{"id":5674,"date":"2018-07-16T05:28:39","date_gmt":"2018-07-16T05:28:39","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=5674"},"modified":"2018-07-16T05:30:02","modified_gmt":"2018-07-16T05:30:02","slug":"ermessen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=5674","title":{"rendered":"ermessen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-5671\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180709_205324-178x300.jpg\" alt=\"\" width=\"259\" height=\"436\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180709_205324-178x300.jpg 178w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180709_205324-768x1296.jpg 768w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180709_205324-607x1024.jpg 607w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180709_205324.jpg 1060w\" sizes=\"auto, (max-width: 259px) 100vw, 259px\" \/><\/p>\n<h5>Eigentlich wurde mir das B\u00fcchlein von Oscar Wilde-Geschichten wegen eines anderen M\u00e4rchens zum Lesen gegeben, aber die erste, die ich gelesen habe, war die Geschichte der Wirkung des toten Narziss auf einen Teil seiner Umwelt, die ich gestern &#8222;drin&#8220; hatte. Im Drin. Man wird hier auf die feinste Art an den Kern der Sache geschleudert. Hat man den Punkt gekriegt, ist jedes weitere Wort \u00fcberfl\u00fcssig, obwohl man sich auch dies und jenes erz\u00e4hlen kann. Auch kann man sehen, dass etwas, das den Hauch des Wahren in sich tr\u00e4gt, in erstaunlich vielf\u00e4ltigen Kost\u00fcmen einherkommt. Gestalten k\u00f6nnen vorkommen, die einem total fremd sind, wie Nymphen zum Beispiel, die ihre gr\u00fcnen Flechten l\u00f6sen. Aber es ist klar, dass ihre Erscheinung unweigerlich dem Kerngeschehen dient. Es ist eben ein M\u00e4rchen von Oscar Wilde und hat insofern viel mit ihm zu tun, aber auch mit allen, die davon angesprochen oder ber\u00fchrt werden. Als sich in meiner jahrelangen Meditationsausbildung ein Freundeskreis bildete, einigten wir uns m\u00fchelos auf tiefe Verbundenheiten mit anderen Kulturen, an denen wir fraglos in einem Einst mal teilgenommen hatten. Auch der Pragmatismus ist eine oft nicht sehr f\u00f6rderliche Erfindung. Das Zu-wissen-Geglaubte str\u00f6mt ungehindert durch die Welten, so als m\u00fcsste endlich eindeutig werden, was niemals eindeutig sein kann. Gibt es das Eindeutige? Was hat \u00c4gypten uns nicht alles geschenkt an Vorstellungskraft aus einer imaginierten Zeit, in der die Sphinx noch nicht besucht wurde von Reisebussen, und nur ein extra daf\u00fcr Eingestellter und Trainierter die Worte sagen durfte, die sich manifestieren sollten. Gab es wirklich einmal eine Welt, in der mehr geschwiegen statt gesprochen wurde? Aus Achtung etwa f\u00fcr das durch das Wort zwangsl\u00e4ufig Erscheinende. Oder Tibet, aus dem uns Alexandra David-Neel berichtete, dass sie L\u00e4ufer sah, die waren so schnell wie ein Flugobjekt. Und die Kinder, die man zu den Objekten verstorbener, tibetischer Meister brachte, um zu sehen, ob sie als dieser Meister reinkarniert sind. Und wer wei\u00df, ob der Glauben nicht doch Berge versetzen und Phurbas und Dorjes\u00a0 ( tibetische Ritualgegenst\u00e4nde) energetisch erkannt werden k\u00f6nnen, wenn diese Art Schulung gez\u00fcchtet wurde. So etwas muss im Blut liegen. Man kann sich auch keine deutschen Menschen beim erotischen Tangotanz vorstellen, wo ritualisierte Geschlechtergleichheit in einer ihrer glanzvollen Formen ausgedr\u00fcckt werden kann und muss, um nicht ins L\u00e4cherliche zu gleiten. Genau durch das Kunstvolle daran wird einem die L\u00e4cherlichkeit erspart, denn hier wird etwas angesprochen, das man anders als durch kultivierten Tanz nicht haben kann. Geisha- Geheimnisse: wer will sie wirklich analysieren, wenn selbst ehrenwerte Lehrer gesehen haben wollen, wie sich Paare in erhabener Verbundenheit in Regenbogen aufl\u00f6sten. Die Bruderschaft in Indien, mit der ich verbunden war, studierten in allem Eifer bis in den heutigen Tag hinein die Geschichten ihrer Vorbilder, die sich selbst noch durch die Luft transportieren konnten, als w\u00e4ren sie selbst das Fahrzeug. Vielleicht setzen ja auch die, die ihren Glauben in ein Wissen transportieren k\u00f6nnen, genau das, was f\u00fcr sie Wissen halten, auch in ihren Welten um. Irgendwann verliert aber doch das pers\u00f6nliche Wissen seine einschr\u00e4nkende Wirkung auf einen selbst. Man hat ja ganz lange gar nicht gemerkt, wie nackt man immer dastand. Jetzt erst ist man \u00fcberlegensf\u00e4hig, was f\u00fcr eine Bekleidung eigentlich die einem als angemessen vorkommende ist. Was sie aussagt \u00fcber einen, und was nicht. Was verborgen sein soll und was nicht. Was Worte braucht, und was nicht.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich wurde mir das B\u00fcchlein von Oscar Wilde-Geschichten wegen eines anderen M\u00e4rchens zum Lesen gegeben, aber die erste, die ich gelesen habe, war die Geschichte der Wirkung des toten Narziss auf einen Teil seiner Umwelt, die ich gestern &#8222;drin&#8220; hatte. Im Drin. Man wird hier auf die feinste Art an den Kern der Sache geschleudert. 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