{"id":5796,"date":"2018-08-06T08:33:13","date_gmt":"2018-08-06T08:33:13","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=5796"},"modified":"2018-08-06T08:33:13","modified_gmt":"2018-08-06T08:33:13","slug":"flexiganisch","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=5796","title":{"rendered":"flexiganisch"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-5797\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/20180806_091739-300x294.jpg\" alt=\"\" width=\"378\" height=\"371\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/20180806_091739-300x294.jpg 300w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/20180806_091739-768x752.jpg 768w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/20180806_091739.jpg 978w\" sizes=\"auto, (max-width: 378px) 100vw, 378px\" \/><\/p>\n<h5>Als meiner Mutter einmal w\u00e4hrend meines Besuches klar geworden war, dass ich tats\u00e4chlich Vegetarierin geworden war und bin, und keine Ausnahmen mit Fleisch machte, stellte sie immer mal wieder die Frage, &#8222;ja was esst ihr denn &#8222;da&#8220; (Wo? Wer?!?). Wenn man das Fleisch aus den Superm\u00e4rkten herausbeamen w\u00fcrde, w\u00fcrde es an reiner Essensmasse gar nicht auffallen, so viel fleischloses Allerlei steht da herum. Was allerdings drin ist in den sch\u00f6n verbr\u00e4mten Substanzen, das zu wissen, das bedarf nicht nur eines Interesses, sondern einer gewissen Meisterschaft, die sicherlich durch Nahrungswissenschaft erworben werden kann. Doch was hat man gemeistert? So, wie auf den Zigarettenpackungen jetzt steht, dass Rauchen t\u00f6dlich sei und ist, so\u00a0 liest der essende Mensch von verottetem und ungesundem Fleisch, von massiv gequ\u00e4lten Tieren, von absolut untragbaren Zust\u00e4nden in Einrichtungen, in denen man auch als Angestellter vergessen muss, dass es sich hier um Lebewesen handelt. Und fragt man, wie es dazu kommen konnte, dann muss man nicht nur lange nachdenken, damit auf der anderen Seite der Geschichte nicht auch Uniformen auftauchen und Ordnungsh\u00fcter, sondern man kann mal wieder nachschauen, um was es einem selbst geht in diesem lebendigen Moment. Im Zeitmagazin der diesw\u00f6chigen Ausgabe ist ein sehr kluger Artikel von Bernd Ulrich erschienen \u00fcber seine Erfahrungen und den Weg vom Fleischesser \u00fcber Vegetarier zum Veganer. Es ist ja oft erfrischend, wenn man der Erfahrung eines reflektierten Kopfes zuh\u00f6ren kann, und die n\u00fcchterne Klarheit der Erz\u00e4hlung l\u00e4sst einen aus einer noch beschatteten Gedanken-Ecke heraustreten in eine m\u00f6gliche Belichtung. So hat mich an seinem Artikel ber\u00fchrt, dass er sich die M\u00fche machte, auch mit Menschen zu sprechen, die t\u00e4glich den Tieren die Todesbolzen ins Gehirn jagen, und ein Mann erz\u00e4hlte ihm, dass er nachts Alptr\u00e4ume hat, weil alle Tiere, die er get\u00f6tet hat, sich im Traum um ihn versammeln und ihn ansehen, was auf ein noch existierendes Gef\u00fchl hindeutet. Wann deutet etwas (noch) auf ein nicht (mehr) vorhandenes Gef\u00fchl hin. Jonathan Foer, der das wunderbare Buch &#8222;Tiere essen&#8220; geschrieben hat, hat mir den unvergesslichen Dialog geschenkt, den ich zumindest sinngem\u00e4\u00df wiedergeben kann. Sein Sohn hat ihn gefragt, was da auf seinem Teller liegt. &#8218;Das sind Tiere, mein Sohn, das sind Tiere&#8216;, hat er wahrheitsgem\u00e4\u00df zu ihm gesagt, und noch jetzt macht der Satz was mit mir. Das sind Tiere, muss ich immer noch selbst tiefer begreifen, das sind Tiere, die \u00fcberall um uns herum irgendwo gequ\u00e4lt werden, da hilft kein Verneinen, denn der Kreislauf dieser durch menschliche Gier und Sucht und absolute Grenzenlosigkeit im Verhalten anderen Wesen gegen\u00fcber hat sich verselbst\u00e4ndigt, wozu man &#8217;normal&#8216; sagen kann, wenn man hier von der Wahrnehmung einer gro\u00dfen Menge spricht, also uns. Da den Menschen permanent auch so viel Grausames angetan wird, muss man sich ja f\u00f6rmlich zwingen, mal den Tieren die volle Aufmerksamkeit zu widmen. Nicht nur werden sie gegessen zu unangemessenem Ausma\u00df, aber ihre Substanzen stecken \u00fcberall drin. Und wenn man so als Person nicht behandelt werden will, muss man sich umschauen nach anderen Optionen. Die Ber\u00fchrung mit einigen S\u00e4tzen dieses Artikels hat mich angeregt, mal wieder zwei Items auszutauschen, um zu schauen, ob es nicht nur alles eine Frage der Gewohnheit ist. Ich finde auch, dass es schmecken muss und \u00e4rgere mich manchmal \u00fcber die vegetarischen Knackw\u00fcrstchen, so als k\u00f6nnte man geistig doch nicht auf Form und Geschmack verzichten. Und das mit dem Leder und der Wolle liegt f\u00fcr mich noch im Dunkeln, wo ich mich vor den Zwergen f\u00fcrchte. Wo f\u00fchrt nur Konsequenz aus dem Gerede heraus, und wo f\u00e4ngt der Gartenzwerg an. Jeder kann es ja formulieren wie er es m\u00f6chte. Gestern habe ich mich mal kurz unterhalten mit der Idee, was f\u00fcr ein Poster ich designen w\u00fcrde, wollte ich mehr Menschen auf flexiblen Veganismus aufmerksam machen, jetzt mal von der Erfolgmasche her gesehen. Ich kam auf zwei Titel, von denen ich mir vorstellen k\u00f6nnte, dass sie einschlagen. Der eine ist &#8222;Die heimliche Macht des &#8222;Flexiblen Veganismus&#8220; (zwei Fliegen mit einer Klappe, denn man h\u00e4tte schon den Namen der Bewegung),&#8230;und zweitens &#8222;Sch\u00f6nheit und Anmut des Flexiblen Veganismus&#8220;, das w\u00fcrde dann einen anderen Teil der Menschheit ansprechen. Bitte!, greifen Sie zu! Das mach ich doch gerne!<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als meiner Mutter einmal w\u00e4hrend meines Besuches klar geworden war, dass ich tats\u00e4chlich Vegetarierin geworden war und bin, und keine Ausnahmen mit Fleisch machte, stellte sie immer mal wieder die Frage, &#8222;ja was esst ihr denn &#8222;da&#8220; (Wo? Wer?!?). 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