch eine Meute orangefarbener M\u00e4nner, die bereit sind, ihr arisches Erbe, hei\u00dft: die h\u00f6chste Stelle der Hierarchie einzunehmen und daf\u00fcr alles auszul\u00f6schen, was im Wege steht. Nat\u00fcrlich kam und kommt bei vielen die Geldnot ins Spiel, der Diplomatie-Zwang, der Widerwille, dass man nicht der Einzige ist, der das ganze Ding im Griff hat. Immerhin haben die Inder auch ein ziemlich weit gef\u00e4chertes Wissen von Anfang an (wo auch immer der Anfang war) dar\u00fcber, wie man aus dem Ich-Schlamassel wieder herauskommt, wobei noch niemand hat verlauten lassen, dass das ein kontinuierlich herzerfrischender Seiltanz ist. Nein! Liebe, sagte der Mentor, ist der Verzicht auf Mord. Wussten sie, die damals Deutschen alle, dass sie zu so einem enthemmten Morden mehr als bereit waren? Und die Angst, Opfer eines narzisstischen Vernichters zu werden, der sich vollsaugt an den Unterwerfungen, nicht aus Liebe, nein, sondern aus Hass auf den eigenen Hunger nach Kriechenden, die daf\u00fcr herhalten m\u00fcssen, was sie selbst entbehren mussten. Als Kinder nat\u00fcrlich, als Kinder. Und da (wir) alle beschenkt sind mit dem Hellsten und dem\u00a0 Dunkelsten, mit der Kraft und F\u00e4higkeit, uns bzw sich selbst zu sein und Verantwortung zu \u00fcbernehmen f\u00fcr die eigenen Entscheidungen, muss man davon ausgehen, dass alle so geworden sind, wie sie selbst sich gestaltet haben. Dieses Photo oben ist mir ein paar Mal ins Auge gestochen, immer dieser Mann vorne in der Reihe, bis ich ihn auf dem Bildschirm photographiert habe und das F\u00fcrchten hinterfragt habe, das mich da anweht. Ich musste an den Film &#8218;Inglorious Basterds&#8216; von Quentin Tarantino denken, und dass er bewusst den Schreibfehler in &#8218;basterds&#8220; drin gelassen hat, vielleicht um einer dumpfen Dummheit im Kontext dieses Themas Ausdruck zu verleihen. Das Gesicht und die Ausstrahlung dieses Mannes auf dem Photo hat auf mich eine verst\u00f6rende Wirkung, so als m\u00fcsste man ohnm\u00e4chtig zuschauen, wie die Hitlerjugend sich vor aller Augen ungest\u00f6rt entwickelt hat, heute in Anzug und Krawatte, morgen entweder selbst F\u00fchrer oder beim Herumschw\u00e4nzeln um den F\u00fchrer. Da wir alle uns selbst als Last tragen, bis wir etwas durchblicken in den Spielarten, kann man nur w\u00fcnschen, dass das lebendige Bewusstein einen in jeder Hinsicht fernh\u00e4lt von den menschensch\u00e4dlichen Idealismen, und dass man eher die Achtung n\u00e4hrt vor der M\u00fchsal des Menschseins und mich bem\u00fche zu erfassen, was ich darunter verstehe.<\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bild: Demonstration der Rechten in Chemnitz.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Immer mal wieder dachte ich, es w\u00e4re interessant, Photos zu machen, gro\u00dfe Photos, f\u00fcr die man aus einer Menge Menschen Einzelne herausnimmt und sie sichtbar macht, so als st\u00fcnden sie auf einmal als Einzelne da und man k\u00f6nnte sie betrachten. 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