{"id":5800,"date":"2018-08-07T07:55:33","date_gmt":"2018-08-07T07:55:33","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=5800"},"modified":"2018-08-07T08:05:10","modified_gmt":"2018-08-07T08:05:10","slug":"cool-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=5800","title":{"rendered":"k\u00fchl"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-5802\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/20180806_171351-209x300.png\" alt=\"\" width=\"209\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/20180806_171351-209x300.png 209w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/20180806_171351.png 515w\" sizes=\"auto, (max-width: 209px) 100vw, 209px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-5801\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/20180806_163911-300x296.jpg\" alt=\"\" width=\"304\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/20180806_163911-300x296.jpg 300w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/20180806_163911-768x757.jpg 768w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/20180806_163911.jpg 947w\" sizes=\"auto, (max-width: 304px) 100vw, 304px\" \/><\/p>\n<h5>Der angesagt hei\u00dfeste Tag des Jahres br\u00fctet empor, daher zwei k\u00fchle Bilder, auf denen nicht viel zu sehen ist. Man kann nat\u00fcrlich, wenn man will, was sehen, aber es dr\u00e4ngt sich nichts auf, eine Geschichte, ein Zusammenhang, eine fassbare Gestalt, nein, das Ganze kann sich in den Wolken abspielen, kann Verdichtung der Wolkengebilde hervorrufen, kann notwendigen Regen ank\u00fcnden und Petrus, unser Wetterexperte, zum Handeln aufrufen. D\u00fcrr stehen die K\u00fche auf dem Feld, o Herr, die Fl\u00fcsse vertrocknen und legen gef\u00e4hrliche Felder des letzten Krieges frei, w\u00e4hrend woanders das Verminen schon wieder in vollem Gange ist, durch das weiter in der Zeit Andere, die nichts mehr damit zu tun haben, vernichtet werden. Die Maiskolben sind felderweise am Vertrocknen, da hilft kein Wasserschlauch mehr und keine Gie\u00dfkanne. Das, was gerade noch ein sch\u00f6ner Sommer genannt wurde, endlich mal wieder ein richtiger Sommer, wird auf einmal eine D\u00fcrre genannt, ein Notzustand, der klar macht, dass, wenn sich das wiederholen sollte, der Mensch sich ver\u00e4ndern muss, was nicht unbedingt etwas Nachteiliges ist. Ronald D. Laing, ein britischer Psychiater, hat einmal einen sch\u00f6nen Text verfasst dar\u00fcber, wie wir uns immer in die Augen sehen, wenn es einen Notfall gibt, oder einen St\u00f6rfaktor, jedenfalls etwas, was uns zwingt, uns einander zuzuwenden, weil sonst die Katastrophe freie Fahrt hat. Wir Menschen im Westen sind gar nicht mehr gewohnt, die ganze Szenerie des Daseins nicht kontrollieren zu k\u00f6nnen. Wir kontrollieren ja weiterhin alles, nur die Wirkungen ver\u00e4ndern sich. Wenn ich mich von einem A\/C Bereich in den n\u00e4chsten bewege, und zwischendurch mal in den Brutkasten steige, der vor kurzem noch Auto genannt wurde, dann kann da viel passieren. Man kann die Kontrolle verlieren, oder in eine Art Trance verfallen, wo man pl\u00f6tzlich im eigenen Haus somnambulen\u00e4hnlich zum k\u00fchlsten Ort wandelt, ein Buch in der Hand, unerm\u00fcdlich annehmend, man k\u00f6nnte ein paar wache Seiten weiterkommen in dem interessanten Text, aber nein, zum Lesen fehlt irgendwie die Lust und die Kraft. Gut ist Sinnieren, eine Art Vor-sich-hin Sinnieren, von dem keinerlei intellektuelles Resultat erwartet wird. Das muss keineswegs d\u00fcmmlich werden, nur entspannt. Die Hitze erlaubt einem eine enorm k\u00f6rperliche Entspannung, die gerade noch ausreicht, um ein paar unumg\u00e4ngliche Handlungen zu verrichten, essen und trinken und die Pflanzen w\u00e4ssern und den Tieren, die gepl\u00e4ttet herumliegen, eine Schale Wasser reichen. Ist man selbst Gast oder hat G\u00e4ste w\u00e4hrend der Br\u00fcttage, kann man sich selbst beobachten, wie man ist. Man kann den Drang verlieren, etwas zu sagen, was Anderen eine Gelegenheit gibt, in Fahrt zu kommen und Geschichten zu entwickeln, die einem einen neuen Einblick in die Person verschaffen. Man greift dann vielleicht auch gern zu den Instrumenten, und da kann man, der ungew\u00f6hnlichen Situation wegen, sich etwa beim Singen erfahren, oder beim Heidelbeerkuchenessen oder all den anderen luxuri\u00f6sen Ausbreitungen, die in den H\u00e4usern stattfinden. Der Appetit l\u00e4sst nach in der Hitze und man erreicht leicht eine Grenze, die ein Sattsein meldet. Da man einige Stunden am Tag als entscheidungsfreier\u00a0 bzw. in guter Arbeit aufgehobener Mensch nirgendwo hingehen kann, kann man S\u00e4tze genie\u00dfen wie: Ich bin hier. Ich bin satt. Ich habe alles, was zum \u00dcberleben n\u00f6tig ist. Gut, 39 Grad ist kein Klacks, aber in Delhi war ich h\u00e4ufig Ende M\u00e4rz in Temperaturen bis zu 49 Grad unterwegs, eine Art Transzendenz ins Unvorstellbare. Auch habe ich mir neulich die wirklich bl\u00f6de Frage erlaubt, eine Afrikanerin, mit der ich befreundet bin, zu fragen, ob das f\u00fcr sie nicht die angenehmen Heimathitzegrade sind. Nein, sind sie nicht. Alle schwitzen und suchen den Schatten auf, wenn sich das Thermometer 40 Grad Celsius n\u00e4hert. Der Fakt, dass man sich an alles gew\u00f6hnen kann, weist nicht auf die Tatsache hin, dass etwas dadurch leichter ertr\u00e4glich wird. Es gibt genug Berufe, wo die Freude, dass es etwas w\u00e4rmer wird, durchaus zu einem Fluch ger\u00e4t, dem man nicht entrinnen kann. Wenn es wirklich Sklaven waren zB, die die Pyramiden gebaut haben, kann man sich nur vorstellen, wie viel Qual und Folter auch damals beobachtet werden konnte, ohne dass die Vielen eingeschritten w\u00e4ren zum Schutz der Gequ\u00e4lten. Oder Gast-und Bauarbeiter, alle immer auch froh, \u00fcberhaupt eine Arbeit zu haben. So muss man sich w\u00e4hrend dieser hei\u00dfen Tage immer wieder selbst gedanklich und k\u00f6rperlich in eine K\u00fchle locken, damit man nicht unversehens hineingleitet in die dunklen Sch\u00e4chte der Menschheitsgeschichte.<\/h5>\n<p>Das Bild zeigt Petrus in tiefer Reflektion \u00fcber die Fortf\u00fchrung seiner Arbeit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der angesagt hei\u00dfeste Tag des Jahres br\u00fctet empor, daher zwei k\u00fchle Bilder, auf denen nicht viel zu sehen ist. 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