{"id":4379,"date":"2018-01-11T02:46:13","date_gmt":"2018-01-11T02:46:13","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=4379"},"modified":"2018-01-11T02:47:45","modified_gmt":"2018-01-11T02:47:45","slug":"nachmittags","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=4379","title":{"rendered":"nachmittags"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-4380\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180110_173222-300x247.jpg\" alt=\"\" width=\"393\" height=\"323\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180110_173222-300x247.jpg 300w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180110_173222-768x631.jpg 768w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180110_173222-1024x841.jpg 1024w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180110_173222.jpg 1262w\" sizes=\"auto, (max-width: 393px) 100vw, 393px\" \/><\/p>\n<h5>&#8230;.nachmittags mal wieder loswandern zu Krishna und Sunitas Haus, um das gute Brot zu holen. Ein paar Schritte vor meiner T\u00fcr treffe ich Pawan zum ersten Mal wieder, seit einer seiner neugeborenen Zwillingss\u00f6hne gestorben ist. Beim N\u00e4herkommen bin ich nicht sicher, ob er es wirklich ist, so ver\u00e4ndert sieht er aus. Ich habe immer mal wieder \u00fcber seinen Bruder mitf\u00fchlende Gr\u00fc\u00dfe in sein Haus bringen lassen, nun steht er wortlos vor mir mit Augen, die von Tr\u00e4nen fast ausgeh\u00f6hlt sind. Ich kann nur seine Hand halten, bis es zu Worten kommt, wie ein stockendes Rinnsal, das langsam zum fast nicht mehr zu bremsenden Fluss wird: wie dieser Sohn, der nun nicht mehr da ist, als Erster erschienen ist, und wie er sofort eine tiefe Verbindung mit ihm sp\u00fcrte und ihn sofort ans Herz genommen hat und herumgetragen und zu seinem gemacht. Wie er zu seiner Mutter sagte, dass er sp\u00fcrt, dass dieses Kind etwas &#8222;Besonderes&#8220; ist und sein wird, und ja&#8230;.da sind wir schon im Reich der Anekdoten. Jetzt kann er nicht mehr aufh\u00f6ren zu reden. Wie er nun sieht, dass diese Seele, wie ein Engel, nur da war, um den anderen sicher zu begleiten, denn man war ringsherum (seiner Meinung nach) so neidisch auf ihn, dass Gott seine Gebete erh\u00f6rt und seine Pujas Wirkung hatten, sodass er auf einen Schlag zwei S\u00f6hne bekam, und nun das. Er weint eine Weile. Und wie sein Guru ihm gesagt h\u00e4tte, dass es nur eine Pr\u00fcfung sei, und der Kleine in der n\u00e4chsten Runde wiederkehren w\u00fcrde, denn sein Bruder br\u00e4uchte ihn ja. Langsam fand ich das dann etwas beunruhigend, dass er den Anderen, den Lebenden, gar nicht erw\u00e4hnte. Vielleicht ist es ja der Lebende, schlug ich vor, um den alles ging und geht, so viel Aufhebens f\u00fcr seine Erscheinung, wer wei\u00df. Aber er war nicht zu tr\u00f6sten und vollkommen fixiert auf den Entschwundenen. Da fiel mir die Geschichte ein, die ich mal, von Salvador Dali selbst erz\u00e4hlt, geh\u00f6rt hatte. Er hatte auch einen Zwilling, der starb, und die Eltern behandelten ihn, Salvador, wie den Verstorbenen, sodass er das Gef\u00fchl hatte, gar nicht f\u00fcr sie zu existieren, sondern nur als sein Bruder gesehen und behandelt zu werden. Aha!, will man gerne denken, aber was f\u00fcr ein Aha? Die Geschichten sind voller mysteri\u00f6ser Vorg\u00e4nge, und die Schicksalspakete sehr unterschiedlich. Das ist schon das zweite Mal diese Woche, dass ich den deutschen Spruch auf Hindi \u00fcbersetze, den meine Mutter immer auf meinen jung verstorbenen Vater anwandte, n\u00e4mlich dass d ie fr\u00fch sterben, die von den G\u00f6ttern geliebt werden. Der junge Vater sieht das nat\u00fcrlich auch so, denn sein Kopf saugt soviel Trost auf, wie er kann. Er h\u00e4lt sich besch\u00e4ftigt, sagt er, denn wenn er anh\u00e4lt, kann er nur weinen. Achach, was ist das auch f\u00fcr ein Schmerzensland, dieser Planet. Das beugt jeden Hochmut, das macht scheu und achtsam: so viel Leid auf der Welt, das man nicht fassen und meist zur Heilung wenig beitragen kann. Dann fallen einem tats\u00e4chlich manchmal die Volksweisheiten ein mit ihrem Tr\u00f6pchen Wahrheit: dass die Zeit Wunden heilt, aber sicher auch nicht alle&#8230;.Dann kam ich doch noch zum Brot. Krishna macht jetzt Brot aus Sauerteig. Der Laib schwer wie ein Stein.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230;.nachmittags mal wieder loswandern zu Krishna und Sunitas Haus, um das gute Brot zu holen. Ein paar Schritte vor meiner T\u00fcr treffe ich Pawan zum ersten Mal wieder, seit einer seiner neugeborenen Zwillingss\u00f6hne gestorben ist. Beim N\u00e4herkommen bin ich nicht sicher, ob er es wirklich ist, so ver\u00e4ndert sieht er aus. 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