{"id":5726,"date":"2018-07-25T08:27:46","date_gmt":"2018-07-25T08:27:46","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=5726"},"modified":"2018-07-25T08:27:46","modified_gmt":"2018-07-25T08:27:46","slug":"heiss-3","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=5726","title":{"rendered":"hei\u00df"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-5727\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180718_211103-300x298.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"298\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180718_211103-300x298.jpg 300w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180718_211103-150x150.jpg 150w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180718_211103-768x763.jpg 768w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180718_211103.jpg 960w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<h5>Jetzt wei\u00df man mal wieder, was man einen Sommer nennt. Im deutschen Sommer kann es vorkommen, dass man den hei\u00dfen Tag als eine Besonderheit empfangen muss, und nun reihen sich die hei\u00dfen Tage unerm\u00fcdlich aneinander, und die Unruhe verl\u00e4sst einen, dass es bald zu Ende ist, denn es dauert schon eine ganze Weile an und noch ist kein Ende abzusehen. Sobald von etwas kein Ende abzusehen ist, tauchen neue Verhaltensweisen, Ordnungen, Befindlichkeiten, Unruhen, St\u00f6rfaktoren auf. Biologische Uhren stellen sich auf das Unvermeidliche ein. Menschen fangen an, drau\u00dfen zu schlafen, wenn ein gesch\u00fctztes Drau\u00dfen f\u00fcr sie da ist. Brauereien bitten um R\u00fcckgabe der Gef\u00e4\u00dfe, weil sie kaum nachkommen mit dem Bedarf. Dem Trinkbedarf, der eh schon gro\u00df war und ist und immer gr\u00f6\u00dfer wird, wenn die N\u00e4chte angenehm durchgehbar sind auch in den St\u00e4dten, und die Droge erm\u00f6glicht den Ablauf der verl\u00e4ngerten Nacht, am Morgen dann wieder allein mit dem Ganzen, oder auch nicht. Ein neuerdings in den sich in rasender Schnelligkeit anwachsenden Wortschatz infiltrierter Begriff kann angewandt werden und mit Verst\u00e4ndnis rechnen: Entschleunigung. Gehen Sie alles ruhiger an, sagt der Wettermann, hier als Verk\u00fcnder tieferer Weisheiten. Im Wald reifen die Brombeeren gl\u00e4nzend vor sich hin. Man kann sich an Zivilisationen erinnern, die von einem Sonnengott beherrscht wurden und werden. Feurige Rosse durchqueren das All und peinigen oft genug die d\u00fcrstenden Erdlinge, die dem oberen Herrn, von dem vermutet wird, dass er das alles schaukelt, dem\u00fctiges Opfer bringen, damit er sie nicht versengt mit seinen Forderungen. Dann gibt es nat\u00fcrlich auch durch die klug betrachtete Entschleunigung eine nat\u00fcrliche M\u00f6glichkeit der Reduktion auf genau d e n Moment, dem einzigen, in dem ein Mensch jeweils sitzen kann und von dem aus das Schicksal sich gestaltet oder gestalten l\u00e4sst, was wiederum von Ausrichtungen und Einstellungen abh\u00e4ngt. Bei der damaligen Suche nach den Quellen oder vielmehr d e r Quelle der indischen Weisheitslehren kam ich einmal auf einen sehr simplen, aber doch nachvollziehbaren Gedanken, dass n\u00e4mlich die als Quelle der Weisheit bekannten Weisen Indiens, Rishis und Munis genannt, was etwas den Worten Seher und Schweigender entspricht, einfach wegen dem Klima viel sitzen mussten (wie alle anderen), aber dann offensichtlich auch Anlagen hatten, die wissen wollten, was hinter den Erscheinungen liegt, da sie wegen den klimatischen Bedingungen mehr im inneren Drin sa\u00dfen als darin aktiv waren. Auch die Weisheit des Tuns im Nicht-Tun kommt sicherlich aus einer Tradition, die das gute\u00a0 und aufrechte Sitzen in die h\u00f6chste Ordnung gehoben hat, vermutlich durch die direkte Erfahrung, dass das alles am besten auszuhalten ist, wenn man artgerechte Haltung bewahrt. Yoga und Meditation haben zweifellos auch etwas mit dem Bewahren der Haltung zu tun, da bekannt wurde, dass das Knochenger\u00fcst exzellent daf\u00fcr geeignet ist, die Masse des Fleiches aufrecht zu erhalten, wodurch Atmen und Denken und Sein gleicherma\u00dfen erleichtert werden. Daher sind die Veden und Upanishaden\u00a0 undsoweiter vielleicht weniger Kopfgeburten als vom Klima bestimmtes Ergebnis geistiger Einstellungen. Lange Zeit gab es dort Schulen, die nur unter schattigen B\u00e4umen stattfanden. Die errungene Klugheit eines Volkes ist schwer zu beurteilen, wenn der Zenith seiner h\u00f6chsen M\u00f6glichkeit bereits wieder weit \u00fcberschritten ist und man von sich selbst gut beraten ist, den Blick bei der Gestaltung des eigenen Sommers auf sich selbst und die von einem geliebten Menschen gerichtet zu haben, um mit ihnen zu sein und zu bereden, was immer am Herzen herumliegt. Auch uns allen, und nicht nur Plato und Sokrates und den Anderen, die damals dabei waren, ist es verg\u00f6nnt, am Herzen herumzuliegen, das Ma\u00df nicht aus den Augen zu verlieren und durchaus der Erotik des Daseins Tribut zu zollen mit der Sprache des Geistes, die nicht nur durch den Geist des Weines herausgelockt sein muss. Aber immer noch besser herausgelockt, als gar nicht erschienen.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt wei\u00df man mal wieder, was man einen Sommer nennt. 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