{"id":4720,"date":"2018-02-26T01:36:53","date_gmt":"2018-02-26T01:36:53","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=4720"},"modified":"2018-02-26T01:36:53","modified_gmt":"2018-02-26T01:36:53","slug":"vorbereiten","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=4720","title":{"rendered":"vorbereiten"},"content":{"rendered":"<h5><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-4724\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/20180225_2214371-171x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"395\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/20180225_2214371-171x300.jpg 171w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/20180225_2214371-768x1349.jpg 768w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/20180225_2214371-583x1024.jpg 583w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/20180225_2214371.jpg 1078w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/h5>\n<h5>Es ist unvermeidlich und un\u00fcbersehbar, dass wir auf &#8222;Holi&#8220; zugehen, das indische Fest, das scheinbar auch im Westen unter jugendlich Farbfreudigen sehr beliebt ist und ohne eine gewisse kollektive Enthemmung nicht wirklich abheben kann. Nun ist der Ort, den ich manchmal &#8222;das Dorf&#8220; nenne, geradezu ber\u00fchmt und ber\u00fcchtigt f\u00fcr dieses Feiern, nicht mehr so sehr f\u00fcr das heilige &#8222;holy&#8220; mit Ypsilon, sondern das mit &#8222;i&#8220;, ber\u00fcchtigt also f\u00fcr Stunden von wildem Techno-Gestampfe, alles gut organisiert, und, soweit m\u00f6glich, in Schach gehalten von Holi-H\u00fctern, nat\u00fcrlich erst, nachdem viel passiert war. Das sind ja nur die Vorbereitungen, die gerade in Schwung gebracht werden f\u00fcr das eigentliche Toben, das dann am n\u00e4chsten Freitag stattfindet. Zu meiner \u00dcberraschung h\u00f6re ich so nebenbei, dass Polizei am Anfang des Dorfes stationiert sein wird, um St\u00f6renfriede aus anderen St\u00e4dten und nat\u00fcrlich potentielle Terroristen abzufangen, dass aber die meisten indischen M\u00e4nner (muss man schon genderm\u00e4\u00dfig so eingrenzen) deswegen schon Tage vorher anreisen und Zimmer belegen. Es ist eh schon derart proppe voll im Bazaar, dass man nicht wei\u00df, ob man die Inder bedauern oder bewundern soll f\u00fcr diese subtile Eroberung ihres Lebensraumes, die als solches nat\u00fcrlich nicht erfahren wird, da alle nur auf gutes Business hoffen. Es werden, das habe ich auch geh\u00f6rt, 10 000 Israelis erwartet, die ganz wild sind auf diese Farborgie, f\u00fcr die eine Unmenge von Substanzen eingeworfen werden, um in Stimmung zu kommen und auch zu bleiben. Da es kaum einen Fluchtweg gibt, bleibt man am besten da, wo man ist und schaut, wie man durch die Tage segelt. Gestern Abend n\u00e4mlich hat es angefangen mit dem Stocktanz auf dem Marktplatz und wilden Trommelwirbeln, nur ein paar geringe Meter von dem Haus entfernt, in dem ich lebe. Man geht dann irgendwohin, wo man eine Weile zuschauen kann, wie eine Menge Menschen sich sammeln und die Trommler anheizen, bis langsam die geschnitzten St\u00f6cke am Platz ankommen (10pm), und dann wird mit den St\u00f6cken im Kreis herumgetanzt und die St\u00f6cke werden aneinander geklickt, die vom Vordermann und die vom Hintermann. Schwitz!, gar nicht leicht, sowas verbal einzufangen. Vielleicht ist es das Stammesverhalten, das so anregend ist, auch f\u00fcr die Travellers, weniger f\u00fcr die Touristen, die ja nicht ahnen k\u00f6nnen, wie harmlos das alles erstmal ist. An den R\u00e4ndern des Tanzes gibt es hei\u00dfe Milch zu trinken und nat\u00fcrlich den beliebten indischen chai, und ein Mann bietet verschiedenen Kuchen an. Das wird ja meist sp\u00e4t, bis sich f\u00fcr viele der Anwesenden der S\u00fcssigkeitsrausch\u00a0 einstellt. F\u00fcnf Tage vor Holi f\u00e4ngt es also an: jeden Abend Stocktanz und ab und zu dazwischen auch mal Darbietungen der Fremdlinge mit goldenen Reifen, die wohl gerade wieder in Mode sind. Kein normales Hula hoop, nein, extreme Kunstfertigkeiten, die auf Smartphone-Videos in die indische Heimwelt wandern werden. Dann kam von rechts aus der Gasse noch ein aufwendiger Hochzeitszug dazu und wurde von Meistern des Planlosen sorgf\u00e4ltig durchgeleitet. Es gibt ein Hindi-Wort f\u00fcr diese spontane indische Kunstform, es hei\u00dft &#8222;tschugar&#8220;, kann man ja f\u00f6rmlich h\u00f6ren, was es ist, so ein freundliches Durchschubsen, bis es weitergeht mit den St\u00f6cken oder mit was auch immer. Da dann nicht mehr viel anderes geschieht als Leute rein und raus aus dem Kreis mit den St\u00f6cken, habe ich mich zur\u00fcckgezogen und war \u00fcberrascht, dass ich bei all dem L\u00e4rm m\u00fchelos einschlafen konnte. Es gibt eben diesen Ort im Zentrum des Wirbelsturms. Vorher bin ich noch schnell zum Nachbarn und habe versucht, bildlich ein wenig die Atmosph\u00e4re einzufangen. Die Lichterketten geh\u00f6ren auch zum Stocktanz. Man muss bedenken, dass das nur der m\u00fcde Anfangskreis war, der sich gegen Mitternacht stark vergr\u00f6\u00dfert in ausgelassener M\u00e4nnerrunde.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist unvermeidlich und un\u00fcbersehbar, dass wir auf &#8222;Holi&#8220; zugehen, das indische Fest, das scheinbar auch im Westen unter jugendlich Farbfreudigen sehr beliebt ist und ohne eine gewisse kollektive Enthemmung nicht wirklich abheben kann. 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