{"id":5810,"date":"2018-08-08T07:36:07","date_gmt":"2018-08-08T07:36:07","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=5810"},"modified":"2018-08-08T07:36:07","modified_gmt":"2018-08-08T07:36:07","slug":"reifen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=5810","title":{"rendered":"reifen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-5811\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/20180807_172759-207x300.png\" alt=\"\" width=\"288\" height=\"417\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/20180807_172759-207x300.png 207w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/20180807_172759.png 377w\" sizes=\"auto, (max-width: 288px) 100vw, 288px\" \/><\/p>\n<h5>In L\u00e4ndern, in denen Bildungm\u00f6glichkeiten als selbstverst\u00e4ndlich angesehen werden, geht man davon aus, dass Menschen langsam aber sicher in eine gewisse Reife trudeln, und nat\u00fcrlich w\u00fcrde hier die Frage auftauchen, was ist das:&#8220;Reife&#8220;?, und wie kommt sie zustande. Obwohl man nicht sehen und wissen kann, wie viele Menschen therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen, ist es doch ziemlich wahrscheinlich, dass es bei allen, die diese Hilfe nehmen, um ein fr\u00fcheres Erleben geht, das ihr Leben bedr\u00fcckt und \u00fcberschattet. Meist ist es ein Schrecken, den es zu bew\u00e4ltigen gilt, eine Katastrophe, die Worte braucht und ein geschultes Ohr. Da Leid als sehr pers\u00f6nlich empfunden wird, ufert die Literatur der Bew\u00e4ltigung und des Erfassens erst einmal in eine gro\u00dfe Welle aus, bevor man auch an sich und um sich herum anf\u00e4ngt, die notwendigen Fragen zu stellen. Der Wunsch, an sich selbst Fragen zu stellen und sie auch selbst zu ergr\u00fcnden, geh\u00f6rt sicherlich auch zum Pfad der Reife. Was verbl\u00fcfft, ist ja nicht die Reife, wenn man sie in Gesch\u00f6pfen antrifft, sondern das Vorherrschen\u00a0 eines tief empfundenen Leides, das noch keine Beachtung gefunden hat. Au\u00dfer dem Leid gibt es noch die pure Ignoranz, die zum Beispiel bei ersehnten S\u00f6hnen von Frauen auftaucht, die es gewohnt sind, mit ihrer Geburtgebung durch den Sohn mehr Macht in der Sippe auszu\u00fcben. Zu dieser oft subtil ausge\u00fcbten Macht der Frauen kommt als Mit-und Gegenspielerin die Unterwefung, und man k\u00f6nnte auch sagen, dass ein autorit\u00e4res System oft aus einem Mama oder Papa-System entsteht, in dem alle Anderen Kinder sind, die bewusst oder unbewusst darunter zu leiden beginnen, dass sie nichtsich selbst sind, ohne je zu erfahren, was das sein k\u00f6nnte. Ahnt ein Mensch automatisch, dass er nicht sich selbst ist? Viele, die sich gerne im Schweigen bewegen und denken, sie brauchen das Wort und die Begriffe nicht, merken eines Tages vielleicht, dass sie den Ausdruck gar nicht haben, von dem sie innerlich ausgegangen sind, und dass da dann etwas blockt und nicht wei\u00df, wie es heraus kann, denn es ist irgendwo gefangen. Man kann selbst beobachten, wie viele Kinder als Erwachsene herumlaufen, bzw. Erwachsene, die wie Kinder wirken. Bleiben Menschen gerne Kinder?, oder h\u00e4lt da etwas fest, was noch verstanden werden will, und nicht nur mit dem Verstand, sondern mit dem inneren Blick auf den eigenen Lebensstrom. So sehe ich auch meine gepinselten Bilder eher wie vor\u00fcberziehende Masken und Muster, die einen einerseits ber\u00fchren k\u00f6nnen mit ihrem direkten Anspruch, dann aber sind auch sie wie die Wolken, die vor\u00fcberziehen, damit man sich an der Klarheit des Tages erfreuen kann. Und auch die Klarheit des Tages ist begrenzt, denn immer wieder braucht es neue Einstellungen, da nichts so schnell haftet und ausdauernd an der eigenen Substanz nagt wie Betroffenheiten, oder auch festgefahrene Schienen, die gar nicht mehr befahrbar scheinen, bis sie von einem entdeckt werden. Wenn das Erlebte, also das eigene Leben, nicht reflektiert wird, kann es nicht verstanden werden. Wer soll es verstehen au\u00dfer mir selbst? Das Paradoxe ist, dass ich es letztendlich allein gar nicht verstehen kann, wer ich bin, denn es braucht ein Gegen\u00fcber, das m\u00f6glichst \u00fcber viele Wellenl\u00e4ngen verf\u00fcgt, um der Resonanz des Reflektierten den notwendigen Raum zu erm\u00f6glichen. Die Weigerung, zu eigener Kraft Zuflucht zu nehmen, beziehungsweise die eigene Kraft in Anspruch zu nehmen, weist uneingeschr\u00e4nkt auf etwas vom Erwachsenen zu Bew\u00e4ltigendes hin, damit, wenn das gew\u00fcnscht ist, der Aufenthalt in kindlichem Verhalten und Kleiden aufgegeben werden kann.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In L\u00e4ndern, in denen Bildungm\u00f6glichkeiten als selbstverst\u00e4ndlich angesehen werden, geht man davon aus, dass Menschen langsam aber sicher in eine gewisse Reife trudeln, und nat\u00fcrlich w\u00fcrde hier die Frage auftauchen, was ist das:&#8220;Reife&#8220;?, und wie kommt sie zustande. 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